Wie arbeiten Hedgefonds?

Die Hedgefonds sind eine Anlageklasse, die sich sehr stark von den klassischen Typen Investmentfonds unterscheidet. Während sie im englischsprachigen Raum – in den USA und in Großbritannien – sehr verbreitet sind, wurden sie in Deutschland erst 2004 zugelassen. Ihr Hauptmerkmal ist, dass sie keinen so eng definierten Anlagerichtlinien unterliegen, wie die etablierten Fondstypen. Ferner zeichnen sie relativ hohe Risiken aus, welche darauf zurückzuführen sind, dass ihre Manager bei der Wahl der Formen der Kapitalanlage keine Reglements einzuhalten haben. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Fondsklassen dürfen sie nach als risikoreich geltenden Strategien handeln.

Um die gesetzten Ziele, möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften, dürfen die Manager der Hedgefonds unter anderem Leerverkäufe tätigen (sich Wertpapiere leihen, um diese zu verkaufen, ohne sie wirklich zu besitzen) und Kredite aufnehmen, um das geliehene Kapital mit Hebeln einzusetzen. Zudem haben sie keine Anlagerichtlinien einzuhalten, welche Finanzprodukte sie handeln, sodass sie neben den klassischen (Aktien, Renten) auch hoch spekulative Finanzinstrumente handeln dürfen, wie: Währungen und Rohstoffe, Derivate und Futures. Die Strategien richten sich nach dem Leitsatz, Gewinne bei jeder Marktlage (ob bei fallenden oder bei steigenden Kursen) zu garantieren.

Die hohe Flexibilität der Hedgefonds baut auf über 20 Strategien, die zur Wahl stehen. Die bekanntesten sind:

Long/Short Equity
Die älteste und am meisten verwendete Strategie, bei der je nach Marktlage unterbewertete Aktien gekauft werden (Long-Positionen) oder überbewertete Aktien verkauft werden (Short-Positionen). Die Kursdifferenzen zwischen den Long-Positionen und den Short-Positionen sorgen dafür, dass bei allen Marktbewegungen Gewinne erzielt werden.

Event Driven
Diese Strategie baut auf extremen Kursschwankungen, die von erwarteten, angekündigten oder bereits laufenden events (Unternehmensereignisse) ausgelöst werden. Das können zum Beispiel feindliche Übernahmen oder Zusammenschlüsse, Sanierungen oder Umstrukturierungen aber auch Zwangsversteigerungen sein.

Global Macro
Diese Strategie baut auf gesamtwirtschaftlichen (global) Trends und Entwicklungen von ganzen (macro) Branchen oder Märkten sowie auf die starke Volatilität von Währungen und Zinssätzen, Aktienkursen und Rohstoffpreisen. Da sie auf Prognosen oder exakten Analysen basiert, bietet diese Strategie generell sehr hohe Renditenchancen an.

Short Selling
Diese hochspekulative Strategie (auch als Leerverkauf bekannt) setzt auf fallenden Kursen von überbewerteten Finanzinstrumenten (z. B. Aktien), die verkauft werden, bevor sie im Besitz des Fonds sind. Die angepeilte hohe Rendite wird erzielt, wenn das Finanzinstrument wirklich zum erwarteten niedrigen Kurs zurückgekauft werden kann.

Relative Value
Diese Strategie baut auf kurzzeitigen Kursunterschieden zwischen Finanzinstrumenten, die voneinander abhängig sind: wie eine Aktie und eine Wandelanleihe auf diese Aktie.

Zu den bekanntesten Hedgefonds gehören Soros Fund Management (von George Soros), BlackRock und Man Group.

simple-value-investing.de – Finanzwebseite des Monats Mai

Wir möchten euch unsere zweite Finanzwebseite des Monats vorstellen:

Kurze Information zur Aktion: Das Aktienkafuen.net-Team möchte jeden Monat eine Finanzwebseite vorstellen, die uns besonders positiv aufgefallen ist und diesen Award verdient hat.

Webseite: simple-value-investing.de

Gewinner des Monats Mai: Stefan Mohr, Start 2011

Themen: Value Investing, Aktien-Empfehlungen, aktuell Griechenland Fokus, mit schönem Musterdepot & Watchlist sowie Buchtipps

Screenshot von simple-value-investing.de:

Kurze Beschreibung:

Der Autor Stefan Mohr hat sich auf das Thema Value Investing / Fundamentalanalyse konzentriert und veröffentlicht aktuelle und selbst erstellte Aktienanalysen. Bemerkenswert ist die hohe Qualität der Recherchen sowie die (für das Nischenthema) hohe Zahl der Abonnenten des Blogs sowie die hohe Anzahl der Kommentare pro Artikel. Ergänzt werden die Artikel mit einer Watchlist und einem Value Musterdepot, welches Besuchern hilft sich ein guten Überblick über die Aktien zu verschaffen. Das Projekt Musterdepot wurde am 27. September 2011 gestartet.

Flash Crash – Schnell geht’s nach unten!

Als Flash Crash wird ein blitzartiger Crash an den Börsen bezeichnet, der sich in wenigen Minuten,Sekunden oder sogar Micro/Nanosekunden abspielt, in der Regel hohe Börsenwerte “vernichtet” und ein Gegensteuern der Akteure nahezu unmöglich macht. Der bislang bekannteste Flash Crash der jüngeren Börsengeschichte fand am 06.05.2010 statt. Er hatte die bemerkenswerte Auswirkung, dass Kurse wie der des Dow Jones in wenigen Minuten um bis zu 9 Prozent einbrachen (beim Dow Jones damals 1.000 Punkte) und ebenso schnell wieder stiegen.

Hypothesen zum Flash Crash

Alle Beteiligten sind sich darüber einig, dass der elektronische Börsenhandel mit seinen automatisch ausgelösten Verkaufsorders anfällig für diese Art von Crash ist. Auch der Wiederanstieg der Kurse kommt durch solche Orders – in diesem Fall Kauforders – zustande. So gut wie jeder Händler platziert unter dem Einstiegskurs eines gekauften Wertpapiers Verkaufsorders für die Verlustbegrenzung, die bei steigendem Kurs in die Gewinnzone als Trailing-Stopp nachgezogen werden. Diese Verkaufsorders liegen gestaffelt in unterschiedlichem Abstand zum jeweiligen Kurs, wobei sämtliche Händler bestimmte Marken präferieren. Fällt eine dieser Stoppmarken, geben die Kurse insgesamt nach, es fällt die nächste und die übernächste Marke, der Flash Crash kann stattfinden. Ebenso haben jedoch die meisten Händler Kauflimits bei niedrigeren Kursen platziert, um preiswert in ein Wertpapier einzusteigen. Wenn ein Flash Crash stattfindet, werden nicht nur rasch alle Verkaufsorders, sondern ebenso schnell die entsprechenden Kauforders ausgelöst, was den entsprechenden Jo-Jo-Effekt verursacht. Natürlich ist das an der Börse nicht die Regel, denn meist geben Kurse nur vereinzelt und geringfügig nach, der Markt reagiert auch durch das Einschreiten der Händler. Erst wenn sehr große Verkaufsorders ein hohes Volumen auslösen, werden mehrere Stopps nacheinander gerissen. Dementsprechend ist man der Auffassung, dass ein Tippfehler eines Händlers bei einer E-Mini-Order – er hatte sich in den Kommastellen (um Zehnerpotenzen!) vertan – den Flash Crash vom 06.05.2010 ausgelöst hatte.

Sicherung gegen einen Flash Crash

Diese Art von Crash kommt in kleiner Form häufiger vor, weshalb zunehmend der rein computergestützte Handel in die Kritik gerät. Expert Advisors (Tradingroboter) nehmen rund 10.000 Transaktionen pro Sekunde vor, das kann kein Mensch kontrollieren. An der Nasdaq wurden am 07.05.2010 Transaktionen, die am 06.05.2010 bei Kursen unter 50 Prozent des Vortagesschlusskurses stattgefunden hatten, für ungültig erklärt – also auch die günstigen Kauforders. Zudem erwägt man schon länger eine Einschränkung des elektronischen Handels, was aber auf praktische, vor allem technische Schwierigkeiten stoßen dürfte. Private Trader können sich nur mit entsprechenden Orders – am besten gestaffelt auf mehrere Positionen – schützen. Ein Flash Crash kann immer wieder stattfinden, gerade im Frühjahr 2012 sind die Märkte im Zuge der Euro- und Griechenland-Krise anfällig für irrationale Ereignisse. Zu beachten wäre noch, dass Flash Crashs, selbst wenn sie durch vernünftige Orders halbwegs brauchbar gemanagt werden, immer eine hohe Slippage verursachen – die Kurse fallen und steigen schneller, als die Orders ausgelöst werden. Im Einzelfall kann mit dem Broker über ein Storno der entsprechenden Transaktion verhandelt werden.

Die reichsten Männer der Welt

Als eines der wichtigsten US-amerikanischen Wirtschaftsmagazine veröffentlicht das Forbes-Magazin bereits seit 1987 die Liste der reichsten Menschen der Welt. Gelistet werden jährlich in „The World’s Billionaires“ alle Menschen weltweit, deren persönliches Vermögen mindestens eine Milliarde US-Dollar beträgt. Bezüglich des Titels gilt es zu beachten, dass „billion“ das englische Wort für „Milliarde“ ist.Angehörige von Königshäusern werden jedoch genau wie Diktatoren nicht in die Liste aufgenommen, obgleich ihr geschätztes Vermögen möglicherweise das der Ranghöchsten übersteigt.

Lange Zeit führte Microsoft-Begründer Bill Gates die Forbes-Liste an. Mit einem geschätzten Vermögen von derzeit 61 Milliarden wurde er inzwischen auf Platz zwei verdrängt. Listen-Erster ist seit 2010 der mexikanische Telekommunikations-Unternehmer Carlos Slim Helú. Das Vermögen des 72-Jährigen wird derzeit auf schätzungsweise 69 Milliarden beziffert. Der amerikanische Großinvestor und Unternehmer Warren Edward Buffet liegt mit 44 Milliarden auf Platz drei.

Die meisten Milliardäre findet man unter US-Amerikanern. Derzeit sind 412 Amerikaner auf der Forbes-Liste zu finden. Auf Platz zwei rangiert Russland mit 54 Milliardären und Deutschland mit 41 Listeneinträgen.

Als reichster Deutscher gilt derzeit Karl Albrecht, der 92-Jährige Gründer von Aldi Süd. Sein Gesamtvermögen beträgt ca. 25,4 Milliarden US-Dollar. Er ist derzeit der einzige Deutsche unter den ersten zehn Plätzen der „World’s Billionaires“.

Facebook Optionsschein – Handeln vor dem IPO!

Dazu ein kleines Video von der Börse Stuttgart über das Thema Optionsscheine mit Facebook als Basiswert. Besonders für deutsche Kleinanleger wohl eine der wenigen Möglichkeiten vom Facebook IPO zu partizipieren. Hier finden Sie die WKN und aktuellen Preise der 4 Call Optionsscheine und 2 Put Optionsscheine: http://www.ls-tc.de/kursabfragen/l-and-s-optionsscheine/aktien-optionsscheine/usa/

Handelsplätze und Ordergebühren – Achtung Falle

Der Wertpapierhandel erfordert hohe Liquidität und die schnelle Ausführung eines Auftrages. Für den Trader sind dabei zwei Dinge wesentlich: gute Kurse und niedrige Ordergebühren. Die Kurse hängen vom Handelsplatz, die Gebühren vom depotführenden Kreditinstitut ab. Durch unübersichtliche Gebührenstrukturen und vorbelegte Handelsplätze können den Anleger jedoch allerhand Fallen erwarten.

Günstige Kurse erhält er an dem Handelsplatz, an dem regelmäßig hohe Umsätze mit dem Papier erzielt werden und der Spread zwischen Kauf- und Verkaufskursen gering ist. Erteilt der Anleger keine spezielle Weisung, erfolgt die Orderausführung nach dem „Best Execution“- Prinzip. „Best Execution“ soll für den Depotinhaber die bestmögliche Auftragsausführung gewährleisten. Es empfiehlt sich dennoch, eigene Festlegungen hinsichtlich des Handelsplatzes zu treffen. Man sollte dabei nicht automatisch den von der Bank vorgegebenen Handelsplatz nutzen. Direkt- oder Sekundenhandel müssen trotz geringer Gebühren nicht die bessere Alternative sein, denn der Handel wird außerbörslich abgewickelt. Bekanntlich bieten Banken und Emittenten außerbörslich Wertpapiere aus dem eigenen Bestand zum Handel an. Das bedeutet, dass der Kurs des Papiers meist höher als an der Börse ist.

Ebenfalls auswirken kann sich die Handelszeit. Außerhalb der Haupt-Handelszeiten sind die Kurse durch eine Spreadausweitung oft ungünstiger. Deshalb sollten unlimitierte Aufträge vermieden werden. Wer weiß, worauf die jeweilige Börse spezialisiert ist und welche Wertpapierarten dort größtenteils gehandelt werden, nutzt Vorteile bei der Kursfeststellung aus. Beim Handel über Computerbörsen bzw. elektronische Handelsplattformen kann es zu Besonderheiten kommen. Über Xetra sind Teilausführungen des Orderauftrages häufig. Dafür fallen bei manchen Banken zweimal Ordergebühren an. Es kommt außerdem eine geringe Xetra-Gebühr hinzu. Über die inländischen Präsenzbörsen dagegen sind Teilausführungen durch die Mitwirkung eines Börsenmaklers äußerst selten, darum wird eine Maklercourtage erhoben.

Gebühren & Co.

Bei Direktbanken und Online-Brokern unterteilen sich die Ordergebühren in einen prozentualen volumenabhängigen Bestandteil und eine Pauschale. Werden die Börsenhandelsgebühren mit der Pauschale 1:1 an den Kunden weitergegeben, kann das teuer werden. Zu beachten sind außerdem Mindest- oder Maximalgebühren sowie die Höhe der fremden Spesen. Auch Gebühren für die Erteilung, Nichtausführung, Änderung oder Löschung eines Limits können ins Gewicht fallen. Ob die Ordergebühren nur für bestimmte Handelsplätze und Wertpapiergattungen gelten, sollte vorher geklärt werden. Besonders wichtig ist die Frage der Kosten für den Handel an ausländischen Börsen. Hier können hohe Zusatzgebühren anfallen.

Anzahl und Volumen der Aufträge sind entscheidend für die Höhe der Ordergebühren. Ein Vergleich der Gebühren in den Preis- und Leistungsverzeichnissen lohnt sich, denn die Unterschiede können enorm sein. Mit dem passenden Broker lassen sich die Orderkosten um mehr als zwei Drittel reduzieren.

Bald folgt noch ein Artikel zum Thema Auserbörslicher Handel! :)

Zitat des Monats Mai

In den letzten Monaten leider etwas in Vergessenheit geraten. Nun möchten wir statt “Zitat der Woche”, die Kategorie “Zitat des Monats” einführen. Jede Woche erwarten euch Zitate rund um das Thema Börse & Co.

Unser Zitat des Monats Mai kommt vom bekannten Spekulanten André Kostolany:

“Wer viel Geld hat, kann spekulieren. Wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren. Wer kein Geld hat, muss spekulieren.”

Interessantes zum Zitat:

Noch mehr spannende Zitate finden sich in dem YouTube Video: