Kaum noch Beratung beim Thema Wertpapiere

Die Nachwirkungen der Finanzkrise wirken noch bis heute. Banken sind in der Schieflage, Eigenkapitalregeln wurden verschärft und auch die Beratung wurde reformiert. Aber genau bei den Regelungen zur Beratung scheiden sich die Geister. Zwar ist es wichtig und richtig die Kunden umfangreich zu beraten und sich selbst durch eine umfangreiche Dokumentation abzusichern, aber es schafft auch bürokratische Hürden, die viele Berater in ihrer Arbeit eher hemmen.

Wer in der heutigen Zeit ein Wertpapierdepot eröffnen möchte, muss zu dem Termin beim Berater viel Zeit mitbringen. Die Gesetze der Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) verlangen, dass der Kunde gründlich durchleuchtet wird. Fragen nach dem Einkommen, Sachwerten und monatlichen Belastungen gehören heute nicht mehr nur in die Kreditberatung, sondern sind ein wichtiger Teil der Depoteröffnung geworden. Zudem muss man sich als Kunde einige persönliche Fragen gefallen lassen, um heraus zu finden ob sie als Kunde eher konservativ oder spekulativ eingestellt sind. Sobald sie als Kunde dann auch noch Aktien kaufen möchten, werden sie quasi schon direkt als risikobewusst eingeschätzt.

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Überregulierung bei der Produktberatung?

Wenn man den gesamten Fragenkatalog des Beraters hinter sich gebracht hat, wird die Produktberatung nicht minder kompliziert. Der Berater wird ihnen einige Produkte vorstellen und sie über alle wesentlichen Informationen zu dem Produkt, Chancen und Risiken informieren. Diese werden auch in einem Beratungsprotokoll festhalten. Dazu gehören auch umfangreiche Informationen zur Vergütung für die Bank. Alle Daten und Fakten zu dem Produkt werden ihnen dann noch in einem Produktinformationsblatt gereicht. Diese sollen sie lesen, bevor sie einem Kauf zustimmen. Das Ergebnis ihrer Entscheidung wird ebenfalls dokumentiert. Zudem muss der Berater noch angeben warum er ihnen genau dieses Produkt empfohlen hat.

Am Ende der Beratung erhalten sie als Kunde noch alle Protokolle und müssen die Richtigkeit der Angaben noch gegenzeichnen. Die Bank und auch sie als Kunde erhalten alles schriftlich, so dass dann alle bürokratischen Hürden aus den Weg geräumt sein sollten.

Hemmung bei der Beratung

Die Bedeutung des Wertpapiergeschäftes für die Banken ist noch immer sehr hoch, allerdings hemmen die eben beschriebenen Vorgänge die Berater sehr. Aber nicht nur die Berater sind verunsichert, sondern auch die Kunden. Als Kunde braucht man viel Zeit und muss sich bei all den Fragen und Informationen fragen, welch immenses Risiko er hier bloß eingeht. Übrigens bestehen die o.g. Pflichten bei allen Papieren, von der Option, über die Aktie bis zum Geldmarktfonds.

Damit die Beratung auch so erfolgen kann, muss der Berater zudem noch eine Art Führerschein für die Wertpapierberatung absolvieren und seine Beratungskompetenz in diesem Bereich muss jährlich nachgewiesen und dokumentiert werden. Sollte ein Kunde dennoch unzufrieden mit der Beratung gewesen sein, kann der den Berater bei der Bafin melden. Er wird dann dort gespeichert und erhält eine Verwarnung, ebenso wie seine Bank.

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Die Banken wettern selbstverständlich gegen diese Regelungen. Sie sehen einen deutlichen Rückgang der Beratungen. Einige Wertpapierabwickler können diese Vermutung auch in Zahlen belegen. So sind die Beratungen in den vergangenen 3 Jahren von 10 Prozent an allen Aufträgen auf lediglich 2 Prozent gesunken. Aber auch die Umsätze im allgemeinen sind gesunken. So gibt es immer weniger „Spieler“ auf dem Aktienmarkt.

Die Kunden können sich nicht gegen die Beratung wehren und so wandern sie von den Banken ab, hin zu den Onlineanbietern. Nicht nur dass dort weniger Fragen gestellt werden, nein auch die Depots und Orders sind günstiger als bei den Banken und Sparkassen. Besonders mit Aktien wird hier gehandelt, denn bei den Banken wird in der Regel nicht mehr auf Einzelaktienebene beraten.

Die Entwicklung in den kommenden Jahren muss man kritisch beobachten und aus Sicht der Kunden, sowie der Berater einen gesunden Mittelweg zwischen Überregulierung und zu wenig Dokumentation finden. Hier ist auch die Politik gefordert, die sich mit der heutigen Situation allerdings in absoluter Sicherheit wiegt.

Wie werden sich die Finanzmärkte entwickeln?

Gut fünf Jahre ist es mittlerweile her, als die Pleite von Lehmann die Finanzmarktkrise auslöste. Schnell war man sich damals einig, dass es so an den Finanzmärkten nicht weiter gehen konnte und versprach einen Wandel. Aber bereits ein Jahr später bekam der Händler Christian Bittar von der Deutschen Bank einen 80 Millionen Euro Bonus. Und auch heute scheint der Wandel noch in weiter Ferne zu sein.

Der Händler Christian Bittar steht heute wieder im Fokus der Öffentlichkeit. Mittlerweile steht er im Verdacht die Leitzinsen, wie den Libor, manipuliert zu haben. Aber nicht nur dieser Fall, sondern auch die Manipulation an dem US-Energiemarkt oder die weltweite Beihilfe von Bankern an der Steuerfluch von Kunden in Steuerparadiese sind Belege, dass sich nicht viel getan hat. Auch das Bild der gierigen Banker hat sich noch nicht gewandelt. Noch immer stehen sie im Verdacht nur auf ihren Bonus zu schauen und dabei Kunden über den Tisch zu ziehen, oder skrupellos mit Rohstoffen handeln. Die Branche versucht dem zwar entgegen zu wirken und bemüht sich ihr Image aufzupolieren, allerdings scheint dies bei den Kunden noch nicht angekommen zu sein.

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Politik und Aufsehen gegen die Banken

Zwar versuchen Politik und Aufseher dem Treiben der Banken einen Riegel vor zu schieben, aber die Bemühungen ziehen sich in die Länge, oder werden durch unterschiedliche Interessen verhindert. Die Banken versuchen der Regulierung vor zu greifen und schaffen einen eigenen Wertekodex. So hat die Deutsche Bank etwa die üppigen Boni gekappt, streckt die Auszahlung, oder bindet die Erfüllung an verschiedene Kriterien. Jürgen Fitschen stellte klar, dass nur derjenige bei der Deutschen Bank gut aufgehoben ist, der bei dem Wandel auch mitzieht. Fitschen sagte gegenüber dem Handelsblatt: „Ein tiefgreifender kultureller Wandel braucht Jahre, nicht Monate.“

Die Regulierer haben natürlich noch tiefer greifende Forderungen und drängen die Banken ihre Geschäfte mit Eigenkapital zu hinterlegen. Damit sollen die Banken in einer eventuellen Krise besser überstehen können. Die Krisenfestigkeit testen die Aufseher regelmäßig bei den Banken. In den USA ist man hingegen noch weiter gegangen. Hier wurden die Banken aufgefordert ein „Testament“ vorzulegen, in dem detaillierte Pläne für einen Untergang enthalten sind und die Abwicklung geregelt ist.

In Deutschland arbeitet man übrigens an einem ähnlichen Gesetz. Dies wäre dann eine weitere Maßnahme, die die Bundesregierung nach der Finanzkrise eingeleitet hat. Zuvor hat man ich Deutschland bereits strengere Regeln für Hedgefonds, das Verbot von Leerverkäufen und die Nachhaltigkeit von Bonuszahlungen, sowie die Begrenzung von Managementgehältern eingeführt. Die Finanztransaktionssteuer befindet sich noch in der Umsetzung.

Überregulierung ist auch keine Lösung

Auch einige Jahre nach der Finanzkrise kämpfen die Staaten noch mit den Folgen der Krise und mit den Kosten, die die Bankenrettung verschlungen hat. Derweilen versuchen die Politik und Aufseher eine Lösung zu finden, wie man den Finanzmarkt regulieren kann. Zwar sind Verbot von Leerverkäufen, die Finanztransaktionssteuer oder die höhere Eigenkapitalquote recht gute Lösungen, allerdings sind sie nicht immer aufeinander abgestimmt und führen daher zu adversem Verhalten der Banken.

Die bisherigen Regulierungen haben den Markt nicht wie gewünscht stabilisiert, sondern haben eher zu einem sehr schwankungsanfälligen Markt. Während bisher viele große Spieler den Markt belebten, sind momentan nur noch wenige Spieler am Start. Dies liegt unter anderem daran, dass die Banken sich bei großen Deals nicht mehr beteiligen. Bisher haben die Banken für große Investoren die Papiere kurzfristig in ihrem Depot verwahrt, bis ein neuer Käufer für die Papiere gefunden wurde. Da solche riskanten Papiere nun gesondert besichert werden müssen, wollen die Banken diese Deals nicht mehr begleiten.

Experten befürchten, dass das einmischen des Staates den Markt mehr schadet, als wenn man ihn sich selbst überlässt. Der Markt ist deren Meinung nach besser in der Lage sich selbst zu reinigen, als es der Staat je wäre. Sie befürchten gar, dass die nächste Finanzkrise durch die Überregulierung ausgelöst werden könnte.

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Kommt nun doch die Finanztransaktionssteuer?

Die Finanztransaktionssteuer ist schon länger Thema in der EU. Elf EU Staaten wollen diese zusammen einführen, doch zuletzt geriet dieses Projekt ins Wanken. Nun wurde eine neue Verhandlungsrunde eingeleitet, die zumindest eine abgespeckte Lösung ergeben könnte. Das Ziel sei noch immer der Start im Januar 2014, zumindest offiziell. In Brüssel gilt dieser Termin allerdings für unhaltbar, denn dafür seien die Verhandlungen noch nicht weit genug. Da sich die Länder schon bei Umfang und Gegenstand der Steuer uneins sind, wird erwartet dass man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt. Die Einigung auf den kleinsten Nenner hat zwei Gründe. Zum einen müssen sich die Länder auf ein gemeinsames Modell für die Steuer einigen, obwohl jedes Land sein eigenes Modell hat. Zum anderen scheint die Finanzbranche viele Politiker davon überzeugt zu haben, dass die Steuer viele Risiken und Nebenwirkungen hat. Politisch sind diese selbstverständlich nicht erwünscht, daher gehen viele Politiker lieber auf Nummer sicher.

Der litauische Steuerkommissar Algirdas Semeta prangerte erst im Juli die sehr starke Lobbyarbeit der Branche an. Seiner Meinung nach werden die Auswirkungen der Steuer deutlich schlimmer dargestellt, als sie es wirklich sind. Er führte weiter aus, dass eine Verschleppung der Einführung für die Volkswirtschaft schlechter sei, als eine baldige Einführung. Anzumerken sei aber auch, dass er selbst wohl auch nicht mehr an eine baldige Einführung der Steuer glaubt. Seine Sprecherin bestätigte dies nun auch indirekt.

Eckpunkte der neuen Steuer

Grundsätzlich sind von dieser Steuer alle betroffen, sowohl die Banken, als auch die Unternehmen und die Haushalte. Nach einem ersten Vorschlag der EU-Kommission im Februar, soll der Handel mit Aktien und Anleihen mit 0,1 Prozent versteuert werden und der Handel mit Derivaten mit 0,01 Prozent. Daraus würden sich Mehreinnahmen von 35 Milliarden Euro ergeben für alle teilnehmenden Länder ergeben. In dieser Form wird es die Steuer allerdings nicht geben, oder nur mit zahlreichen Ausnahmen.

Besonders kompliziert für die Verhandlungen der elf Staaten ist, dass Länder wie Frankreich, Italien und Griechenland bereits eigene Finanzmarktsteuern eingeführt haben. Besonders die Franzosen wollen ihr Modell auf europäische Ebene übertragen. Das französische Modell sieht eine Steuer von 0,2 Prozent auf Aktien französischer Unternehmen vor. Staatsanleihen und Derivate werden danach nicht mit einer weiteren Steuer belegt.

Die EU-Kommission hat eigene Vorschläge für das Steuersystem erarbeitet, die von den französischem und dem italienischem Modell abweichen. Aber nicht nur die unterschiedlichen Konzepte sind für die Beratungen schwierig, auch verfolgen manche Länder das Projekt nur sehr halbherzig, weil es Kritik aus der Finanzbranche gibt. Die Finanzbranche warnt davor, dass mit Einführung der Steuer viele Transaktionen aus den besteuerten Ländern vertrieben werden. Dies ist auch der Grund, warum viele Länder diese Steuer erst gar nicht einführen wollen.

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Schwierigkeiten bei der Umsetzung sind abzusehen

Die EU plant, dass die Besteuerung nach dem Ansässigkeitsprinzip vorgenommen wird. Die Steuer wird dabei für jedes Papier fällig, dass in einem der elf teilnehmenden Staaten ausgegeben wurde. So wird die Steuer auch fällig, wenn ein Papier außerhalb der elf EU-Staaten gehandelt wird, beispielsweise bei einer Transaktionen einer deutschen Aktie zwischen einer britischen und einer indischen Bank in Hongkong. Hongkong wäre nun in der Verantwortung die Steuer zu erheben und an Deutschland zu überweisen. Dass dies klappt, glauben aber nur wenige und Großbritannien hat wegen des Ansässigkeitsprinzips auch schon eine Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Diese Klage dürfte die Verhandlungen ebenfalls in die Länge ziehen.

Experten warnen vor einer Einschränkung der Funktionsfähigkeit des Geldmarktes unter den Banken. Bei Repo Geschäften leihen sich die Kreditinstitute untereinander Geld gegen Sicherheiten. So kann sich eine Bank über einen Konkurrenten mit frischem Geld versorgen. Mit Einführung der Steuer würden die Geschäfte deutlich teurer werden und der Geldmarkt unter den Banken würde quasi ausgetrocknet werden.

Ein drittes Problem haben das Deutsche Aktieninstitut (DAI) nun noch erkannt. Es geht davon aus, dass die mit einer Steuer belegten Institute ihre Mehrkosten auf die Kunden abwälzen könnten. So würden zum einen die Privatkunden und zum anderen die Unternehmen mit einigen Milliarden mehr belastet werden.

Der Ausgang der Verhandlungen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen und auch der Zeitpunkt der Umsetzung ist bei all den Hürden noch offen. Alle Klippen aus den eg zu schaffen und eine gute Lösung für alle Länder zu schaffen scheint fast unmöglich.

Wie sieht die Zukunft der Landesbanken aus?

Die Landesbanken stehen schon lange Zeit im Fokus der Öffentlichkeit. Sie trugen ihren ihren Teil zur globalen Finanzkrise bei und schrieben über lange Zeit rote Zahlen. Doch nun scheint sich eine Trendwende zu vollziehen, denn die Landesbanken fahren fast durchgehend Gewinne ein. Diese Entwicklung lässt die Vorstandschefs der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der BayernLB optimistisch in die Zukunft schauen. In Zahlen ausgedrückt hat die BayernLB einen Gewinn von 720 Millionen Euro im ersten Halbjahr eingefahren, die Helaba einen Gewinn von 19 Prozent und die LBBW immerhin 6,7 Prozent. Selbst die NordLB konnte im zweiten Quartal schwarze Zahlen schreiben, obwohl die Schiffskrise im ersten Quartal noch für rote Zahlen bei der Landesbank sorgte.

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Schwierige Zeiten noch nicht vorbei

Doch auch wenn die Landesbank Gewinne schreiben, sind sie noch lange nicht über den Berg. Viele von ihnen sind noch abhängig von der staatlichen Unterstützung, die sie seit der Krise bekommen. Die Auflagen für die Landesbank sind weiterhin hart, so müssen sie auch trotz Gewinnen schrumpfen, sparen und streichen. Zudem haben sie noch weitere Herausforderungen zu überstehen, wie etwa Streit mit Anteilseignern, Kunden und Sparkassen, über Zahlungen in den geplanten Sicherungsfonds der EU, in Milliardenhöhe. Außerdem sind da noch immer die Kritiker der Landesbanken, die deren Anzahl reduzieren wollen.

Es gibt aber auch eine Landesbank, die trotz aller Anstrengungen erst im Jahr 2014 schwarze Zahlen schreiben kann, sofern die Entwicklung an den Finanzmärkten positiv bleibt. Die HSH Nordbank kämpft noch bis heute mit den Verfehlungen der Finanzkrise und der weltweiten Schifffahrtskrise. Zudem vollzieht die Aufsicht gerade eine eingehenden Sonderprüfung wegen der hohen Schiffskreditrisiken bei der HSH Nordbank. Hintergrund ist, dass die HSH der weltweit größte Schiffsfinanzierer ist, mit 2800 Schiffen die mit 26 Milliarden Euro finanziert werden. Rund die Hälfte dieser Kredite ist risikobehaftet. Problematisch für die HSH Nordbank ist, dass sich die Schifffahrtsbranche einfach nicht erholen will. Es herrscht eine Überkapazität am Markt, gerade bei den Containerschiffen, die nicht abgebaut wird. Leider tun darunter besonders die Reeder, denen langsam das Geld ausgeht.

Wie viele Landesbanken braucht Deutschland?

Diese Frage stellen sich Experten seit einiger Zeit und eine Antwort darauf wird es wohl so schnell nicht geben. Die Zeit wird wohl den Markt der Landesbanken weiter ausdünnen. Im Zuge der Finanzkrise traf es die WestLB besonders hart. Erst musste sie aufwendig mit Milliardenhilfen gestützt werden, um dann doch zerschlagen zu werden. Die Helaba kam recht gut durch die Krise und konnte sich so die Filetstücke der WestLB sichern. Sie übernahm die Verbundbank NRW mit den Sparkassen aus Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Die Helaba betreut derzeit 170 Sparkassen mit Dienstleistungen, was gut 40 Prozent aller deutschen Sparkassen ausmacht. Die LBBW hat während der Finanzkrise die SachsenLB übernommen, die zuvor bereits mit der Landesbank Rheinland-Pfalz zusammen gegangen ist. Die Landesbank Berlin vollzieht derzeit einen kompletten Wandel und wird zu einer Art Sparkasse. Das gesamte Fondsgeschäft geben sie nun an die DekaBank ab, dem Fondsanbieter der Sparkassen.

Doch diese Maßnahmen allein bereinigen den Markt noch nicht und so drängen Experten auf weitere Konsolidierungen. Der hessische Wirtschaftsminister Florian Rentsch sagte gegenüber dem Handelsblatt: „Das Ziel muss am Ende sein: Zwei Landesbanken bleiben übrig, und eine davon sollte die Helaba in Frankfurt sein.“ Er fordert die Krise zu nutzen und alle Fusionen bis 2020 abzuschließen.

Dies sehen die Vertreter der Landesbanken naturgemäß anders. So sagte etwa der NordLB Chef Gunter Dunkel: „Mit der Konsolidierung sind wir weitgehend durch.“ Er ist neuer Präsident des öffentlichen Bankenverbandes und sieht daher kaum Möglichkeiten zur Veränderung. Er sagte, dass die Zentralbanken seit Ende 2007 ihre Bilanzsummen um 30 Prozent geschrumpft haben und die Risiken gar um 50 Prozent gesenkt wurden.