Anleger flüchten aus den Schwellenländern

Lange Zeit galten die Schwellenländer als die Lösung für alle Anlageprobleme, denn sie versprachen eine sehr gute Rendite. Länder wie Indien, Südafrika und die Türkei konnten so Geld einsammeln und das Wirtschaftswachstum weiter ansteigen lassen. Doch in den letzten Wochen war ein gegenteiliger Verlauf zu beobachten. Immer mehr Anleger ziehen ihr Geld aus den Schwellenländern ab und sorgen so für große Unruhe, nicht nur in den Ländern sondern auch an den Aktienmärkten. Dies lässt wiederum die Risikoaufschläge auf Anleihen steigen und die heimischen Währungen stürzen ab.

 Besonders dramatisch sind solche Bewegungen am Markt für Länder mit hohen Handelsbilanzdefiziten, denn gerade diese sind auf den Geldstrom aus dem Ausland angewiesen. Experten sind der Meinung, dass es der Markt konkret auf die schwachen Schwellenländer abgesehen hat. Einige Investoren haben daher auch schon einen Namen für die besonders gefährdeten Länder Südafrika, Brasilien, Türkei, Indonesien und Indien gefunden, die „Fragilen Fünf“. Zwar hat jedes der Länder seine ganz eigenen Probleme zu bewältigen, allen gemein ist aber die Sorge um die derzeitige Entwicklung an den Kapitalmärkten. Die Anleger reagieren damit auf die rasche Straffung der US-Geldpolitik und dem erlahmenden Aufschwung in der Weltwirtschaft.

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Das Beispiel Türkei

Die türkische Lira ist in den vergangenen drei Monaten um fast 20 Prozent gesunken, so dass die Lira auf den tiefsten Stand seiner Geschichte gesunken ist. Am gestrigen Dienstag hat die türkische Notenbank CBRT daher eine Krisensitzung in Ankara abgehalten. Mit einer massiven Zinssatzsteigerung möchte man nun die Kapitalflucht unterbinden. Der Leitzins wird nach ersten Berichten von 4,5 auf 10 Prozent angehoben und der Satz, zu dem die Banken über Nacht Geld bei der Zentralbank leihen können wurde von 7,75 auf 12 Prozent erhöht. Diese deutliche Zinssatzerhöhung hat alle Experten überrascht, man rechnet mit einer geringeren Zinserhöhung.

Mit dieser Maßnahme versucht man verzweifelt den Ängsten der Anleger entgegen zu treten und neue Anleger für sich zu gewinnen. Gleichzeitig möchte man so auch auf Nachrichten aus dem Dezember reagieren, nach denen gegen einen türkischen Regierungsmitarbeiter Korruptionsermittlungen eingeleitet worden. Dies könnte auch ein schlechtes Bild auf die Regierung Erdogans werfen und so für weitere Verunsicherung bei den Anlegern sorgen.

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Kurswechsel bei der Fed

Seit längerem hatte die Fed die Märkte auf den Kurswechsel in der Geldpolitik vorbereitet. Bereits im Mai 2013 kündigte der Fed-Chef Ben Bernanke an, dass zukünftig weniger Geld gedruckt wird. Die US-Anleger haben daraufhin ihre Gelder aus den Schwellenländern abgezogen und es in der Heimat in Sicherheit gebracht. Dies haben sie allerdings in einem deutlich größeren Umfang getan, als es von der Fed erwartet wurde. Aus Rücksicht auf die Märkte machte Bernanke allerdings noch nicht ernst. Es sieht fast so aus als wollte die Fed den Markt erst testen, bevor sie die angekündigten Maßnahmen umsetzt.

Von der nächsten Ratssitzung erwartet man ein klareres Signal der Fed. Bislang sickerte lediglich durch, dass die Anleihekäufe weiter zurückgefahren werden sollen. Es sollen dann monatlich zukünftig nur noch 65 Milliarden Dollar pro Monat investiert werden, als zuvor 75 Milliarden Dollar.

Das Gelddrucken wird scheinbar noch nicht beendet, doch die Signale stehen klar auf Umsetzung der geplanten Strategie, die Verabschiedung von der lockeren Geldpolitik. Doch mit Umsetzung dieser Strategie werden wohl auch die Zinsen steigen, was eine Geldanlage in der Heimat für die US-Anleger noch interessanter werden lässt. Noch mehr Geld wird also vermutlich aus den Schwellenländern abgezogen. Die Entwicklung der Schwellenländer muss weiter kritisch beobachtet werden.

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Wie riskant sind Geldanlagen in die grüne Branche?

Regenerative Energien liegen voll im Trend. Auch wenn die Förderbeiträge von Jahr zu Jahr steigen, ist die Geldanlage in Solar- und Windkraftfirmen weiterhin recht riskant. In dieser Woche machte die Insolvenz von Prokon deutlich, wie riskant eine Anlage sein kann. Gut 75.000 Anleger haben sich verführen lassen von den Versprechungen auf 8 Prozent Rendite und investierten 1,4 Milliarden Euro. Wie viel die Anleger wieder bekommen, steht noch nicht fest. Ausgegeben wurden Genussrechtsanteile, die auch von vielen Experten für sicher gehalten werden. Allerdings stehen die Anleger von Genussrechtsscheinen bei einer Insolvenz mit ihren Forderungen hinten an.

Dabei ist die Insolvenz der Prokon Regenerative Energien GmbH nicht der erste Fehlschlag auf dem Markt der erneuerbaren Energien. Die Politik setzt mit aller Macht und vor allem mit Milliarden an Subventionen auf die Energiewende. Doch damit gibt es nicht nur Gewinner, sondern auch immer mehr Verlieren gehen aus diesem Markt hervor. Die wahren Verlieren sind aber Hunderttausende Bürger, die als Kleinanleger ihr Geld in Mittelstandsanleihen oder Aktien angelegt haben. Aber nicht nur die Kleinanleger verlieren, sondern auch Solar- und Windkraftunternehmen, sowie deren Mitarbeiter. Aber auch Großkonzerne wie Bosch und Siemens haben sich schon von diesem Markt zurückgezogen.

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Erinnerungen an den „Neuen Markt“

Viele Experten, die die Entwicklung genau beobachten, fühlen sich an den Niedergang des Neuen Marktes um die Jahrtausendwende erinnert. Auch damals waren die Gründer auf der Jagd nach dem Geld von Anlegern und sammelten auch sehr erfolgreich. Irgendwann platzte aber die Blase und alle haben verloren.

Auch bei den erneuerbaren Energien gibt es einen ähnlichen Trend. Die Gründer der unterschiedlichen Unternehmen sammeln das Geld ein und investieren es. Irgendwann kann aber dennoch die Insolvenz drohen. Abwenden konnte diese erst im August noch die Firma Solarworld aus Bonn. Anderen Unternehmen ist es selbst durch Unterstützung von Subventionen schlechter ergangen, so meldeten im Jahr 2013 die Solarunternehmen Solon, Q-Cells, Conergy und Solar Millennium Insolvenz an. Allen gemein ist, dass die Gründer und Geschäftsführer bis zur letzten Sekunde dementierten in finanziellen Problemen zu stecken.

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Schnelles Geld ist in dieser Branche nicht möglich

Viele lesen fassungslos von den Insolvenzen der unterschiedlichen Firmen und wundern sich, wo die Milliarden aus den Subventionen bleiben. Auch zahlen die Bürger jährlich viel Geld für die EEG Umlage, die wiederum die Betreiber von Photovoltaik-, Windkraft- und Biogasanlagen für ihre Ökostromlieferung erhalten.

Das ganze Geld scheint an anderer Stelle zu versickern, etwa in der Produktion. Die Chinesen laufen den deutschen Unternehmen den Rang ab, weil sie zum einen kostengünstiger und zum anderen in höherem Umfang produzieren können. Das macht die Anlagen kostengünstiger und verdrängt so die deutschen Unternehmen Stück für Stück vom Markt.

Mitverdienen wollen aber auch ganz Andere. Makler und Finanzberater haben Anleger angelockt und das obwohl es keine Erfahrungswerte gab. Durch die vielen Aussagen und Unterstützungen der Politik wurde den Anlegern zudem eine Sicherheit suggeriert, die es in dem erwarteten Umfang aber gar nicht gibt. Viele sind so leichtgläubig auf Anlageberater hereingefallen.

Die Verbände der Erneuerbaren-Energien-Branche stellten im Laufe der Woche klar, dass die Anlage in Unternehmen dieser Branche nicht risikoreicher sei, als eine Anlage in Unternehmen anderer Branchen. Es kann immer wieder zu Insolvenzen kommen, davon wird die Branche aber nicht untergehen.

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SEPA – Die Verwirrungen nehmen kein Ende

SEPA ist die Abkürzung „Single Euro Payments Area“ und versetzt viele Menschen in Panik. Dabei ist das SEPA Verfahren kein Hexenwerk und erst recht nichts Schlechtes für Privatpersonen und Unternehmen. Es gibt sogar viele Vorteile, denn Zahlungen innerhalb des Euro-Raums können schneller abgewickelt werden und kosten keine hohen Gebühren, im Gegensatz zu den bisher üblichen Auslandsüberweisungen.

Dennoch ist es für viele Vereine und Unternehmen mit einiger Arbeit verbunden, denn durch das SEPA Verfahren werden Umstellungen der Kontonummern sowie der Bankleitzahlen nötig. Kunden müssen über die neue Gläubiger-ID des Vereins und des Unternehmens informiert werden und die Kunden müssen aufgrund der Kontonummernänderung gefragt werden, ob das in den Datenbanken hinterlegte Konto korrekt ist. Neuen Briefbögen müssen gedruckt werden müssen und zum Einzug von Lastschriften benötigt man bei seiner Bank ein Lastschriftmandat, was in der Regel noch einige Extrakosten mit sich zieht. Alles in allem viel Arbeit, es ist aber schon sein langer Zeit bekannt, dass das SEPA Verfahren kommen wird. Viele haben es aber auf „die lange Bank“ geschoben und sind nun gewaltig im Zugzwang.

Am 1. Februar 2014 sollte das SEPA Verfahren umgesetzt werden, sprich ab dem Zeitpunkt sind nur noch Zahlungen nach der neuen Methode erlaubt und möglich. Da allerdings noch nicht alle Länder auf dem gleichen Umsetzungsstand sind, regte sich Anfang des Jahres erheblicher Widerstand gegen die Umsetzung von SEPA zum geplanten Termin. Vor gut einer Woche kam dann die Meldung, man wolle die Umsetzung noch um weitere sechs Monate verzögern, so dass am 1. August 2014 die Umstellung erfolgen soll. Dieser Vorschlag wird in der kommenden Woche von den EU Staaten und dem europäischen Parlament besiegelt.

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Atmen wirklich alle auf?

Wenn dem Vorschlag dem Vorschlag der EU-Kommission zugestimmt wird, verschiebt sich die Umsetzung noch bis zum 1. August, was für Unternehmen und Vereine gut sein wird, die sich noch nicht abschließend mit dem Thema SEPA auseinander gesetzt haben. Für Verbraucher ändert sich nichts, denn für sie gilt eh eine längere Frist, bis Februar 2016.

Aus Deutschland, wo die Umstellung auf SEPA bereits sehr weit voran geschritten ist, gab es bereits Kritik an der geplanten Verlängerung. Wenn es zu der Verlängerung kommt, erwartet man hierzulande eine Erschwerung der Umstellung. Schenkt man den Aussagen des Finanzministeriums Glauben, ist die Verlängerung in Deutschland nicht nötigt ist. Die EU-Kommission weist zwar darauf hin, dass jedes Land für sich entscheiden kann wann die Abschaltung des alten Zahlungsverkehrs vorgenommen wird, die Kommission erwartet aber von Deutschland die Zustimmung zum Aufschub.

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Umsetzung noch nicht weit vorangeschritten

Die EU-Kommission belegt ihre Argumentation zum Aufschub mit Zahlen von Ende November 2013. Zu dem Zeitpunkt wurden in den EU-Staaten bereits 64 Prozent aller Überweisungen in dem SEPA Format abgewickelt, jedoch gerade einmal 26 Prozent aller Lastschrifteinzüge.

Führend bei der Umsetzung soll nach Angaben der Europäischen Zentralbank Frankreich sein, die gut 57 Prozent ihres Zahlungsverkehrs bereits über SEPA abwickeln, Deutschland hinkt da noch hinterher. Besonders weit sollen bei der Umstellung Finnland, Slowenien und die Slowakei sein.

Aktien – Neues Jahr, neues Glück

Im Jahr 2013 legte der Dax eine beeindruckende Wertentwicklung hin. Ein Hoch jagte das nächste und auch zum Ende des Jahres gab es keinen Gewinneinbruch. Im neuen Jahr soll sich eine solche Entwicklung natürlich gerne fortsetzen. Einen guten Anfang machen dabei die Aktien der deutschen Banken, die in diesem bisher kurzen Jahr schon gute Kurssteigerungen erzielten.

Die Aktie der Deutschen Bank konnte bereits eine Kurssteigerung 14 Prozent erzielen und auch die Aktie von Deutschlands zweitgrößter Bank, der Commerzbank, hat bereits um gut 15 Prozent zugelegt. Am Donnerstag gingen die Kurse der beiden Banken erstmals zurück, allerdings auch nur leicht.

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Auch Europas Banken im Aufwind

Gestiegene Aktienkurse konnten aber nicht nur die deutschen Banken verzeichnen, auch die Aktienkurse anderer Banken Europas sind im Aufwind. Überdurchschnittlich starke Kurssteigerungen gab es besonders bei italienischen und spanischen Banken. Experten führen dies nicht zuletzt auf steigende Kurse von Staatsanleihen der jeweiligen Länder zurück, die von den Banken im Bestand gehalten werden. Die Staatsanleihen werden als Vermögenswerte von den Banken gehalten und steigern dank der Kurssteigerungen den Bilanzwert.

Größter Nutznießer der steigenden Kurse von Staatsanleihen ist wohl die Commerzbank, denn sie hält nicht nur deutsche Staatsanleihen, sondern auch Staatsanleihen von Euro Krisenländern. Weiterhin positiv für die Commerzbank dürfte sein, dass sich die Bewertungen von Schiffen wieder verbessert haben. Da die Commerzbank sehr hohe Bestände an Schiffskrediten hat, ist dies auch eine Minimierung der Ausfallrisiken. Das Privatkundengeschäft der Commerzbank hat in den vergangenen Monaten ebenfalls angezogen. Viele Kunden hat die Bank neu gewinnen können und durch die Entlassungswelle im vergangenen Jahr, ist das Privatkundengeschäft in den Filialen noch profitabler geworden.

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Analysten sind noch zögerlich

Die Analysten sind derzeit noch zurückhaltend. Die Nachrichtenagentur Bloomberg teilte der FAZ mit, dass derzeit für die Commerzbank Aktien sieben Kaufempfehlungen, 19 Halte Empfehlungen und zehn Verkaufsempfehlungen. Bei der Deutschen Bank sind die Analysten positiver gestimmt. Deren Aktien verzeichnet derzeit 25 Kaufempfehlungen, 11 Halte Empfehlungen und sieben Verkaufsempfehlungen.

Die Nachrichtenlage rund um die Deutsche Bank ist derzeit allerdings für Anleger wenig attraktiv. Die Vorwürfe zur Zins- und Währungsmanipulation bergen das Risiko, dass im vergangenen Jahr gebildete Rückstellungen für Rechtsrisiken nicht ausreichen könnten. Allein im Dezember wurden zwei der vier Milliarden Euro schon benötigt. Die Deutsche Bank hat allerdings auch gezeigt, dass sie trotz der hohen Risiken hohe Gewinne erzielen kann. In den ersten neun Monaten des vergangen Jahres erzielte sie einen Gewinn von zwei Milliarden Euro nach Steuern. Am 29. Januar werden von den beiden Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen die fehlenden Zahlen des vierten Quartals präsentiert. Experten erwarten in den letzten drei Monaten des Jahres allerdings nur einen verhaltenen Gewinn, denn gerade das Investmentbanking ist nicht so erfolgreich gelaufen wie zuvor.

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