Banken sollen bald an die kurze Leine

Viele Banken ächzen schon jetzt unter Last immer neuer Regeln und immer neuer Regulierungen. Bei einigen Themen verhielt sich die Bundesregierung recht zurückhaltend, allerdings hat sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nun klar positioniert, zu mehr Regulierung und noch schärfere Regeln. Primär geht es dabei um die Forderung, dass Banken künftig auch Staatsanleihen mit Eigenkapital unterlegen sollen. Auf einer Pressekonferenz der Bundebank in Frankfurt am heutigen Freitag sagte Schäuble dazu:  „Dieses Thema muss auf die politische Agenda kommen.“ Im Mai beginnt der Banken Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB), in dessen Zuge man über erste Schritte in diese Richtung nachdenken sollte, äußerte der Bundesfinanzminister weiter.

Mit dieser Klarstellung, auch in eine andere Richtung gehen zu wollen, schloss sich Schäuble der Forderung des Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann an. Aufgrund immer mehr drohender Staatpleiten und immer neuer Hilfspakete für angeschlagene Länder, fordern Experten schon länger die Regeln zu straffen. Derzeit werden Staatsanleihen als risikolos bewertet.

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Wann könnte die Forderung umgesetzt werden?

Derzeit handelt es sich noch um eine Forderung, die allerdings durch das Führsprechen von Wolfgang Schäuble nun Fahrt aufnehmen könnte. Der Finanzminister stellte aber auch klar, dass eine stärkere Kapitalunterlegung für Staatsanleihen nur langsam eingeführt werden kann, da man die Banken auch nicht überfordern darf. Als gutes Beispiel für eine solche schrittweise Anpassung nannte er die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank.

Zufrieden ist Schäuble mit den Fortschritten zur Schaffung der Bankenunion. Die Bankenunion wird geschaffen, um eine einheitliche Aufsicht zu gewährleisten und deren Abwicklungsmechanismen unter dem Dach der EZB zu vereinen. Für den Finanzminister ist es wichtig, dass die internationale Regulierung voran geht und dass Deutschland mit Europa eine Vorbildfunktion einnimmt. Es ist noch ein weiter Weg bis das Vorhaben abgeschlossen ist, es wird aber sehr gut und erfolgreich zusammengearbeitet.

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Bankenabwicklung ist noch ein Ärgernis

Bundesfinanzminister Schäuble hofft auf eine baldige Einigung in der umstrittenen Ausgestaltung eines einheitlichen Vorgehen bei der Bankenabwicklung. In der kommenden Woche treffen sich die Finanzminister zu weiteren Beratungen. Doch bevor ein Kompromiss gefunden werden kann, muss noch beraten werden, wer die Entscheidung über eine Abwicklung treffen darf. Diesen dann gefundenen Kompromiss muss das EU-Parlament und die EU-Kommission mittragen.

EZB Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger stelle in diesem Zusammenhang klar, dass des bei den Stresstest und bei den Bilanzprüfungen keinen Kompromiss geben darf. Man muss die Chance nutzen jetzt aufzuräumen. Der Wirtschaftswissenschaftler Martin Hellwig bläst ins gleiche Horn, indem er die Banken kritisiert, die noch immer viele Leichen im Keller haben.

Interessante Studie des DIW

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat in dieser Woche eine höchst interessante Studie veröffentlicht, deren Inhalt allerdings viele Deutsche nicht überrascht. Gemäß der Studie haben die Deutschen 6,3 Billionen Euro Vermögen angehäuft, doch genau dieses Vermögen ist sehr ungleichmäßig verteilt. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2012 und stellen eine Folgestudie zum Jahr 2002 dar, so dass man einen Vergleich ziehen kann.

Der Studie zufolge besitzt das Reichste Prozent der Bevölkerung ein Vermögen von 817.000 Euro je Person. Allerdings haben auch gut ein Fünftel der Erwachsenen kein Vermögen und bei sieben Prozent der Erwachsenen sind die Schulden höher als der Besitz.

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Analyse der Bevölkerung

Die Studie brachte neben den bereits genannten Erkenntnissen noch deutlich mehr interessante Ergebnisse hervor. So haben Männer mehr Besitz als Frauen, immerhin ein Drittel. In Zahlen ausgedrückt sind es durchschnittlich rund 97.000 Euro bei Männern und rund 50.000 Euro bei Frauen. Den höchsten Besitz weisen alleinstehende Männer ab 60 Jahren auf, sie haben rund 150.000 Euro.

Auch Kinder machen den gewissen Unterschied beim Vermögen. Ein Single mit zwei Kindern hat laut der Studie ein Nettovermögen von rund 21.000 Euro, wohin gegen der Single mit einem Kind 35.000 Euro an Vermögen hat. Aber auch Paare mit Kindern verfügen über weniger Vermögen als Kinderlose. Paare mit Kind verfügen über durchschnittlich 108.000 Euro, mit einem Kind 63.000 Euro und mit zwei Kindern gerade mal über 50.000 Euro.

Auch zeigt sich wieder das fast typische Ost-West-Gefälle, so haben Westdeutsche fast doppelt so viel Besitz wie Ostdeutsche.  So hat man ermittelt, dass man in Ostdeutschland ein Vermögen von 110.000 Euro benötigt, um zu den reichsten zehn Prozent der Bevölkerung gehört. In Westdeutschland benötigt man 240.000 Euro um zu den reichsten zehn Prozent zu gehören. Aber auch in der gesamten Bevölkerung gibt es ein Vermögensgefälle von 94.000 Euro Vermögen in Westdeutschland zu rund 41.000 Euro ist Ostdeutschland. Nach genauerer Analyse der Daten konnte man zudem feststellen, dass dieses Gefälle aber erst ab Mitte 30 deutlicher entwickelt.

Arbeitslose habe im Vergleich zur Studie von 2002 deutlich weniger Vermögen als 2012. Das Vermögen ist von durchschnittlich 30.000 Euro auf rund 18.000 Euro gesunken.

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Turnaround bei der Commerzbank?

Die Commerzbank war eines der großen Sorgenkinder nach der Finanzkrise. Die nahezu historische Katastrophe ist erst wenige Jahre her und der Schock sitzt bei einigen noch tief, insbesondere bei den Anlegern. Nachdem die Bank am Rande des Zusammenbruchs war und Teilverstaatlicht wurde, sank der Aktienkurs stetig, so dass auch fast der Totalverlust drohte, sehr zum Leid der Aktionäre.

Doch nach diesen mageren und enthaltsamen Jahren kommt die Commerzbank langsam wieder auf Kurs. Die Sanierungsmaßnahmen greifen, was zur Verbesserung der Zahlen führt und den Aktienkurs wieder steigen lässt. Ein weiterer Teil des Erfolgs ist der Abbau der risikobehafteten Altlasten und die Fokussierung des Geschäfts mit Privatkunden und mittelständischen Unternehmen. Der Chef der Commerzbank, Martin Blessing, konnte bereits wichtige Teilerfolge vermelden, so wurden die relevanten Kapitalquoten schneller als geplant erhöht und die Bank schreibt wieder schwarze Zahlen.

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Viele gute Zahlen bestätigen den Trend

Die Zahlen der Commerzbank lesen sich in diesen Tagen wieder sehr gut und belegen damit den Trend, den wir eingangs bereits festgestellt haben. So hat sich das Konzernergebnis auf 78 Millionen Euro im Jahr 2013 verbessert, während man im Vorjahr noch einen Verlust von 47 Millionen Euro ausgewiesen hat. Bereits enthalten sind in diesen Zahlen bereits Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 493 Millionen Euro.

Erfreuliche Zahlen kann die Commerzbank auch beim Abbau der Immobilien-, Staats- und Schiffskredite vermelden. Schneller als erwartet konnten die Bestände in der internen „Bad Bank“, in der die Bestände lagern, abgebaut werden. Geplant war den Bestand auf 125 Milliarden Euro zu reduzieren, konnte aber den Bestand aber schon auf 116 Milliarden Euro reduzieren.

Die nach Basel 3 einzuführende harte Kernkapitalquote wurde bereits ein Jahr früher auf neun Prozent gesteigert als geplant. Sehr erfreulich ist auch, dass die Commerzbank bereits die stillen Einlagen des Bundes und der Allianz vollständig zurückführen konnte und die Kapitalbasis der Bank weiter stärken konnte.

Diese positive Entwicklung lässt den Commerzbank-Chef Blessing optimistisch in die Zukunft schauen und macht bei vielen fast vergessen, dass für diesen Erfolg auch mehrere tausend Arbeitsplätze gestrichen werden mussten.

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Gerüchte beflügeln den Aktienkurs zusätzlich

Die Zahlen der Bank sind so positiv, man sehr zuversichtlich auf den Bankenstresstest der EZB blickt. Doch es gibt trotz all der positiven Zahlen eine negative Entwicklung bei den als zukunftsträchtig erachteten Geschäftsfeldern der Kernbank. Das operative Ergebnis lag bei 1,8 Milliarden Euro, was um 28 Prozent geringer ist, als im Vorjahr. Ursache hierfür ist ein verschlechtertes Marktumfeld und gestiegene Kreditausfälle bei Mittelstandskunden.

Doch trotz der schlechteren Zahlen steigt der Aktienkurs weiter, was auf Übernahmegerüchte zurückzuführen ist, die bereits seit einigen Monaten kursieren. Die Anleger vermuten, dass strategische Investoren sich bei der Commerzbank einkaufen könnten, sobald der restliche Staatsanteil an der Bank verkauft ist. Die Gelegenheit für ausländische Investoren wäre so günstig wie nie an Deutschlands zweitgrößte Bank zu kommen und sich so in eine zentrale Marktposition im deutschen Markt einzukaufen. Genau diese Phantasie und die daraus resultierenden Gerüchte treiben den Kurs in die Höhe.

Aktueller Kurs der Commerzbank Aktie

Überziehungszinsen einfach mal abgeschafft …

Es klingt wie eine Idee, die nicht von einer Bank stammen kann, die Überziehungszinsen werden abgeschafft. Doch genau diesen Weg ist nun die ING DiBa gegangen und setzt damit Zeichen in der Bankenlandschaft. Die Direktbank hat in der momentanen Phase aber auch leichtes Spiel, sie sammelt so viele Spareinlagen ein, wie keine andere Bank auf dem deutschen Markt und kann daher solche Wege gehen.

Aber was sind eigentliche die Überziehungszinsen? Wer sein Girokonto über das vereinbarte Maß hinaus überzieht, musste bislang bei allen Banken den Überziehungszins zahlen. Ein Kunde mit einem vereinbarten Dispo-Kredit musste bei einer Überziehung also immer den Zinssatz für den Dispo zahlen und zusätzlich noch den Strafzins, wenn er den Dispo überzogen hat. Genau diesen Strafzins schafft die ING DiBa nun ab und bleibt bei einem einheitlichen Zinssatz von 7,95 Prozent bei allen Überziehungen. Die ING DiBa möchte mit dieser Maßnahme zu mehr Transparenz beitragen und so auch das Vertrauen der Kunden stärken.

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Ein Schritt in die richtige Richtung

Dem Vorstandsvorsitzenden der ING DiBa, Roland Boekhout, ist die Transparenz besonders wichtig. Daher empfiehlt er auch allen anderen Banken diesen Schritt zu machen. Viele Kunden haben das Vertrauen in Banken verloren und dies ist eine gute Möglichkeit das Vertrauen zurück zu gewinnen. Einzig die Sparda Bank München hat die Überziehungszinsen ebenfalls gestrichen und geht damit den Selben Weg wie die ING DiBa.

Für alle anderen Banken und Sparkassen sind die Überziehungszinsen selbstverständlich, denn sie sollen die Kunden erziehen, das Konto nicht über das vereinbarte Maß hinaus zu belasten. Dabei werden dem Zinssatz des Dispo noch durchschnittlich vier bis fünf Prozent oben drauf geschlagen. Wie hoch der Zinssatz allerdings ist, muss man als Kunde erfragen. Im Internet bietet kaum eine Bank eine so transparente Aussicht auf eventuell anfallende Überziehungszinsen. Die ING DiBa setzt auch hier auf volle Transparenz und legt alle Kosten und Zinsen im Internet offen.

Wenn die Banken sich in diesem Punkt weiter öffnen würden, würden sie einer Forderung der früheren Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) nachkommen. Sie wollte eine Markttransparenzstelle einrichten, die die Versteckspiele der Banken aufdecken und unterbinden sollte.

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ING DiBa auf Erfolgskurs

Die ING DiBa geht mit ihrer Rolle als Vorreiter bei der Transparenz gelassen um, denn sie befindet sich in einer sehr komfortablen Situation. Allerdings setzt sie damit auch die Konkurrenz gewaltig unter Druck, denn es geht bei weitem nicht allen Banken und Sparkassen so gut. Bei Spreinlagen kann die Direktbank hohe Zinsen zusagen und daher parken immer mehr Kunden ihr Geld direkt bei der ING DiBa. Die hohen Zinsen kann man natürlich nur zusagen, wenn man die Kosten gering hält und das ist bei einer Direktbank bekanntlich kein Problem. Im Gegensatz zur Konkurrenz von Banken und Sparkassen hat die ING DiBa kein Filialnetz und damit deutlich geringere Fixkosten.

Neukunden werden mit einem Extrazins gelockt, der etwas höher ist als der Zinssatz für die Bestandskunden. Die Bestandskunden sind darüber natürlich etwas verärgert, der Vorstandsvorsitzende verteidigt diesen Kurs aber, denn nur mit hohen Zinsen kann man Kunden locken und damit weiter wachsen.

Die Zeichen bei der ING DiBa stehen auf Wachstum. Im vergangenen Jahr hat die ING DiBa 500.000 neue Kunden für sich gewonnen und damit rund 8,1 Millionen Kunden. Im Jahr 2013 konnte die Direktbank einen Rekordgewinn von 691 Millionen Euro vor Steuern erzielen. Begünstigt wird dieser Gewinn durch eine schlanke Produktpalette, die zudem nur Online vertrieben wird. So kann man mit den rund 3.400 Mitarbeiter deutlich effektiver arbeiten, als es die Wettbewerber können. Beeindruckend ist aber auch die Summe der Spareinlagen. Im vergangenen Jahr sind die Einlagen noch weiter gestiegen, auf mittlerweile rund 104 Milliarden Euro. Erst vor gut drei Jahren ist die ING DiBa auch ins Kreditgeschäft mit deutschen Unternehmen eingestiegen. Auch dieses Geschäft ist im vergangenen Jahr gestiegen.

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Kommt bald die Ampel für Finanzprodukte?

Der Markt mit Finanzprodukten und hier insbesondere der Markt mit Wertpapieren, ist sehr unübersichtlich. Insbesondere im Bereich der Wertpapiere gibt es viel Produkte, die zum Teil so komplex sind, dass selbst erfahrene Banker nicht das Risiko auf den ersten Blick erkennen. Wie sollen also Kunden wissen was sie sich mit einer Anlage einbrocken? Abhilfe will nun die BaFin schaffen.

Die Präsidentin der deutschen Finanzaufsicht BaFin, Elke König, spricht sich für die Einführung einer Ampel für Finanzprodukte aus. Die Ampel soll verdeutlichen wie riskant ein Finanzprodukt wirklich ist. Das Rot soll für hoch riskante Produkte stehen, das Geld für weniger riskante und das Grün für Finanzprodukte mit relativ geringem Risiko. Gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“ sprach sie nicht nur über die Ampel, sondern machte gleichzeitig auch klar, dass es schwierig ist die Grenzen zu ziehen. Das Thema gehört für die Präsidentin auf die Agenda und muss einer ausführlichen Prüfung unterzogen werden. Am Ende kann dabei natürlich auch ein „Schubladendanken“ für Finanzprodukte heraus kommen.

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Anleger sollen besser geschützt werden

Die Idee mit einer Ampel ist nicht ganz neu, hat aber neuen Wind durch die Insolvenz von Prokon erhalten. Das Unternehmen hat durch den Verkauf von Genussrechten an rund 75.000 Anleger etwa 1,4 Milliarden Euro eingenommen. Viele der Anleger wissen noch immer nicht, ob sie ihr Geld je wiedersehen.

Die BaFin konnte zwar sehen, dass es zu Missständen kommen würde, allerdings waren ihr die Hände gebunden und sie konnte nicht weiter einschreiten. Daher fordert die BaFin eine stärkere Regulierung durch die Politik. Auch muss man sich überlegen welche Finanzierungsformen in Zukunft unter Aufsicht gehören und wie diese vertrieben werden dürfen. Dazu gehört auch, dass man die Werbung über Flugblätter und über Werbung in Straßenbahnen überdenken muss. Zudem muss die Rolle von professionellen Beratern gestärkt werden.

Die Politik hat die Problematik auch schon erkannt. So hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bereits angekündigt, dass es Verbesserungen im Verbraucherschutz geben wird. Gegenüber dem „Handelsblatt“ äußerte er bereits Ende Januar, dass die Grauzone im Finanzmarkt besser reguliert und beaufsichtigt werden muss. Zudem ist es wichtig den Fall Prokon genau aufzuarbeiten.

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Das Schattendasein der Kreditkarte

Die Kreditkarte ist eines der beliebtesten Zahlungsmittel, nur nicht in Deutschland. Dabei liegen die Vorteile einer Kreditkarte auf der Hand. Durch viele Akzeptanzstellen in Deutschland und in anderen Ländern ist das Bezahlen von Waren und Dienstleitungen sehr einfach und man braucht auch nicht in eine fremde Währung Bargeld tauschen. Bargeldloses bezahlen ist einfach und bequem.

Die Anbieter von Kreditkarten koppeln die Karten zudem noch mit umfangreichen Versicherungsleistungen, wie eines Reiserücktrittsversicherung und einem Auslandsreisekrankenschutz. So werden die Kreditkarten noch attraktiver und schützen den Kunden gegen eventuelle Risiken bei einem geplanten Urlaub im Ausland.

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Die Prepaid Kreditkarte

Da die Kreditkarte einen Kredit darstellt, dürfen Minderjährige keine Kreditkarte besitzen, oder nur in ganz wenigen Ausnahmen, die die jeweiligen Anbieter festlegen. Die Prepaid Kreditkarte ist eine gute Alternative für alle Minderjährigen und Personen mit schlechter Bonität. Die Prepaid Kreditkarte wird mit einem Guthaben aufgeladen und kann dann wie eine „normale“ Kreditkarte eingesetzt werden. So wird es ermöglicht im Internet einzukaufen, oder auf einer Klassenreise flexibel bei der Bezahlung zu sein.

Soweit die Theorie, doch in der Praxis scheint es auch mit Prepaid Kreditkarten möglich zu sein ins Minus zu rutschen, sprich man kann mehr Verfügen als Guthaben auf der Karte ist. Dies ist allerdings nicht ohne weiteres möglich, sondern meist nur in Verbindung mit einer von Banken erhobenen Gebühr, beispielsweise wenn Bargeldverfügungen mit einer Gebühr versehen sind.

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Prepaid Kreditkarten im Test

Die Verbraucherzentrale NRW hat mehrere Kreditkartenanbieter getestet und kam zu dem Ergebnis, dass die bereits beschriebene Möglichkeit zur Überziehung der Prepaid Kreditkarte tatsächlich existieren. Die Vertragsbedingungen weisen zudem auf diese Möglichkeit hin und verwundern daher die Verbraucherschützer. Exemplarisch wurden daher drei Kreditinstitute schriftlich abgemahnt. Bei der Commerzbank und bei der PSD Bank Rhein Ruhr eG haben die Verbraucherschützer Erfolg gehabt. Beide Banken gaben eine unterschriebene Unterlassungserklärung abgegeben.

Die Hamburger Sparkasse hat eine entsprechende Unterlassungserklärung ausgeschlossen, wodurch der Fall nun vor dem Kadi landet. Das Gericht soll nun prüfen, ob eine Überziehung mit der Prepaid Kreditkarte überhaupt zulässig ist.

Die Verbraucherzentrale NRW ist der Meinung, dass die Klauseln, die eine Überziehung möglich machen unwirksam sind. Dies hätte zur Folge, dass Ansprüche gegen den Karteninhaber aus einer Überziehung nicht zulässig sind. Dies betrifft besonders zusätzliche Kosten wie Zinsen und andere Entgelt. Zudem weist die Verbraucherzentrale darauf hin, dass Minderjährigen nur Darlehen nach gerichtlicher Genehmigung gewährt werden dürfen.

Wie ist die Zukunft im Filialnetz der Banken und Sparkassen?

Immer mehr Entlassungswellen beherrschten die Schlagzeilen in den vergangenen Wochen und Monaten. Nach der Finanzkrise wurden und werden die Banken und Sparkassen in enge Leitplanken gedrückt. Die strengen Vorschriften bei der Anlageberatung, die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt und der allgemein härter werdende Wettbewerb erhöhen zudem den Druck auf Banken und Sparkassen. Dies erhöht auch die Notwendigkeit von umfassenden Sparmaßnahmen, denen nicht zuletzt die Mitarbeiter zum Opfer fallen. Mit fehlenden Mitarbeitern ist aber auch das bestehende Filialnetz nicht immer zu halten, zumal jede Filiale auch weitere Kosten verursacht. Filialschließungen sind die Folge und damit auch der Service in der Fläche. Diese Nachricht ist für Kunden der Commerzbank und der HypoVereinsbank nichts Neues oder unbekanntes. Auch immer mehr Sparkassen und Genossenschaftsbanken müssen ihr flächendeckendes Filialnetz überdenken und kostengünstigere Methoden zur Kundenberatung entwickeln.

Banken und Sparkassen setzen daher vermehrt auf das Internet und ein umfangreiches Onlinebanking. Fraglich ist und bleibt allerdings, ob die Kunden diesen Wandel auch so mitgehen wollen. Dabei geht die Entwicklung in diesem Bereich immer weiter. Die HypoVereinsbank übernimmt dabei eine absolute Vormachtstellung. In den kommenden zwei Jahren soll gut die Hälfte der 600 Filialen in Deutschland geschlossen werden, damit man aber dennoch immer für den Kunden erreichbar ist und eine „persönliche“ Beratung geben kann, wird zunehmend auf Technik wert gelegt. Die Videoberatung soll quasi das persönliche Gespräch ersetzen und so noch den Eindruck einer persönlichen Beratung erwecken.

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Ist der neue Weg richtig?

Wie wir bereits berichteten, wollen die Kunden immer mehr Onlinebanking, aber nicht unbedingt wenn es um die persönlichen Finanzangelegenheiten geht. Gerade bei sensiblen Themen, wie der Geldanlage, wünschen vielen Kunden noch das klassische Beratungsgespräch in der Filiale. Auch zukunftsweisende Themen wie die Altersvorsorge oder die Baufinanzierung werden lieber mit einem Berater „aus Fleisch und Blut“ besprochen. Die Beratung in den eigenen 4-Wänden gewinnt dabei für viele Banken und Sparkassen immer mehr an Bedeutung. Unabhängige Finanzberater und Versicherungsvertreter sind schon seit Jahrzehnten beim Kunden und beraten ihn dort, wo er sich am wohlsten fühlt. Vielen Banken und Sparkassen richten ihren Vertrieb erst jetzt in diese Richtung aus, vernachlässigen manches mal aber die Technik, so müssen sie mit älteren Laptops und ganz einfachen Smartphones arbeiten, oder gar nur mit Papier. Dies kann bei Kunden allerdings zu Verwunderungen führen und wirkt sich vielleicht sogar negativ auf eine Produktentscheidung aus. Banken und Sparkassen müssen also mehr in die Technik investieren.

Technisch affine Mitarbeiter, die sich um die ideale Technik kümmern, werden daher für Kreditinstitute immer wichtiger. Aber auch pfiffige Programmieren können sich unter Umständen auf eine lukrative Anstellung in Banken und Sparkassen freuen, denn auch wenn die persönliche Beratung noch immer favorisiert wird, muss die technische Infrastruktur in Kreditinstituten stimmen und auch die Homepage muss immer mehr bieten als nur Werbung.

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Was wird aber aus meiner Filiale „um die Ecke“?

Man kann jetzt schon sagen, dass die Filiale „um die Ecke“ nicht aussterben wird. Die Nähe zum Kunden ist einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Bank und Sparkasse. Allerdings muss man sich als Kunde schon etwas umstellen. Filialen in kleinen Ortschaften könnten durch Technik ersetzt werden, oder gar ganz verschwinden. Auch Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die für ihre besondere Nähe zum Kunden bekannt sind, müssen diesen Weg mitgehen und oftmals Filialen schließen oder Öffnungszeiten verkürzen.

Die deutschlandweit arbeitenden Großbanken gehen wiederum einen anderen Weg. Kleinere oder unprofitable Filialen werden geschlossen und Filialen in Innenstädten werden dafür ausgebaut. In diesen strategisch besonders wichtigen Filialen wird es auch Änderungen bei den Öffnungszeiten geben, ganz zum Vorteil der Arbeitnehmer. Die Commerzbank testet derzeit in einer Berliner Filiale die Öffnungszeit von acht Uhr morgens bis halb acht Abends. Auch dies kann ein guter Weg in die Zukunft sein. Jede Bank und Sparkasse wird sich eine Strategie ausdenken müssen, um nah beim Kunden zu sein, gleichzeitig aber auch Kosten sparen zu können.