Der Dax weiter im Aufwind

Die Sorgen rund um die Krim-Krise lassen langsam nach und die Börse dankt es. Der Dax kannte daher in der vergangenen Woche nur den Weg nach oben und legt um 2,61 Prozent auf 9.587,19 Punkte zu. Einige Experten halten es für möglich, dass der deutsche Leitindex in der kommenden Woche auf einen neuen Rekordstand klettern kann. Andere wiederum zweifeln, weil sie die Gewinne der Unternehmen als zu schwach einschätzen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und der amerikanische Arbeitsmarkt könnten den Dax weiter beflügeln. Ein Anzeichen dafür kann sein, dass Spekulationen auf noch billigeres Geld der EZB, den Dax noch deutlich steigen ließen. Grundlage der Spekulation sind überraschend niedrige Teuerungen in Europa.

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Weiterhin Angst vor der Deflation

Die Stimmung an den Börsen ist so gut wie selten zuvor. Einige Beobachter sind optimistisch, dass diese Stimmung auch weiter anhält, zumal störende Faktoren, wie die Krim-Krise, sind allmählich abschwächen. Ein Anhaltspunkt für diese These ist, dass Anleger jede kleine Kurssenkung als Kaufsignal verstehen und sofort zuschlagen. Dies hält die Kurse oben und lässt sie auch weiter steigen. Die magische 10.000 Punkte Marke wird zu Ostern angepeilt und kann auch erreicht werden, wenn die Konjunkturseite weiterhin Rückenwind liefert.

Eher alarmierende Signale kamen hingegen aus Spanien. Europas viertgrößte Volkswirtschaft war im März erstmals in die Deflation gerutscht und hatte damit viele Experten überrascht, obwohl die Spanier schon länger mit niedrigen Teuerungsraten gekämpft hatten. Und auch in Deutschland gab es die niedrigste Teuerung seit August 2010, was auch Experten hellhörig werden lässt. Es wird daher nicht für unmöglich gehalten, dass die EZB in der kommenden Woche stützende Maßnahmen ergreift und das günstige Geld der EZB könnte dann auch wieder die Aktienkurse steigen lassen.

All diesen Spekulationen zum Trotz, hat doch die EZB das letzte Wort. Am kommenden Donnerstag wird EZB Präsident Mario Draghi wird vor die Kameras treten und die zukünftige Geldpolitik der EZB verkünden.

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Normalisierung am amerikanischen Arbeitsmarkt

In der kommenden Woche wird auch der amerikanische Arbeitsmarkt in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Am Mittwoch stellt der private Dienstleister ADP seine Zahlen vor, ehe am Donnerstag die Zahlen der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bekanntgegeben werden. Am Freitag werden von der „Non-Farm-Payroll“ die Zahlen zur Beschäftigungsentwicklung im März veröffentlicht. Für viele ist dies der wichtigste Termin in der Woche. Experten schätzen, dass sich die Arbeitsmarktzahlen der weltgrößten Volkswirtschaft wieder normalisieren dürften.

Marktbeobachter haben sich zudem den Dienstag im Kalender angestrichen, denn an diesem Tag werden der chinesische und europäische Einkaufsmanagerindex, sowie die deutschen Arbeitslosenzahlen veröffentlicht. Auf veröffentlichen von einige Firmen aus „der zweiten Reihe“ ihre Geschäftszahlen. Diese könnten auch Einfluss auf den Dax und dessen Kursentwicklung haben. Entsprechend schenken ihnen einige Experten eine sehr hohe Aufmerksamkeit.

Geldanlage für Genießer

Viele Anleger sind immer wieder auf der Suche nach interessanten und lukrativen Geldanlagen. Nun findet eine Anlage den Gefallen vieler Anleger, die bislang kaum beachtet wurde, der Genussschein von Weingütern. Vor gut 20 Jahren kam die Winzerin Sybille Kuntz auf die Idee Genussscheine aufzulegen, um ihre Expansionspläne auf ihrem Gut voran zu treiben, ohne von Banken abhängig zu sein. Damals waren es Unternehmer, die Probleme mit den Banken kannten und investieren wollten. Heute gibt es zahlreiche Weingüter die Genussscheine als Investment anbieten und jeder Anleger mit dem nötigen Kleingeld kann einsteigen.

Das besondere bei der Anlage in Genussscheinen von Weingütern ist allerdings nicht der Erwerb der Genussscheine, sondern die Auszahlung der Zinsen. Anders bei „klassischen“ Genussscheinen werden Zinsen in Weinflaschen ausgezahlt. Der Anleger erhält einen regulären Zinssatz, allerdings erhält er den Gegenwert in Weinflaschen ausgezahlt, anstatt einer Gutschrift auf seinem Konto. Die Auszahlung der Zinsen wird so also zum reinsten Genuss.

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Sind die Genussscheine eine richtige Geldanlage?

Grundsätzlich sind Genussscheine eine richtige Geldanlage, allerdings eine sehr riskante, denn bei der Insolvenz eines Weinguts werden die Genussscheine nachrangig zu anderen Schuldnern bedient. Für den Anleger kann dies also im schlechtesten Fall einen Totalverlust bedeuten. Entsprechend warnen einige Verbraucherschützer vor dieser Anlage. Den Anlegern muss klar sein, in welch riskante Anlage sie ihr Geld anlegen. Dass dies bei Genussscheinen nicht immer der Fall ist, zeigte zuletzt die Insolvenz von Prokon, bei dem viele Anleger einen Totalverlust erlitten haben.

Dass Genussscheine von Winzern keine richtige Geldanlage sind, meinen viele Experten der Weinbranche. Sie sind aber der Meinung, dass es sich hierbei um ein sehr gutes Marketing Instrument handelt, das die Kunden an den jeweiligen Winzer bindet. Die Experten empfehlen Anleger daher, dass sie sich vor dem Investment für einen Winzer entscheiden, dessen Weine sie auch mögen.

Den Anlegern ist zu empfehlen, dass sich nicht nur über die Weine des Winzers informieren, sondern auch über das geplante Investment. Die Winzer legen ihre Genussscheine meist gezielt auf, um spezielle Projekte zu finanzieren. So wollen einige neue lukrative Weinberge erschließen, ihre Keller erweitern, oder einfach nur die teure Arbeit auf einigen Weinbergen finanzieren.

Auf den Zug mit dieser speziellen Auszahlung von Zinsen sind nun auch Firmen anderer Branchen aufgesprungen. So überlegt derzeit ein Matratzenfabrikant seine Kunden mit seinen Schlafstätten zu entlohnen. Auch sollen Blumenhändler und Brauereien bereits Interesse bekundet haben.

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Europas Banken auf dem Weg aus der Krise

Weltweit haben die Banken nach der Finanzkrise viele Rückschläge einstecken müssen. Lieb gewonnene Freiheiten wurden eingeschränkt, die Basel Richtlinien wurden verschärft und in regelmäßigen Stresstests müssen die Banken beweisen, dass sie auch in Krisenzeiten kein Risiko darstellen. Auch die Aktien der unterschiedlichen Banken haben gewaltig gelitten und mussten teils gewaltige Kursverluste hinnehmen.

Doch nun scheint sich langsam eine Trendwende abzuzeichnen. Fast unbemerkt sind die Kurse vieler Bankaktien gestiegen, so dass viele Anleger den Anschluss verpasst haben. Doch nun sind die Kurse mancher Banken schon zu hoch, um noch auf den Zug aufzuspringen. Insbesondere die Banken aus der Europeripherie haben in der Gunst der internationalen Investoren stark zugelegt. Damit gemeint sind aber nicht ausschließlich die großen Banken aus Frankreich, Italien und Spanien, sondern auch viele kleine Banken unterschiedlicher Länder.

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Die bisherigen Gewinner

Ein sehr wechselhaftes Jahr verlebt die Banco Santander aus Spanien. Zwar stehen Erträge von fast 40 Milliarden Euro in den Büchern, dem gegenüber stehen rund 11 Milliarden Euro für Wertberichtigungen auf schlechte Kredite gegenüber. Doch trotz der Belastungen konnte ein Reingewinn von 4,4 Milliarden Euro erwirtschaftet werden und der Marktwert stieg auf mehr als 70 Milliarden Euro.

Mit diesem Marktwert ist die Banco Santander hinter der britisch-asiatischen HSBC die wertvollste Bank in Europa. Auf dem Papier ist der Marktwert der irischen Allied Irish Bank noch höher als von der Banco Santander. Die Allied Irish Bank befindet sich allerdings zu 99,8 Prozent in Staatsbesitz. Freie Aktien befinden sich kaum auf dem Markt, wodurch sich kein seriöser Marktwert ermitteln lässt.

Gewinner sind aber auch die vielen kleinen oder kleineren Bankhäuser, die durch Investoren gestützt werden. Ein Viertel aller notierten italienischen Bankaktien befinden sich heut in der Hand amerikanischer Investoren. Amerikanische Hedgefonds und Investoren haben sich zudem Priäus Bank eingekauft und in unterschiedliche spanische Banken. Beim Verkauf von Anteilen der spanischen Bankia griffen nahezu 100 internationale Großanleger zu. An der Börse ist die Bankia inzwischen mehr wert als die Commerzbank. Auch die griechische Piräus Bank konnte kürzlich Anleihen im Volumen von 500 Millionen Euro erfolgreich platzieren.

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Die Ursachen für die gute Entwicklung

Von Verlierern kann man bei der derzeitigen Entwicklung nicht sprechen, da fast alle Banken auf Erfolgskurs sind. Nach der Finanzmarktkrise wurden die Banken durch zahlreiche und unterschiedliche Rettungspakete gestützt. Dabei spielten neben den nationalen Programmen auch Hilfen der Europäischen Zentralbank eine wichtige Rolle. So konnten nicht nur die Bankhäuser gestützt werden, sondern auch der Euro wurde stabilisiert. Durch die Senkung des Leitzinses konnten die Banken günstig Geld aufnehmen und an Unternehmen weitergeben. Dadurch konnte die Wirtschaft in den Eurostaaten angekurbelt werden, wovon auch wieder die Banken profitieren.

Die Börsen honorieren aber nicht nur die Gewinne von Banken, sondern honorieren auch Anstrengungen der Banken. Viele Bankhäuser haben ihre Abhängigkeit von Kapitalmarktfinanzierungen reduziert und so zu ihrer Krisenfestigkeit beigetragen. Zudem haben sie sich von nicht strategischen Betriebsteilen getrennt und so Kosteneinsparungen generiert. Auch diese Maßnahmen wurden mit Kursgewinnen an den Börsen honoriert.

Viele Aktienbewertungen von Banken sind sehr hoch geworden, so dass Experten sich fragen, wann diese Hausse enden wird. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis vieler Aktien liegt bei 15 bis 20, was die Aktien im historischen Vergleich teuer macht. Da viele Banken in Schwellenländer investiert haben und deren wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen Monaten gelitten hat, könnte sich dies auch auf die Kursentwicklung der Bankaktien auswirken.

Im Wettrennen um die Gunst internationaler Anleger hat die Deutsche Bank an Boden verloren. Man strebt zwar noch immer eine Spitzenposition unter den führenden Universalbanken der Welt an, allerdings muss man sich im operativen Geschäft noch erheblich steigern. Auf den Aktienkurs drücken zudem die vielen Sondereinflüsse, die derzeit die Deutsche Bank belasten.

Aktienkurs Deutsche Bank

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Börsenweisheiten auf dem Prüfstand

Es gibt viele Börsenweisheiten, die den Anlegern als Orientierung dienen sollen. Doch in diesen Tagen, in denen die Krim Krise auch die Aktienmärkte erreicht, können sich diese Weisheiten beweisen. So gibt es zum Beispiel die Weisheit „Kaufen, wenn die Kanonen dauern“. Dieser Ratschlag besagt, dass ein Anleger in Krisen- und Kriegszeiten Aktien kaufen soll, besonders nachdem die Kurse abgestürzt sind.

Am heutigen Sonntag wird auf der Krim über deren Zukunft abgestimmt. Egal wie die dortige Bevölkerung abstimmt, die Krise zwischen der EU und Russland spitzt sich zu und wird zu einem explosiven Gemisch. Die klare Positionierung der USA, die sich ebenfalls hinter die neue Regierung der Ukraine stellt, trägt nicht unbedingt zur Entspannung bei. Doch auch wenn es noch keinen Krieg gibt, greift die Kriegsangst um sich. Besonders der Dax hat die Ängste der Anleger in der vergangenen Woche zu spüren bekommen. Um gute fünf Prozent sackte der Kurs in der vergangenen Woche ab, auf zeitweise unter 9.000 Punkte. Im Vergleich zum Allzeithoch im Januar macht dies einen Unterschied von gut 800 Punkten aus.

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Nicht nur die Krim Krise ist schuld

Im März 2009 begann eine Rally an den Aktienmärkten, die nun ihren Höhepunkt erreicht hat. Denn nicht nur die Krim Krise bremst die Kurse aus, auch die Firmen machen weniger Gewinne machen. Mittlerweile haben die meisten Dax Konzerne ihre Zahlen vorgelegt und gemäß der Analysten der Commerzbank, haben gut ein Drittel der Konzerne ihre Erwartungen verfehlt. In der kommenden Woche stellen mit HeidelbergCement und der Münchener Rück noch zwei weitere Dax Konzerne ihre Ergebnisse vor.

Allerdings sind auch hier die Aussichten der Analysten nicht sehr optimistisch. Im Schnitt verdienen die Firmen im Dax weniger als im Jahr zuvor, wobei der Dax aber einen Kursgewinn von gut 25 Prozent verzeichnen konnte. Experten zufolge muss sich dieses Missverhältnis irgendwann ausgleichen. Auf lange Sicht weisen Unternehmensgewinne und Aktienkurse immer den gleichen Weg auf. Der Anlass für die Anleger ihre Aktien zu verkaufen und die Gewinne mitzunehmen, scheint nun gefunden. Für Experten ist es aber noch zu früh sich wieder mit Aktien einzudecken und der eingangs erwähnten Börsenweisheit zu folgen.

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Zinsen und Gold

In dieser Woche wird sich die Fed wieder zu Wort melden und ihre weitere Politik bekannt geben. Wenn sich am Mittwoch deren Chefin Janet Yellen äußert, wird sie vermutlich die weitere Reduzierung der Wertpapierkäufe ankündigen. Interessanter wird aber die Äußerung zum Leitzins sein. Zwar hat die Fed im Dezember 2012 angekündigt die Leitzinsen nicht zu erhöhen, bis die Arbeitslosenquote bei über 6,5 Prozent liegt, allerdings ist dieser Wert bald erreicht. Eine Änderung in der Zinspolitik wird allerdings von Experten nicht erwartet.

Das Gold war wird in diesem Jahr wieder interessanter für Anleger. Dies lässt sich zumindest am Wertzuwachs sein Jahresbeginn ablesen. Um gut 14 Prozent hat das Edelmetall bisher zugelegt, es wird aber ein noch weiterer Kursgewinn erwartet, da Gold ja bekanntlich die sicherste Krisenwährung ist.

Kurs des Dax

Goldpreis

Lebensversicherer in der Krise?

Die Lebensversicherer sind in einer gewissen Krisenstimmung. Ihr Produkt, die Lebensversicherung, wird für Kunden immer unattraktiver. Schon im vergangenen Jahr blieben die Kunden merklich weg. Wie der Geschäftsführer von Hoensch und Partner, Carlos Reiss, gegenüber der „Frankfurter Allgemeine (FAZ)“ sagte, hatte man schon im vergangenen Jahr 15 Prozent weniger laufende Beitragszahlungen. Man konnte diese Zahl aber durch Verträge mit Einmalzahlung noch so eben ausgleichen. Die Entwicklung ist aber schon beunruhigend.

Im Laufe der Woche sorgte der Branchenverband GDV allerdings für weitere Unruhe. Der Verband plädiert dafür, dass der Garantiezins für neu abgeschlossene Verträge von derzeit 1,75 Prozent weiter gesenkt werden sollte. Ab 2016 könnte dies nun der Fall sein, denn technisch sei eine frühere Umstellung kaum möglich, zumindest wenn man den Worten des GDV Präsidenten Alexander Erdland glauben schenkt.

Damit würde dann aber auch die Attraktivität der Lebensversicherung weiter geschwächt werden. Zwar bleibt das Versprechen der Versicherer gleich, die Versicherungsnehmer sollen vor dem Auf und Ab der Finanzmärkte weiter geschützt werden, aber der verlässliche Garantiezins wird sinken. Damit schwindet auch die Rendite. Bei dem bisher recht hohen Garantiezins war es den Kunden zwar relativ egal, wie die Rendite erwirtschaftet wurde, nun könnte diese Frage aber doch etwas mehr in den Mittelpunkt rücken.

Dass die Lebensversicherung immer uninteressanter wird, zeigen nicht nur die eingangs genannten Zahlen von Hoensch und Partner aus Frankfurt, auch der Branchenverband GDV bestätigt das Bild mit den Branchenzahlen. Das Neugeschäft mit regelmäßigen Beiträgen ist um 13,1 Prozent gesunken, allein im vergangenen Jahr. Dagegen sind die Verträge mit Einmalzahlungen um 14,2 Prozent gestiegen. So ist dann auch in der Gesamtheit die Beitragseinnahmen der Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

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Derzeit profitieren die Versicherungsnehmer

Versicherungsnehmer deren Policen derzeit fällig werden oder die kündigen, profitieren von den gesunkenen Zinsen der vergangenen Jahre. Viele der Versicherer haben ihre Anleihenbestände noch kurz vor, oder kurz nach der Finanzkrise aufgestockt. Die damals emittierten Anleihen haben noch Kupons von 4 oder 5 Prozent. Wenn Anteile dieser Anleihe derzeit verkauft werden sollen, sind sie sehr gefragt. Dies liegt nicht zuletzt an den Kupons von derzeit emittierten zehnjährigen Bundesanleihen, die gerade mal 1,6 Prozent ausschütten.

Dies hat allerdings auch Nachteile für die Bewertungsreserve der Versicherer, die durch die hoch bewerteten Anleihen auch entsprechend im Wert gestiegen sind. Um genau diese Bewertungsreserve und deren Auszahlung gibt es derzeit Streit zwischen der Bundesregierung und den Vertretern der Versicherungsbranche. Beide Seiten schlagen unterschiedliche Verteilungen der Gelder vor, damit die Versicherungsnehmer nicht benachteiligt werden. Allerdings könnten die Streitigkeiten um die Bewertungsreserven bald beendet sein. Wenn die Zinsen niedrig bleiben, werden die Bewertungen bald aufgezehrt sein. Immer mehr alte Hochprozenter werden fällig und der Buchwert der Reserve dadurch wieder sinken. Sollten die Zinsen gar steigen, müsste man bald unter anderen Vorzeichen diskutieren. Diese Diskussion muss aber scheinbar nicht so schnell geführt werden.

Kann ich mit dem Handy bezahlen?

Das Handy ist unser ständiger Begleiter. Nach einer aktuellen Statistik haben neun von zehn Deutschen über 14 Jahren ein eigenes Handy, was sie auch größtenteils immer mit sich führen. Da liegt es nahe, dass man es auch als elektronische Geldbörse nutzen kann. Diese Idee ist nicht neu, sondern wird schon seit Jahren verfolgt. Auch wurden und werden von Händlern spezielle Bezahlterminals angeschafft, damit man den Kunden diesen Service bieten kann. Allerdings nutzen die Deutschen diese Möglichkeit kaum. Nach einer aktuellen Befragung nutzen gerade einmal 13 Prozent der Deutschen entsprechende Bezahldienste, während es in anderen Industrieländern 20 Prozent sind. Führend sind die Entwicklungsländer in denen noch deutlich mehr Zahlungen mit den Handy abgewickelt werden.

Für einige Experten kommt dies nicht überraschend, denn die Deutschen sind nicht besonders experimentierfreudig. Selbst die praktische Kreditkarte wird nur recht selten genutzt, überwiegend wegen Sicherheitsbedenken. Die Ursache kann aber auch im dichten Bankennetz in Deutschland gesucht werden, denn an nahezu jeder Ecke findet man eine Bank, eine Sparkasse oder zumindest einen Geldautomaten. In anderen Ländern findet man dagegen nur alle paar Kilometer eine Bank, wodurch die Menschen darauf angewiesen sind, sich alternative Zahlungsmethoden zu suchen. Da das Handy für viele Menschen weltweit unverzichtbar ist, nutzen die Menschen dort entsprechende Zahlungsdienste deutlich öfter. In vielen Ländern sind die monatlichen Umsätze mit der Kreditkarte im Übrigen nur unwesentlich höher, als mit dem Handy.

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Standards müssen gefunden werden

Viele Anbieter versuchen derzeit auf dem Markt Fuß zu fassen und bieten interessante und innovative Möglichkeiten zur Nutzung des Handys zur Zahlung. Dies sind allerdings immer nur Insellösungen, so dass auch jeder Supermarkt und jeder Laden ein anderes Bezahlprogramm hat. Das ist nicht nur umständlich, sondern führt auch bei den Kunden zu Irritationen und vor allem Schwierigkeiten. Derzeit gibt es fünf bekannte Möglichkeiten zur Rechnungsbegleichung an den Kassen. Bei den Kunden kommt so halt Skepsis auf, was man ihnen auch nicht verdenken kann. Auch der Handel ist skeptisch, denn immer neue Zahlungsmethoden bedeuten unter umständen neue Kassensysteme und damit immer neuen Kosten.

Da kommt es einigen Skeptikern sehr gelegen, dass auch große Anbieter wie PayPal, Mastercard oder Google in diesen Markt einsteigen wollen. Sie könnten mit ihrer Marktmacht einen einheitlichen Standard einführen und so die bestehenden Ängste zerschlagen. Die Mastercard hat ihr System bereits auf der Mobilfunkmesse in Barcelona vorgestellt, unterstützt wird dieses von der Telekom, Vodafone und O2. Google versucht hingegen sein bestehendes System „Wallet“ weiter zu pushen, während PayPal an einer Lösung zum abfotografieren des Strichcodes arbeitet.

Welche dieser Lösung sich durchsetzen wird, steht noch in den Sternen und ebenfalls fraglich ist, ob die Systeme die Deutschen motivieren können ihre geliebte EC-Karte oder das Bargeld in der Tasche zu lassen.

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Mutter und Tochter wachsen enger zusammen

Die Deutsche Bank und deren Tochter, die Postbank, könnten unterschiedlicher kaum sein. In der Filiale der Deutschen Bank erwartet den Kunden die typische Bankatmosphäre, während man bei der Postbank zwischen Briefmarken und Paketen noch ein Girokonto bekommen kann. Momentan sind die Unterschiede auch hinter den Kulissen zu sehen, doch das soll sich in Zukunft ändern, denn da möchten sich beide Banken deutlich näher kommen. Vor gut drei Jahren hat die Deutsche Bank die Postbank übernommen und möchte nun die Integration nun weiter vorantreiben, dabei sollen aber beide Banken als eigenständige Marken bestehen bleiben. Bei diesem Projekt kann es daher nur um die Prozesse im Hintergrund gehen, also genau die Abläufe, die der Kunde nicht sieht.

Um diesem Vorhaben auch die nötige Würdigung zu verleihen, wird es Bankenintern auch gerne als „Projekt Powerhouse“ genannt. Im Frühjahr diesen Jahres konnte ein sehr wichtiger Meilenstein erreicht werden. Zum 1. April kann das gemeinsame Back-Office Bereich der beiden Banken seine Arbeit aufnehmen. In diesem Bereich werden das Callcenter, Kreditsachbearbeitung bei Baufinanzierungen und weitere Sachbearbeitungsthemen vereint. Unter dem gemeinsamen Dach finden rund 10.000 Mitarbeiter eine Arbeit. 4000 Mitarbeiter sollen von der Deutschen Bank kommen und 6000 von der Postbank.

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Effizienz steht im Vordergrund

Das große Stichwort bei der Umsetzung des Projekts lautet Effizienz. Gemeinsam mit dem Software Riesen SAP eine völlig neue Computer Plattform geschaffen werden. Diese Software ersetzt die beiden bisherigen Einzellösungen der Geldhäuser und lässt so einfaches und effizientes Arbeiten zu. Bei der Entwicklung ließ sich die Deutsche Bank offensichtlich von der Santander Bank informieren, die durch eine neue Software-Lösung Kosten einsparen konnte.

Aber nicht nur durch eine vereinheitlichte Software will man Kosten sparen. Durch die Integration der Postbank will die Deutsche Bank rund 770 Millionen Euro einsparen. Rund zwei Drittel dieser Einsparungen sollen bereits realisiert worden sein. Dabei geht der größte Posten zurück auf Personaleinsparungen. Mehr als 1000 Stellen sind bereits in den vergangenen drei Jahren bereits gestrichen worden und der Sozialplan für einen weiteren Stellenabbau wurde bereits mit dem Betriebsrat verhandelt. Um wie viele Stellen es sich handeln soll ist nicht bekannt, man wolle aber einen großen Teil der Stellen durch ein freiwilliges Vorruhestandsangebot abbauen.

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Neue Mitarbeiter mit neuen Verträgen

Das Vorruhestandsangebot ist in den Augen der Verantwortlichen so gut, dass mehr Mitarbeiter dieses annehmen, als geplant. Sollten neue Mitarbeiter eingestellt werden, erhalten diese andere Verträge als die Kollegen. Bei der Service GmbH erhalten neue Mitarbeiter wohl keine Verträge nach Bankentarif, da dieser nach Meinung der Verantwortlichen nicht angemessen ist. Man wolle aber auch kein Lohn-Dumping betreiben und die neuen Kollegen angemessen entlohnen. Eventuellen Forderungen von Gewerkschaften möchte man so vorbeugen.