Ein Urteil mit Signalwirkung

Vielen Bankberater ächzen schon jetzt unter der sehr hohen Last, die bei einer Beratung auf ihnen lastet. Besonders wenn man Kunden im Bereich der Wertpapiere beraten möchte, muss der Berater ein ausführliches Protokoll schreiben und dieses auch von den Kunden gegenzeichnen lassen. Und dennoch kann ihnen Ärger drohen, denn im Zweifel bekommt der Kunde immer Recht. Früher waren solch harte Vorschriften noch nicht notwendig, doch dies kann den Beratern und damit ihren Arbeitgebern nun teuer zu stehen kommen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sein Grundsatzurteil zur Aufklärungspflicht von Banken weiter ausgeweitet. Betroffen sind in diesem Fall die offenen Immobilienfonds, die viele Kunden für ein ausgewogenes Produktportfolio in ihren Depots halten. Betroffen von diesem Urteil ist nun die Commerzbank, die einer Kundin mehr als 22.000 Euro Schadenersatz zahlen muss.

684068_web_R_K_B_by_Lupo_pixelio.de Bildquelle: © Lupo/pixelio.de

Was ist der Hintergrund dieser Entscheidung?

Offene Immobilienfonds investieren das Geld der Anleger in verschiedene Immobilien, die wirtschaftlich genutzt werden, zum Beispiel Bürogebäude oder Shopping-Center. Grundsätzlich können die Kunden ihre Anteile an den Fonds zurückgeben und so Geld zurück erhalten. Doch wenn es finanziell Eng wird, haben Immobilienfonds auch die Möglichkeit, die Rücknahme der Anteile zeitweise auszusetzen.

Gemäß dem Urteil des BGH, muss die Bank ihren Kunden ungefragt auf dieses Risiko hinweisen, sofern sie dem Kunden einen offenen Immobilienfonds zur Anlage empfohlen hat. Wird dies versäumt, handelt es sich um einen Beratungsfehler, der wiederum zu einer Schadensersatzpflicht führen kann.

Laut dem BGH können Anleger laut Gesetz Fondsanteile jederzeit zu einem festgelegten Rücknahmepreis an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Dieser Grundsatz wird durch die Aussetzung unterbrochen, worauf der Kunde bereits vor seiner Anlageentscheidung hingewiesen werden muss. Dies ist aber besonders wichtig, denn wenn die Rücknahme ausgeschlossen ist, kann der Kunde seine Anteile nur über die Börse verkaufen, dies aber nur mit deutlichen Kursabschlägen. Ob eine solche Aussetzung schon bei der Beratung absehbar ist, spielt keine Rolle. Wird der Kunde nicht darazf hingewiesen, verletzt die Bank ihre Aufklärungspflicht.

613676_web_R_K_by_Kirsten Fischer_pixelio.de Bildquelle: © Kirsten-Fischer/pixelio.de

Der Commerzbank wurde dies zum Verhängnis

Die Commerzbank vertrat vor Gericht einen anderen Standpunkt. Sie argumentierte, dass sich jeder Anleger mit einem gesunden Menschenverstand ausrechnen kann, dass es zu einer solchen Situation kommen kann. Zudem diene das Aussetzen lediglich dem Schutz des Anlegers, damit er keinen Kapitalverlust erleidet.

Geklagt hatten parallel zwei Kunden, die 2008 einen offenen Immobilienfonds nach Beratung gekauft hatten. Die Rückgabe der Anteile wurde im Rahmen der Finanzkrise ausgesetzt und beide Kunden haben ihre Anteile mit Verlust an der Börse verkauft. Über den Weg der Klage wollten sie ihren Verlust ersetzt haben, denn die Bank hat über dieses Risiko nicht ausgeklärt.

In der Vorinstanz waren sich die Richter der Oberlandesgerichte (OLG) uneins. Der Richter in Frankfurt gab der Kundin Recht, was durch die Bestätigung des BGH nun zu der eingangs erwähnten Schadensersatzzahlung führte. Die Richter am OLG Dresden befanden hingegen zu Gunsten der Commerzbank, da man 2008 über dieses Risiko hätte noch nicht aufklären müssen. Zu diesem Zeitpunkt kam es erst zu vier Aussetzungen in den Jahren 2005 und 2006, das Verlustrisiko sei also nur „theoretischer Natur“. Nach der Entscheidung des BGH müssen die Richter in Dresden nun neu entscheiden, ob die Kundin ihren Schadenersatz von rund 7.000 Euro ersetzt bekommt.

Betroffen sein können nun aber auch andere Banken und Sparkassen, denn der offene Immobilienfonds wurde über viele Jahre als sichere Anlage in die Depots der Kunden beraten.

660392_web_R_by_La-Liana_pixelio.de Bildquelle: © La-Liana/pixelio.de

Weiterhin Agrarspekulationen

Seit vielen Jahren bereits werden Agrarspekulationen angeprangert. Sie stehen im Verdacht den Hunger in der Welt zu verschärfen. In einem Kloster, einem Ort der Annäherung, Erkenntnis und kritischen Auseinandersetzung, sollte es nun zu einer Wende kommen. Dies erhofften sich zumindest viele Teilnehmer der geschlossenen Veranstaltung „Preisentwicklung bei Agrarrohstoffen – Wer ist wie in der Veranwortung?“. Mit dem Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, diskutierten rund 40 Vertreter von Unternehmen, Wissenschaftler, Kritiker, Unterstützer und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen.

660380_web_R_by_La-Liana_pixelio.de Bildquelle: © La-Liana/pixelio.de

Viele waren enttäuscht

Im Nachgang zu der Veranstaltung im Dominikanerkloster (Frankfurter Innenstadt) zeigten sich einige Teilnehmer sehr enttäuscht. Sie hatten erwartet, dass die Deutsche Bank ihre Geschäfte offen legt und den Vorwurf entkräften kann, dass diese Finanzprodukte zur Preissteigerung von Lebensmitteln bei trägt. Unter diesen Voraussetzungen hätte es zu keiner fruchtbaren Diskussion kommen können. Auch zeigt sich die Deutsche Bank nicht bereit einen Schlussstrich unter die sehr umstrittenen Geschäfte zu machen. Die Deutsche Bank wollte sich nach der Konferenz nicht äußern.

Sind Investoren schuld am Hunger in der Welt?

Kritiker glauben, dass Spekulanten mit ihren Investitionen in die speziellen Finanzprodukte die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben. Mit den Finanzprodukten können die Anleger auf die Preisentwicklung von unterschiedlichen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Mais und Weizen, wetten. Dabei sollen die Warentermingeschäfte eigentlich zur Absicherung gegen fallende Preise und gegen schlechte Ernten dienen und so den Bauern nutzen. Beide Seiten haben Studien vorgelegt, die ihre jeweiligen Standpunkte bekräftigen. So könnte es auch zu kontroversen Diskussionen unter den Wissenschaftlern kommen.

626486_web_R_K_B_by_Volker Wortmann_pixelio.de Bildquelle: © Volker-Wortmann/pixelio.de

Zur Vertraulichkeit verpflichtet

Wer der Einladung gefolgt war, musste sich der sogenannten „Chatham House Rule“ unterwerfen. Danach dürfen sich die Teilnehmer zwar über die Inhalte der Veranstaltung äußern, nicht aber offenlegen, wer was gesagt hat.

Die Veranstaltung gliederte sich grob in drei Themenschwerpunkte: “Fokus Finanzinvestoren/Warentermingeschäfte”, “Fokus Welternährung/Entwicklungsländer” und “Fokus Politik/Regulierung”. Die Positionen sollen sich nach übereinstimmenden Aussagen nicht sonderlich angenähert haben. Auch scheint die Deutsche Bank nicht einlenken zu wollen und weiterhin entsprechende Finanzinstrumente auflegen. Und dass obwohl der Ex-Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, noch zum Abschied sagte, dass es kein Geschäft wert sei, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen.

Griechische Staatsanleihe am Markt

Es ist gute vier Jahre her, dass Griechenland seinen ersten Hilferuf abgesetzt hat. Nun melden sich die Griechen zurück am Anleihenmarkt und dass erfolgreicher als es manche Experten vermutet hatten. Aus Finanzkreisen wurde bekannt, dass für den Bond Zeichnungsangebote von 20 Milliarden Euro eingegangen sind, obwohl er nur mit einem Volumen von drei Milliarden aufgelegt wurde. Entsprechend fällt die Rendite auch geringer aus, als es im Vorfelde aus Bankenkreisen geschätzt wurde. Bei einem Zinskupon von 4,75 Prozent wird die Emissionsrendite bei 4,95 Prozent liegen.

Bei Griechenlands Finanzminister Yannis Stournaras und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) war die Freunde über das erfolgreiche Auktionsangebot entsprechend groß. Einhellig sprach man von einem wichtigen Meilenstein auf dem Weg Griechenlands zurück an die Finanzmärkte. Zudem sei es ein Zeichen dafür, dass die Hilfsprogramme funktionieren. Auch die griechische Staatsanleihe, die 2012 im Rahmen des Schuldenschnitts ausgegeben wurde, hat bei der Rendite seinen Tiefstand bei 5,835 Prozent erreicht. Im Mai 2012 hatte die Rendite noch bei knapp 30 Prozent gelegen.

113555_web_R_K_B_by_Iris Schmitt_pixelio.de Bildquelle: © Iris-Schmitt/pixelio.de

Keine Besserung bei den Staatsschulden

Mit der Möglichkeit wieder an Anleihenmarkt Geld aufzunehmen, hat Griechenland eine weitere Möglichkeit gefunden an Geld zu kommen, ganz unabhängig von Hilfskrediten der EU und des IWF. Von einer Unabhängigkeit von den Hilfskrediten kann allerdings noch nicht gesprochen werden, zumal die Verzinsung der Staatsanleihen bei fünf Prozent liegt, während das Land für die Hilfskredite nur zwei Prozent Zinsen zahlen muss.

Durch die hohe und mit der Anleihe sogar wachsende Zinsbelastung ist eine Reduzierung der Staatsschulden noch nicht in Sicht. Sollte man gar die Finanzierung ganz auf Anleihen umstellen, würden die Schulden sogar noch steigen und wären damit unfinanzierbar. Auch wenn das Ziel sein muss, dass Griechenland sich zukünftig am Finanzmarkt finanziert, ist man davon noch weit entfernt. So werden die bereits genehmigten 8,3 Milliarden Euro an Hilfskrediten auch weiterhin benötigt.

Auch wenn Griechenland weiterhin von Hilfskrediten abhängig ist, ist es ihnen dennoch gelungen ein Zeichen zu setzen. Auch das die Anleihe einen so reißenden Absatz gefunden hat ist ein Symbol, dass die Anleger den Griechen vertrauen und an die Zukunft des Landes glauben. Man muss aber dennoch darauf hinweisen, dass es sich um eine recht riskante Anlage handelt, denn noch ist Griechenland nicht „über den Berg“ und das Land hat noch viele Baustellen, die bearbeitet werden müssen.

447728_web_R_K_B_by_Konstantinos Dafalias_pixelio.de Bildquelle: © Konstantinos-Dafalias/pixelio.de

Kleingeld kann teuer werden

Kleingeld ist für viele Menschen ein notwendiges Übel. Bei vielen Einkäufen erhält man die Münzen als Rückgeld und sammelt sie im Portemonnaie, bis dieses zu voll ist. Dann wandern die Münzen ins Sparschwein und werden dort weiter gesammelt. Da Geschäfte, Gaststätten oder Tankstellen nicht verpflichtet sind mehr als 50 Münzen anzunehmen, kann man das Geld verschenken, spenden oder einfach wieder zur Bank bringen. Doch bei einigen Kreditinstituten kann einem diese Sammelleidenschaft von Kleingeld recht teuer zu stehen kommen. Einige Banken und Sparkassen verlangen für die Einzahlung von Kleingeld eine Gebühr.

Ein Beispiel für eine kostenpflichtige Einzahlung von Kleingeld, in Bankkreisen auch als loses Hartgeld bezeichnet, ist Deutschlands zweitgrößte Sparkasse, die Sparkasse Köln-Bonn. Für die Einzahlung von diesem losen Hartgeld nimmt die Sparkasse eine einmalige Gebühr von 3 Euro je Sicherheitstasche, auch Safe Bag genannt. Deutschlands größte Sparkasse, die Hamburger Sparkasse, nimmt das Hartgeld gerollt oder im Beutel in der Regel kostenfrei entgegen. Wer keine Kosten für den Umtausch von Kleingeld zahlen möchte, muss sich an eine der 41 Filialen der Deutschen Bundesbank wenden, hier wird das lose Hartgeld in unbegrenzter Menge umgetauscht.

652588_web_R_B_by_CIS_pixelio.de Bildquelle: © CIS/pixelio.de

Bei seiner Bank anfragen

In der Regel erheben die Kreditinstitute keine Gebühren, sofern der Kunde das Hartgeld auf sein Konto einzahlen möchte. Wenn man sein Kleingeld allerdings beim Kassierer eintauschen möchte, sollte man erst fragen, ob eine Gebühr dafür erhoben wird. Selbst wenn man in die Preisaushänge vieler Kreditinstitute schaut, wird man keine konkreten Angaben finden. Richtig teuer kann es allerdings werden, wenn man sein Kleingeld auf ein fremdes Konto einzahlen möchte, dabei wird in der Regel auch keine Ausnahme gemacht, wenn eine Mutter für ihr Kind einzahlen möchte, oder Oma ihren Enkeln ein wenig Taschengeld auf das Konto einzahlt.

Was im ersten Moment unglaublich klingt, findet tatsächlich Anwendung, so nimmt die Commerzbank zum Beispiel 1 Promille des Betrags, mindestens jedoch 5 Euro, möchte man das Kleingeld gar auf das Konto einer fremden Bank einzahlen, fallen 2 Promille, mindestens 10 Euro an. Bei der Frankfurter Sparkasse ist die Einzahlung zu Gunsten eines Kontos bei einem anderen Institut ebenfalls möglich. Die Frankfurter lassen sogar Einzahlungen auf Konten im Ausland zu. Die genauen Kosten kann man im Preisverzeichnis der Sparkasse einsehen. Die Frankfurter nehmen übrigens auch eine Gebühr für die Einzahlung auf das Kundenkonto. Sollte ein Kunde auf sein Sparkonto einzahlen, ist dies in der Regel kostenfrei, auch für Kinder und Jugendliche ist die Einzahlung kostenfrei.

Automaten auf dem Vormarsch

Banken und Sparkassen befinden sich im laufenden Wandel. Nicht mehr in jeder Kasse befindet sich eine Zählmaschine, mit der der Kassierer das Kleingeld direkt zählen kann. Auch gibt es, besonders in kleineren Zweigstellen, nicht einmal mehr eine Kasse. Diese Kreditinstitute weichen dann auf die Safe Bags aus und lassen das Geld zentral zählen. Die Einzahlung erfolgt entsprechend ein bis zwei Tage nach Abgabe des Safe Bags.

Wiederum andere Kreditinstitute verzichten ganz auf „Manpower“ für die Einzahlung von Kleingeld und setzen vermehrt automatische Zählmaschinen ein, die den Kunden zur Einzahlung auf ein Kundenkonto zur Verfügung stehen. Für die Einzahlung von Scheinen haben einige Kreditinstitute zudem Geldautomaten, eine Einzahlung auf das Kundenkonto zulassen. Kunden können so, unabhängig von Kassenöffnungszeiten, Gelder einzahlen.

420349_web_R_B_by_Viktor Mildenberger_pixelio.de(1) Bildquelle: © Viktor-Mildenberger/pixelio.de

Bargeld noch immer der Favorit

Deutschland ist noch immer das Land der Barzahler. Auch wenn Kontokarten und Kreditkarten mittlerweile nahezu jedem Kunden zur Verfügung stehen, wollen die Deutschen am liebsten immer noch mit Bargeld ihre Einkäufe bezahlen. Der Einzelhandel hat ermittelt, dass rund die Hälfte der Umsätze in bar erfolgen. Einer Studie der Deutschen Bundesbank zufolge hat jeder Deutsche 103 Euro Bargeld im Portemonnaie.

In anderen Ländern Europas ist das Verhältnis vollkommen anders. Länder wie Polen und Dänemark zum Beispiel, bevorzugen die einfache und schnelle Kartenzahlung. Schaut man nach Schweden, wird man dort Ideen vorfinden das Bargeld sogar ganz abzuschaffen. Hier wird nahezu jeder Umsatz mit der Karte gezahlt. In Deutschland dies noch undenkbar.

681054_web_R_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de Bildquelle: © Tim-Reckmann/pixelio.de

Gibt es bald keine Gratiskonten mehr?

Kunden sind das wichtigste Gut einer jeden Bank. Entsprechend hart wird der Kampf um jeden Kunden gekämpft. Ein gutes Mittel Kunden zu locken ist das Girokonto. Viele Jahre galt das kostenfreie Girokonto als absolutes Muss. Einige Sparkasse haben dieses Konto eingeführt, um Kunden zu belohnen, die alle Bankgeschäfte Online abwickeln. Die Direktbanken sind auf diesen Zug gerne mit aufgesprungen und haben ihre Kostenvorteile genutzt, um den Kunden kostenfreie Konten zur Verfügung zu stellen. Diese Entwicklung gab es schon rund um das Jahr 2000.

Eine weitere Steigerung war dann, den Kunden neben einem kostenfreien Konto, auch mit einer Wechselprämie zum Wechsel der Bankverbindung zu motivieren. Vorreiter war im Jahr 2008 die Comdirect Bank. Als sie diese Maßnahme quasi zum Höhepunkt der Finanzkrise verkündete, war dies ein Tabubruch.

660393_web_R_by_La-Liana_pixelio.de Bildquelle: © La-Liana/pixelio.de

Gute Geschäfte für die Direktbanken

Das Preisbrecher Angebot der Comdirect hat für große Empörung gesorgt, doch als sich der Erfolg auch bald mit einer Steigerung von Girokonten bemessen ließ, stiegen auch andere Banken mit auf den Zug auf. Derzeit bieten die Ing-Diba, Cortal Consors und 1822 direkt seinen Kunden kostenfreie Girokonten, mit einer Neukundenprämie von 50 Euro. Alle hoffen, dass man eine ähnliche Entwicklung erlebt wie Comdirect, wo man die Anzahl der Girokonten verdoppeln konnte und nun über eine Millionen Girokonten verwaltet.

Wenn man sich auf den Bankenmarkt umschaut, wird man feststellen, dass jedes dritte Konto kostenfrei geführt werden kann. Man muss sich also Neues ausdenken, um noch wahrgenommen zu werden und so war auch die Comdirect wieder Vorreiter, weil sie nun auch eine Zufriedenheitsgarantie aussprach. Wenn man mit dem Konto nicht zufrieden ist, soll man 100 Euro erhalten, so verspricht es die Werbung.

657396_web_R_K_B_by_GG-Berlin_pixelio.de Bildquelle: © GG-Berlin/pixelio.de

Kann man diese Maßnahmen aufrechterhalten?

Diese Frage stellen sich nicht nur die Direktbanken selbst, sondern auch viele Experten. Nach Schätzungen kostet die Akquise von Neukunden mit einer Wechselprämie rund 150 bis 300 Euro. Wenn man dann noch sieht, dass die Kunden keine Kontoführungsgebühren zahlen, die EC-Karte gestellt bekommen und bei einigen Banken sogar eine Guthabenverzinsung erhält, ist es fraglich wann und wie die Bank an den Kunden verdienen will.

Der Vertrieb ist also wieder mehr gefragt und muss sehen, dass die Kunden mit kostenfreien Konten mehr Produktabschlüsse machen. Über diese Schiene muss das Geld für die Neukundenakquise gewonnen werden. Auch ist es für diese Banken nicht ganz unwichtig, dass die Kunden einen Dispo haben und diesen auch nutzen. Die Dispozinsen sind nämlich meist deutlich höher als in den Banken und Sparkassen „um die Ecke“.

Für die meisten Filialbanken und Sparkassen sind die Gratiskonten ein notwendiges Übel, oder wurden mittlerweile ganz abgeschafft. Die Kontoführung bei einer Bank oder Sparkasse ist eine Dienstleistung und für Dienstleistungen muss man bekanntlich zahlen. Entsprechend finden sich nach einer Recherche vom „Handelsblatt“ auch nur vier Sparkassen, die noch aktiv mit einem Gratiskonto werben. Auch Großbanken, wie die Deutsche Bank, haben keine Gratiskonten mehr, die Zeit von „Geiz ist Geil“ scheint somit langsam zu Ende zu gehen.

Sparen Bildquelle: © Thorben-Wengert/pixelo.de