Banken behalten Kirchensteuer ein

Bereits seit Anfang des Jahres erhalten die Kunden von ihren Banken und Sparkassen Post. Es geht um die Neuregelung bei der Kirchensteuer ab dem kommenden Jahr 2015. Grundsätzlich erhält jeder diese Infobriefe, auch wenn er keiner der großen Religionsgemeinschaften angehört. Wie umfangreich diese Informationen ausfallen, entscheiden die Banken und Sparkassen selbst. Bei vielen Lohnsteuerhilfen laufen aufgrund mangelnder Informationen derzeit die Telefone heiß.

Hintergrund ist, dass jeder Kirchensteuern zahlen muss, auch auf private Investments. Da dies bei weitem nicht jeder tut, kommt diese Gesetzesänderung im kommenden Jahr. Die Kirchensteuer wird dann automatisch vom Gewinn abgezogen und ein Schummeln der Anleger ist ausgeschlossen.

Hintergrund zum automatischen Abzug

Gehört ein Erwerbstätiger einer der großen Religionsgemeinschaften an, zahlt er auf sein Einkommen automatisch die Kirchensteuer. Dies gilt in der Regel auch, wenn ein Anleger Gewinne aus seinen Anlagen erzielt. Hat der Kunde seine Konfession aber nicht explizit bei seiner Bank hinterlegt, wurde die Kirchensteuer nicht zusammen mit der Abgeltungssteuer und dem Soli einbehalten. Der Anleger hatte dann über die Einkommenssteuererklärung (Anlage KAP) die Möglichkeit seinen Obolus zu zahlen. Doch auch diese Möglichkeit nutzten viele Anleger nicht und so entgingen den Kirchen Erträge in Millionenhöhe. Die katholische und die evangelische Kirche schätzen, dass ihnen jährlich 480 Millionen Euro durch die Lappen gingen.

Durch das neue Verfahren behalten die Banken und Sparkassen die Kirchensteuer gleich automatisch ein, der Beitrag wird mit der Abgeltungssteuer automatisch an das Finanzamt überwiesen. Dazu müssen sie regelmäßig beim Bundeszentralamt für Steuern das Kirchensteuerabzugsmerkmal jedes Steuerbürgers abfragen. So erfahren sie ob er einer Religionsgemeinschaft angehört und wie hoch deren Kirchensteuersatz ist. Erstmals wird dies in diesem Jahr zwischen dem 1. September und dem 31. Oktober getestet.

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Was sie zu tun haben

Grundsätzlich braucht man nicht viel zu tun. Wer keiner der großen Religionen angehört, braucht nicht zu reagieren. Sofern der Status beim Finanzamt richtig ist, wird die Kirchensteuer nicht abgezogen. Auf der Gehaltsabrechnung oder dem letzten Steuerbescheid kann man seinen Status kontrollieren. Wer seiner Bank die Konfession nicht nennen möchte, kann dem Datenabruf widersprechen und einen Sperrvermerk einfordern. Dies muss allerdings bis zum 30. Juni erfolgen, mit einem Formular, welches im Internet unter www.formulare-bfinv.de abgerufen werden kann.

Wer nun mit dem Gedanken spielt einfach einen Sperrvermerk zu hinterlegen, für den ist der Hinweis wichtig, dass der Widerspruch dem zuständigen Finanzamt gemeldet wird. Der Anleger muss dann die Kirchensteuer über die Einkommensteuer begleichen.

Wer muss zahlen?

Grundsätzlich muss jeder zahlen, der einer der großen Kirchengemeinschaften angehört. Es gilt selbstverständlich der Freistellungsauftrag, der einen steuerfreien Gewinn von 801 Euro für ledige und 1.602 Euro für Eheleute ermöglicht. Die Erträge über dieser Freistellung sind somit Abgeltungssteuer, Soli und zukünftig die Kirchensteuer fällig. Die Höhe der Kirchensteuer bemisst sich am Kirchensteuersatz der jeweiligen Religionsgemeinschaft.

Kapitalerhöhung der Deutschen Bank

Am vergangenen Freitag haben alle Aktionäre der Deutschen Bank Bezugsrechte für den Erhalt neuer Aktien erhalten. Nun haben die Inhaber bis zum 24. Juni Zeit diese auszuüben. Mit diesem Schritt kann die Bank innerhalb weniger Wochen rund 8,5 Milliarden Euro einsammeln und die milliardenschwere Kapitalerhöhung abschließen.

Ausgegeben werden 299,8 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von 22,50 Euro je Aktien. Das Bezugsverhältnis beträgt 18 zu 5, sprich für 18 alte Aktien kann der Anleger 5 neue Aktien beziehen. Kurz vor Bekanntgabe des Bezugspreises lag der Börsenkurs bei 29,70 Euro.

Mit dieser Kapitalerhöhung kann die Deutsche Bank ihre vergleichsweise dünne Kapitaldecke aufstocken. Dies ermöglicht wiederum das Investmentbanking zu stärken, was wiederum weltweite Kapitalmarktgeschäfte ermöglicht. Diese Chance möchte man sich bei der Deutschen Bank nicht entgehen lassen, zumal die großen Konkurrenten wie UBS und Barclays ihre Geschäfte zurück gefahren haben.

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Was haben die Anleger zu tun?

Zunächst sollte sich der Anleger überlegen, ob er das Angebot annehmen möchte. Wenn man sich für den Kauf entscheidet, muss man seiner Bank rechtzeitig einen Auftrag entsprechenden Auftrag erteilen. Ja nach Bank oder Sparkasse kann dies unterschiedlich ablaufen, man sollte sich die Info seiner Bank oder Sparkasse aufmerksam durchlesen.

Wichtig ist zu wissen, dass der momentane Aktienkurs deutlich höher ist, als der Kaufpreis der Bezugsrechte. Kurz nach Beendigung der Bezugsfrist wird der Aktienkurs merklich sinken, weil durch die neuen Aktien ja deutlich mehr Aktien auf dem Markt sind. Sollte man also noch keine Aktien der Deutschen Bank haben, sollte man also ruhig bis Beendigung der Bezugsfrist warten.

Wer Bezugsrechte hat, diese aber nicht ausüben möchte, braucht dies auch nicht zu tun. Der Anleger hat die Möglichkeit die Bezugsrechte vorzeitig an der Börse zu verkaufen, oder er wartet einfach bis zum letzten Tag, dann werden die Bezugsrechte bestens am Markt verkauft.

Wichtig ist auch zu wissen, dass die Dividende anfangs deutlich sinken wird, denn das für die Dividende vorgesehene Geld wird auf deutlich mehr Aktien verteilt. In den kommenden Jahren erwarten Experten aber, dass die Dividende wieder steigt.

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