Diskussionen über die Honorarberatung

Bereits seit einiger Zeit wird bei Banken und Sparkassen über die geplante Einführung der Honorarberatung diskutiert. Wie bei jeder Diskussion stehen den Vorteilen auch Nachteile gegenüber. Einig sind sich aber alle, egal welche Beratung man wählt, der Kunde darf nicht benachteiligt werden.

Momentan ist es für die Kunden nicht einfach eine unabhängige Meinung über Finanzprodukte zu erhalten. Egal ob man zur Bank oder zur Versicherung geht, immer stehen die Interessen des Kunden den Interessen des Beraters bzw. seines Arbeitsgebers gegenüber. Jede Versicherung und auch jedes Kreditinstitut hat ein Interesse daran seine eigenen Produkte zu verkaufen, oder bei einer Vermittlung fremder Produkte eine recht gute Provision zu erzielen. Kritische Kunde stellen sich daher immer die Frage, ob der Berater aus voller Überzeugung das angebotene Produkt verkaufen möchte, oder ob er aus reiner Profitgier dieses Produkt berät.

604347_web_R_K_B_by_Jorma Bork_pixelio.deBildquelle: © Jorma-Bork/pixelio.de

Honorarberatung soll Verbesserung bringen

 

Die Honorarberatung soll hier eigentlich eine Verbesserung sein und für mehr Sicherheit für Kunden sorgen. Doch Kritiker sagen, dass auch hier ein Interessenkonflikt nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden kann, denn auch die Berater wollen Geld verdienen. Dazu müssen sie den Beratungsbedarf ihrer Kunden ermitteln und die Kunden einladen. Der Verbraucher muss dann für sich prüfen ob er die Einladung annehmen möchte, oder eben nicht. Er hat also noch eine gewisse Kontrolle über seinen Berater.

Ein weiterer Vorteil wird klar, wenn man sich die Kosten für eine Beratung genauer anschaut. Bei einer normalen Beratung erhält der Berater eine Provision je nach Art des abgeschlossenen Vertrags. So geht bei einem monatlichen Sparvertrag für eine Altersvorsorge immer ein kleiner Teil der Anlagesumme als Provision an den Berater. Die Anlagesumme kommt also in der Regel nicht 1 zu 1 auf dem Sparvertrag an. Bei Auszahlung können also mehrere 1.000 Euro verloren gehen, eine nicht unerhebliche Summe.

Bei einer Honorarberatung schaut dies ein wenig anders aus. Hier geht die Anlagesumme 1 zu 1 in den Sparvertrag und der Kunde hat somit mehr von seiner Anlage. Gerade bei einer Anlage über viele Jahre, wie zum Beispiel bei einer Altersvorsorge, macht sich dies bemerkbar. Was für den Kunden unangenehmer sein kann, ist das Honorar des Beraters, denn dies wird nach Abschluss des Vertrags fällig. Hier können schon mal schnell mehr als 1.000 Euro für einen langfristigen Sparvertrag fällig werden, denn der Berater erhält einen gewissen Prozentsatz der Beitragssumme als Honorar, derzeit liegt der Satz in der Regel bei 4 Prozent der Beitragssumme, in einigen Fällen aber auch mehr.

Bei einer Beratung muss der Kunde also recht schnell entscheiden wo und wie er sein Geld zahlen möchte. Zwar tun im ersten Moment 1.000 Euro für eine Beratung weh, schaut man sich aber an, dass man bei einem langfristigen Sparvertrag bei Auszahlung 7.000 Euro weniger zurück bekommt, sollte man sich genau überlegen wann man die „bittere Pille“, sprich die Kosten für die Beratung, schlucken möchte.

640782_web_R_K_B_by_Uwe Schlick_pixelio.de Bildquelle: © Uwe-Schlick/pixelio.de

Niedriger Ölpreis erfreut nicht alle

Der Blick an die Anzeigetafeln der Tankstellen erfreut derzeit die Autofahrer in Deutschland. Die Preise sind so niedrig wie seit langer Zeit nicht mehr, ganz besonders am Abend. Im Laufe des Tages sinken die Preise von Benzin und Diesel Stück für Stück, was besonders am Abend die Kunden an die Zapfsäulen strömen lässt.

 

Doch was die Kunden erfreut lässt die zwölf Mitglieder der erdölexportierenden Staaten (OPEC) nicht unbedingt frohlocken. Am heutigen Donnerstag treffen sie sich in Wien um über die Förderquoten zu beraten. Mit einer gewissen Spannung wird nach Wien geschaut, denn seit Ende Juni diesen Jahres sinkt der Preis je Fass Stück für Stück. Mittlerweile liegt der Preis je Fass bei rund 80 Dollar, was einem Nachlass von ca. 30 Prozent entspricht.

Die OPEC ist gespalten

Viele Staaten sind auf die Einnahmen aus der Erdölförderung angewiesen und haben daher kein großes Interesse an einer weiteren Verbilligung des Preises. Insbesondere Länder wie Venezuela, Nigeria und der Iran sind nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds auf einen Preis von 117 bis 130 Dollar je Fass angewiesen, ansonsten geraten sie finanziell ins Schlingern. Gerade sie drängen auf eine Reduzierung der Fördermengen um den Preis zu stabilisieren. Doch alle Bemühungen bereits im Vorwege eine Einigung zu erzielen sind gescheitert.

 

Das letzte Wort bei allen Entscheidungen der OPEC hat zweifelsohne Saudi-Arabien. Das Scheichtum hat eine ganz gewichtige Rolle, denn es fördert nicht nur 30 Prozent des Rohöls innerhalb der OPEC, sondern verfügt auch über große freie Produktionskapazitäten. In der Vergangenheit hat sich das Land bei der Förderung immer flexibel an das Marktumfeld angepasst. Derzeit ist das Angebot größer als die Nachfrage, dennoch sieht es nicht so aus als wolle Saudi-Arabien seine Produktion herunterfahren. Der Ölpreis wird daher wohl noch weiter sinken. Wie lange sich das Scheichtum weigert bleibt allerdings abzuwarten, denn leichtfertig kann man auf die Einnahmen auch nicht verzichten.

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