Kategorie-Archiv: Sonstiges

Ruhe an den Devisenmärkten?

Händler an den Devisenmärkten sind derzeit etwas beunruhigt, denn es gibt nur sehr geringe Kursschwankungen zu verzeichnen. Schaut man allerdings mittelfristig, kann man erhebliche Kursunterschiede erkennen.

Als stärkste Währung der vergangenen Monate erwies sich das Pfund. Die Wirtschaft in Grußbritannien hat sich in den vergangenen Monaten deutlich erholt, was dem Pfund klar zu Gute kam. Auch hat Bank of England eine Leitzinserhöhung in Aussicht gestellt. Sie wertete das Pfund deutlich gegenüber dem Euro auf und erweckte den Eindruck der Euro sei eine schwache Währung. Zwar kann man aus dem Protokoll der Juli Sitzung der Bank of England erkennen, dass es noch keine Mehrheit für eine Zinserhöhung gibt, es gibt allerdings konstruktive Gespräche und bis zum Jahresende will man eine Lösung gefunden haben. Experten werten dies als ein klares Signal für eine Erhöhung des Leitzinses.

Auch der Dollar hat sich im Vergleich zum Euro stabilisiert. Vom Sommer letzten Jahres bis zum Frühjahr 2015 bewegte sich der Kurs nur in einem sehr engen Band zwischen 1,05 und 1,15 Dollar. Selbst die Unruhe rund um die Griechenland Krise konnten daran nicht viel ändern. Die Beruhigung der Lage wird den Euro zwar beruhigen, kann aber auch ein Signal an die Fed sein. Die Fed könnte gestärkt sein und Bereitschaft zeigen den Leitzins im Herbst zu erhöhen. Bekannt ist, dass die Fed ihre Zinsentscheidung auch vom Eindruck der internationalen wirtschaftlichen Entwicklung abhängig machen möchte.

Auch gegenüber anderen Währungen hat der Euro seit Mitte vergangenen Jahres an Wert gewonnen. Hauptsächlich waren dies Währungen von Ländern, deren Wirtschaft unter sinkenden Rohstoffpreisen gelitten haben. Deren Zentralbanken haben die Leitzinsen gesenkt, damit deren Konjunktur stabilisiert werden konnte. Entsprechende Entwicklungen konnte man in Kanada, Australien und Neuseeland beobachten. Auch Norwegen, dessen Krone als eine Art Fluchtwährung galt, musste diesen Weg gehen, auch wenn es kaum merklich war.

Zu den drei schwächsten Währungen der Schwellenländer zählt die türkische Lira. Zu den Gründen dafür zählen innen- und außenpolitische Unsicherheiten, ein Leistungsbilanzdefizit und eine hohen Inflationsrate, von rund sieben Prozent.

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Bildquelle: © La-Liana / pixelio.de

Ist das Ende der niedrigen Hypothekenzinsen erreicht?

Seit April scheint sich der Trend der niedrigen Hypothekenzinsen zu wenden. Es sind seitdem wieder leicht steigende Zinsen zu verzeichnen und Experten rechnen nicht damit, dass die Zinsen wieder fallen. In Verbindung steht dies eventuell mit höheren Renditen für Bundesanleihen im zweiten Quartal des des Jahres.

Sinkende Bauzinsen haben lange Zeit den Kauf eines Eigenheims trotz anziehender Immobilienpreise ermöglicht und den wachsenden Immobilienmarkt attraktiv gemacht. Kurzfristig sollten die Zinsen zwar auf dem jetzigen Niveau stabil bleiben, ein weiteres Sinken scheint allerdings ausgeschlossen. Es war noch nie so günstig eine Immobilie zu finanzieren. Auch wenn die Zinsen ansteigen, sind sie im historischen Vergleich noch nie so niedrig gewesen wie zur Zeit.

Neben der steigenden Nachfrage an Staatsanleihen sehen Experten auch das Anleihen Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) als Ursache für den Zinsanstieg. Seit März kauft die EZB Wertpapiere im Umfang von rund 60 Milliarden Euro monatlich auf. Im Gegensatz zum Leitzins, der nicht direkt die langfristigen Zinsen beeinflussen, beeinflusst das EZB Kaufprogramm die Renditen für Staatsanleihen. Die steigenden Renditen lassen die Anlage in Staatsanleihen wieder interessanter werden.

Auch die LBS sieht eindeutige Anzeichen für eine dauerhafte Zinswende. Leittragende werden die Bauherren sein, die die steigenden Zinsen im eigenen Geldbeutel spüren werden. Jedes Zehntelprozent kostet, gerechnet auf die Kreditlaufzeit, viel Geld. Rechnet man einen Anstieg von 0,3 Prozentpunkten für ein Darlehen in Höhe von 200.000 Euro, können bei einer Tilgung von drei Prozent bis zum Ende der Zinsbindungsfrist rund 6.000 Euro Mehrkosten zusammen kommen. Auch wenn sich die Zahlen gewaltig anhören, sollte man sich jetzt noch über eine Finanzierung informieren, günstiger werden die Zinsen allen Anzeichen nach nicht.

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Bildquelle: © lichtkunst.73 / pixelio.de

Sind Mittelstandsanleihen so gut wie ihr Ruf?

Vor gut 5 Jahren kamen die ersten Mittelstandsanleihen auf den Markt und wurden gerne von den Anlegern angenommen. Doch das Geld der Anleger könnte nach heutigen Erkenntnissen in Gefahr sein. Während der Begriff „Mittelstand“ in Deutschland für Solidarität und Seriosität steht, nehmen es einige der Firmen nach Recherchen von Finanzexperten nicht immer so genau mit den Begriffen, besonders wenn es um die Finanzen geht.

Nachdem die Banken aus dem großen Crash nicht unbeschadet davon kamen, haben die Mittelständler die Krise gut überstanden und waren eine ganz wichtige Säule Deutschlands. Man überlegte sich also, warum denn nur Banken das Geld für Investitionen an die Mittelständler geben sollten, auch private Anleger sollten die Möglichkeit haben in die Firmen investieren. Die Idee für den BondM und damit ein völlig neues Börsensegment war geboren. Die Grundidee schien verlockend und schien verlockend für die Anleger, aber natürlich auch für die Mittelständler. Sie machten sich damit unabhängiger von Banken und konnten auch mit dem Geld von Privatanlegern Maschinen und Hallen erwerben. Niedrigere Zinslasten für den Mittelstand und hohe Renditen für den Anleger, die Lösung war so einfach wie einleuchtend, zumindest in der Theorie.

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Bildquelle: © Cornerstone / pixelio.de

Die Ergebnisse sind nicht so rosig

Wie die ZEIT berichtet, sind bereits 34 Mittelstandsanleihen ausgefallen. Oder anders ausgedrückt, jedes sechste emittierte Papier ist betroffen. Die Unternehmen können die fälligen Zinsen nicht mehr zahlen oder sind ganz pleite gegangen. Doch wer glaubt nur kleine Unternehmen wären von der Pleite betroffen, der irrt. Unter den vielen Namen finden sich auch so klangvolle Namen wie das Kreuzfahrtschiff MS Deutschland, der Suppenhersteller Zamek und der Modehersteller Strenesse. Der Gesamtschaden beläuft sich gemäß des Berichts auf 900 Millionen Euro, wobei nicht bekannt ist wie viel davon bei den Anlegern auflief.

Die schlechten Erfahrungen haben auch Auswirkungen auf das Neugeschäft. Da seit Monaten kaum noch Emissionen glückten, kann man schon getrost von einem „toten Markt“ sprechen. Die schlimmen Nachrichten für die Anleger sind allerdings nach Meinung von Experten noch nicht vorbei, denn die meisten Mittelstandsanleihen haben ihren Fälligkeitstermin noch nicht erreicht. Es ist daher noch fraglich ob sie ihre Gelder erhalten werden. Bis 2019 müssen noch 147 Mittelstandsanleihen mit einem Volumen von 6,9 Milliarden Euro zurück gezahlt werden. Es gibt nicht Wenige, die meinen die Anzahl der Insolvenzen im Mittelstand wird in den kommenden Monaten noch ansteigen.

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Auf der Suche nach der Ursache

Wenn es etwas schief geht, sucht man ja bekanntlich nach Ursachen, so auch bei den Mittelstandsanleihen. So gibt es bereits viele Erklärungen für die Pleitewelle, eine hält sich aber besonders hartnäckig: Mittelstandsanleihen sind ein reiner Etikettenschwindel. Man spielte wohl bewusst mit dem Wort Mittelstand, um den unbedarften Anlegern das Geld aus den Taschen zu ziehen. Viele Experten nennen die Anleihen gerne auch „Junk Bonds“, also Ramschpapiere, denn sie halten nicht was sie versprechen und nur wenige Emittenten entpuppten sich als solide Unternehmen.

Schaut man sich weiterhin genauer an wer in die Mittelstandsanleihen investiert, findet man wenige finanzstarke Kapitalgeber die gerne mal ein Wagnis eingehen. Es sind vielmehr unbedarfte Privatanleger die hier anlegten, ganz besonders auffällig ist dies bei den sogenannten Ökounternehmen.

Kritik wird aber nicht nur an den Unternehmen geübt. Es fehlt schlicht an einer großen Bank, die mit ihrer Erfahrung und seinem Namen für die Qualität der Anleihe steht. Oftmals haben nur kleine Banken die Emissionen begleitet, die zudem auch kaum Reputationsrisiken zu tragen hatten. Besonders gut verdient an dem Boom haben auch die Börsen in Stuttgart, Frankfurt und Düsseldorf. Sie rissen sich um die Unternehmen und verpassten es dabei die Solidität ausreichend zu prüfen. Auch bei den Rating Agenturen kann man Kritik üben. Doch nicht bei den großen und bekannten amerikanischen Unternehmen, denn das Rating übernahmen fast ausschließlich kleine deutsche Ratingagenturen. So kamen im Nachgang unverständliche Beurteilungen zustande, über die man sich einfach zur wundern kann. Die Anleihe der MS Deutschland trug zum Beispiel lange Zeit ein A-Rating, ein Rating was sonst nur Großkonzerne wie BASF oder Daimler tragen dürfen. Es drängt sich also unweigerlich der Verdacht auf, dass hier gemauschelt wurde.

Die Anleger von noch fälligen Papieren dürfen somit gespannt sein ob sie ihr Erspartes zurück erhalten, oder mit Abstrichen leben müssen.

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Bildquelle: © Rainer-Sturm / pixelio.de

Gut Riestern mit ETF´s

Das StartUp Unternehmer fairr.de GmbH hat ein sehr innovatives Riester Produkt auf den Markt gebracht. Mit fairriester ist dem Unternehmer ein Riester Fondssparplan gelungen, der innerhalb der Finanzwelt für Aufsehen gesorgt hat. Von der Stiftung Warentest über die Frankfurter Allgemeine bis hin zum The Wall Street Journal gibt es durchweg positive Beurteilungen. Dieser Riester Fondssparplan hat das Potenzial den bisher zwischen der Union Investment, der Deutschen Bank und der Deka Bank aufgeteilten Markt ordentlich aufzumischen.

Fairriester wir fast ausschließlich im Internet vertrieben, einige Honorarberater haben das Produkt aber auch bereits in ihre Produktpalette aufgenommen. Die fairr.de GmbH verfolgt bei fairriester einen etwas anderen Anlageansatz, als es andere Anbieter tun. Hier wird lange an einer hohen Aktienquote festgehalten, die erst zum Ende der Ansparphase linear gesenkt wird. Andere Anbieter handeln eher konservativ prozyklisch, dass heißt die Riester Fonds fahren die Aktienquote zurück sobald es Rückschläge am Aktienmarkt gibt. Bei einigen Anbietern kann die Aktienquote noch kurz vor Ende der Ansparphase bei 100 Prozent liegen, sofern der Sparer nicht explizit widerspricht und eine Umschichtung in Anleihefonds fordert.

Für Sparer kann der Verlauf der Aktienquote bei fairriester durchaus attraktiv sein. Der Anbieter geht das Risiko ein am Ende der Rentenphase weniger Geld als die eingezahlten Beiträge und Zulagen im fairriester Vertrag des Anlegers zu haben. Dies tritt dann ein, wenn der Marktverlauf sehr ungünstig ist. Die Hamburger Privatbank Sutor sichert die Verträge entsprechend ab, indem sie die Verträge aufstockt und dafür rechtzeitig im Bedarfsfall Rückstellungen bildet.

Interessant sind auch die Absicherungen der Riester Vertrags. Das angesparte Fondsvermögen verbleibt stets im Eigentum des Sparers, auch bzw. gerade wenn der Anbieter insolvent werden sollte. Der Riester-Fondssparvertrag wird vererbt, wenn der Sparer vor seinem 85. Geburtstag versterben sollte. Sollte der Ehepartner einen eigenen Riester Vertrag mit förderfähigen Kindern haben, erhält er den Vertrag komplett, sprich mit den Zulagen. Alle anderen Erben erhalten den Vertrag auch, müssen aber die Zulage zurück zahlen. Bei einem Versterben nach dem 85. Lebensjahr hängt die Vererbung von der individuellen vertraglichen Regelung ab.

Bei Renteneintritt können bis zu 30 Prozent aus dem Vertrag entnommen werden, wer mehr will muss die Zulage zurück zahlen. Sollte man im Alter eine Grundsicherung erhalten, wird die Riester Rente darauf angerechnet, sprich man erhält weniger Grundsicherung. Es sei die Anmerkung erlaubt, dass man sich nicht nur aus die Grundsicherung verlassen sollte, denn die Höhe der Grundsicherung ist nicht in Stein gemeißelt.

Nicht nur durch die interessanten Vertragsinhalte ist fairriester sehr interessant, auch die Kosten für den Vertrag sich derzeit kaum schlagbar. Die jährliche Gesamtgebühr beträgt in der Regel weniger als 1 Prozent. Wenn man 10.000 Euro im Vertrag angelegt hat, werden die Gebühren noch geringer. An die hinter dem Produkt stehende Sutor Bank und den Anbieter Fairr.de zahlt man 0,5 Prozent im Jahr, hinzu kommt eine Fondsgebühr, die bei Indexfonds oftmals nur bei 0,1 Prozent liegt. Einen günstigeren Grundpreis findet man derzeit bei keinem Anbieter von Riester Verträgen.

Umfassende Informationen zu fairriester, sowie weitere Informationen zu den anderen Produkten der fairr.de GmbH erhalten Sie über diesen Link auf fairr.de.

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Lohnt sich die Betriebliche Altersvorsorge?

Um im Alter nicht nur von einer eventuell niedrigen Rente leben zu müssen, sorgen Millionen Deutsche bereits privat vor. Doch der Markt an Altersvorsorgeprodukten unterschiedlicher Anbieter ist groß und damit zum Teil unübersichtlich. Neben der Riester Rente erfreut sich besonders die betriebliche Altersvorsorge großer Beliebtheit. Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, doch sie lohnt sich nicht für Jeden.

Die betriebliche Altersvorsorge ist im klassischen Sinne eine freiwillige Leistung des Arbeitsgebers. Der ursprüngliche Gedanke war, dass man mit dieser Versicherung den Arbeitnehmer an den Betrieb bindet. Diese Versicherung hat dich allerdings im Laufe der Jahre gewandelt, so dass in den meisten Fällen alles vom Arbeitnehmer finanziert wird, die sogenannte Entgeltumwandlung. Es gibt aber auch Mischformen, an denen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber beteiligen.

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Was ist die Entgeltumwandlung und wie funktioniert sie?

Arbeitnehmer haben bei der Entgeltumwandlung die Möglichkeit, Teile des Gehaltes oder der Sonderzahlung (z.B. Weihnachtsgeld) in Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge umzuwandeln. So kann man sich ohne großen Aufwand eine zusätzliche Rente aufbauen. Gesetzlichen Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung hat seit 2002 jeder Arbeitnehmer, der durch die gesetzliche Rentenversicherung versicherungspflichtig ist.

Wichtig bei der Entgeltumwandlung ist, dass die Beiträge für die Versicherung aus dem Bruttolohn umgewandelt werden. Im Gegensatz zu anderen Versicherungen zahlt man daher nicht vom ausgezahlten Lohn, sondern überlässt einfach seiner Firma die Überweisung der Beiträge. Diese entscheidet allerdings auch ob die Beiträge intern angelegt werden, oder bei einer Direktversicherung, oder in einem Pensionsfonds. Letztlich bleibt aber der Vorteil für den Arbeitnehmer, dass er Steuern und Sozialabgaben spart. Da die Beiträge vom Bruttolohn abgezogen werden, finanziert der Staat die Beiträge indirekt mit. Ein übliches Berechnungsbeispiel besagt, dass bei einem Beitrag von 100€ der Arbeitnehmer rund 60 Euro zahlt, den Rest übernimmt der Staat.

Allerdings ist die Zahlung vom Bruttolohn nicht nur von Vorteil. Durch den niedrigeren Bruttolohn zahlt man auch weniger Steuer und gesetzliche Sozialabgaben. Daraus ergibt sich, dass der Arbeitnehmer auch geringere Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung hat. Es muss also errechnet werden, ob die entstehenden Einbußen durch die Versicherung ausgeglichen werden. Man muss auch wissen, dass die Einzahlungen im Rentenalter versteuert werden müssen und dass auf die Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge der volle Beitrag an Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden muss.

Unter dem Strich muss man sagen, es kommt umso mehr auf eine detaillierte persönliche Beratung mit einer Modellberechnung für das Rentenalter an. Die betriebliche Altersvorsorge lohnt sich nicht für jeden, ist aber eine absolut sinnvolle Ergänzung wenn alle Rahmenbedingungen stimmen.

Andreas Hermsdorf  / pixelio.de

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Diskussionen über die Honorarberatung

Bereits seit einiger Zeit wird bei Banken und Sparkassen über die geplante Einführung der Honorarberatung diskutiert. Wie bei jeder Diskussion stehen den Vorteilen auch Nachteile gegenüber. Einig sind sich aber alle, egal welche Beratung man wählt, der Kunde darf nicht benachteiligt werden.

Momentan ist es für die Kunden nicht einfach eine unabhängige Meinung über Finanzprodukte zu erhalten. Egal ob man zur Bank oder zur Versicherung geht, immer stehen die Interessen des Kunden den Interessen des Beraters bzw. seines Arbeitsgebers gegenüber. Jede Versicherung und auch jedes Kreditinstitut hat ein Interesse daran seine eigenen Produkte zu verkaufen, oder bei einer Vermittlung fremder Produkte eine recht gute Provision zu erzielen. Kritische Kunde stellen sich daher immer die Frage, ob der Berater aus voller Überzeugung das angebotene Produkt verkaufen möchte, oder ob er aus reiner Profitgier dieses Produkt berät.

604347_web_R_K_B_by_Jorma Bork_pixelio.deBildquelle: © Jorma-Bork/pixelio.de

Honorarberatung soll Verbesserung bringen

 

Die Honorarberatung soll hier eigentlich eine Verbesserung sein und für mehr Sicherheit für Kunden sorgen. Doch Kritiker sagen, dass auch hier ein Interessenkonflikt nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden kann, denn auch die Berater wollen Geld verdienen. Dazu müssen sie den Beratungsbedarf ihrer Kunden ermitteln und die Kunden einladen. Der Verbraucher muss dann für sich prüfen ob er die Einladung annehmen möchte, oder eben nicht. Er hat also noch eine gewisse Kontrolle über seinen Berater.

Ein weiterer Vorteil wird klar, wenn man sich die Kosten für eine Beratung genauer anschaut. Bei einer normalen Beratung erhält der Berater eine Provision je nach Art des abgeschlossenen Vertrags. So geht bei einem monatlichen Sparvertrag für eine Altersvorsorge immer ein kleiner Teil der Anlagesumme als Provision an den Berater. Die Anlagesumme kommt also in der Regel nicht 1 zu 1 auf dem Sparvertrag an. Bei Auszahlung können also mehrere 1.000 Euro verloren gehen, eine nicht unerhebliche Summe.

Bei einer Honorarberatung schaut dies ein wenig anders aus. Hier geht die Anlagesumme 1 zu 1 in den Sparvertrag und der Kunde hat somit mehr von seiner Anlage. Gerade bei einer Anlage über viele Jahre, wie zum Beispiel bei einer Altersvorsorge, macht sich dies bemerkbar. Was für den Kunden unangenehmer sein kann, ist das Honorar des Beraters, denn dies wird nach Abschluss des Vertrags fällig. Hier können schon mal schnell mehr als 1.000 Euro für einen langfristigen Sparvertrag fällig werden, denn der Berater erhält einen gewissen Prozentsatz der Beitragssumme als Honorar, derzeit liegt der Satz in der Regel bei 4 Prozent der Beitragssumme, in einigen Fällen aber auch mehr.

Bei einer Beratung muss der Kunde also recht schnell entscheiden wo und wie er sein Geld zahlen möchte. Zwar tun im ersten Moment 1.000 Euro für eine Beratung weh, schaut man sich aber an, dass man bei einem langfristigen Sparvertrag bei Auszahlung 7.000 Euro weniger zurück bekommt, sollte man sich genau überlegen wann man die „bittere Pille“, sprich die Kosten für die Beratung, schlucken möchte.

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BGH kippt die Bearbeitungsgebühr für Ratenkredite

Am heutigen Dienstag stärkte der Bundesgerichtshof (BGH) erneut die Rechte der Verbraucher. Im heutigen Urteil geht es um vorgefertigte Vertragsklauseln beim Abschluss eines Ratenkredits. Gemäß dieser üblichen Klausel, zahlt der Verbraucher neben den Zinsen noch ein einmaliges, laufzeitunabhängiges Bearbeitungsentgelt. Das BGH urteilte, dass diese Klausel die Kunden unangemessen benachteiligt. Die Vergabe von Krediten ist ein Geschäftsinteresse der Banken bzw. die Banken sind dazu rechtlich verpflichtet. Genau solche Kosten für die Bearbeitung entsprechender Unterlagen dürfen nicht auf den Kunden abgewälzt werden.

Das BGH gab damit zwei Klagen Recht, die gegen die Postbank und die National-Bank gerichtet waren. Gemäß den Angaben der Anwälte der Kläger, liegen die Kosten je nach Kreditinstitut zwischen 1 und 3,5 Prozent. Wann die Erstattungsforderungen von betroffenen Kunden verjährt sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Durchgesickert ist bislang, dass alle Kunden profitieren könnten, die ihren Kreditvertrag im Januar 2011 oder später abgeschlossen haben.

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Die Deutsche Kreditwirtschaft hat sich bereits geäußert und das Urteil kritisiert. Das Bearbeitungsentgelt wurde den Kunden bereits bei Abschluss eines Vertrages angezeigt worden und war immer fester und vor allem transparenter Bestandteil bei Vertragsverhandlungen.

In zahlreichen Vorinstanzen hatten Gerichte bereits zu Gunsten von Klägern entschieden, es fehlte allerdings immer höchstrichterliches Grundsatzurteil. Viele schauten schon gespannt auf den heutigen Tag und auf das Urteil des Bundesgerichtshofs. Dem BGH sollen noch etwa 100 gleichartige Fälle vorliegen und etliche Verfahren bei anderen Gerichten sind noch anhängig. Für Verbraucherschützer ist dies wieder ein großer und wichtiger Tag, während es Banken und Sparkassen nun teuer werden kann.

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Weiterhin Agrarspekulationen

Seit vielen Jahren bereits werden Agrarspekulationen angeprangert. Sie stehen im Verdacht den Hunger in der Welt zu verschärfen. In einem Kloster, einem Ort der Annäherung, Erkenntnis und kritischen Auseinandersetzung, sollte es nun zu einer Wende kommen. Dies erhofften sich zumindest viele Teilnehmer der geschlossenen Veranstaltung „Preisentwicklung bei Agrarrohstoffen – Wer ist wie in der Veranwortung?“. Mit dem Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, diskutierten rund 40 Vertreter von Unternehmen, Wissenschaftler, Kritiker, Unterstützer und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen.

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Viele waren enttäuscht

Im Nachgang zu der Veranstaltung im Dominikanerkloster (Frankfurter Innenstadt) zeigten sich einige Teilnehmer sehr enttäuscht. Sie hatten erwartet, dass die Deutsche Bank ihre Geschäfte offen legt und den Vorwurf entkräften kann, dass diese Finanzprodukte zur Preissteigerung von Lebensmitteln bei trägt. Unter diesen Voraussetzungen hätte es zu keiner fruchtbaren Diskussion kommen können. Auch zeigt sich die Deutsche Bank nicht bereit einen Schlussstrich unter die sehr umstrittenen Geschäfte zu machen. Die Deutsche Bank wollte sich nach der Konferenz nicht äußern.

Sind Investoren schuld am Hunger in der Welt?

Kritiker glauben, dass Spekulanten mit ihren Investitionen in die speziellen Finanzprodukte die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben. Mit den Finanzprodukten können die Anleger auf die Preisentwicklung von unterschiedlichen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Mais und Weizen, wetten. Dabei sollen die Warentermingeschäfte eigentlich zur Absicherung gegen fallende Preise und gegen schlechte Ernten dienen und so den Bauern nutzen. Beide Seiten haben Studien vorgelegt, die ihre jeweiligen Standpunkte bekräftigen. So könnte es auch zu kontroversen Diskussionen unter den Wissenschaftlern kommen.

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Zur Vertraulichkeit verpflichtet

Wer der Einladung gefolgt war, musste sich der sogenannten „Chatham House Rule“ unterwerfen. Danach dürfen sich die Teilnehmer zwar über die Inhalte der Veranstaltung äußern, nicht aber offenlegen, wer was gesagt hat.

Die Veranstaltung gliederte sich grob in drei Themenschwerpunkte: “Fokus Finanzinvestoren/Warentermingeschäfte”, “Fokus Welternährung/Entwicklungsländer” und “Fokus Politik/Regulierung”. Die Positionen sollen sich nach übereinstimmenden Aussagen nicht sonderlich angenähert haben. Auch scheint die Deutsche Bank nicht einlenken zu wollen und weiterhin entsprechende Finanzinstrumente auflegen. Und dass obwohl der Ex-Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, noch zum Abschied sagte, dass es kein Geschäft wert sei, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen.

Lebensversicherer in der Krise?

Die Lebensversicherer sind in einer gewissen Krisenstimmung. Ihr Produkt, die Lebensversicherung, wird für Kunden immer unattraktiver. Schon im vergangenen Jahr blieben die Kunden merklich weg. Wie der Geschäftsführer von Hoensch und Partner, Carlos Reiss, gegenüber der „Frankfurter Allgemeine (FAZ)“ sagte, hatte man schon im vergangenen Jahr 15 Prozent weniger laufende Beitragszahlungen. Man konnte diese Zahl aber durch Verträge mit Einmalzahlung noch so eben ausgleichen. Die Entwicklung ist aber schon beunruhigend.

Im Laufe der Woche sorgte der Branchenverband GDV allerdings für weitere Unruhe. Der Verband plädiert dafür, dass der Garantiezins für neu abgeschlossene Verträge von derzeit 1,75 Prozent weiter gesenkt werden sollte. Ab 2016 könnte dies nun der Fall sein, denn technisch sei eine frühere Umstellung kaum möglich, zumindest wenn man den Worten des GDV Präsidenten Alexander Erdland glauben schenkt.

Damit würde dann aber auch die Attraktivität der Lebensversicherung weiter geschwächt werden. Zwar bleibt das Versprechen der Versicherer gleich, die Versicherungsnehmer sollen vor dem Auf und Ab der Finanzmärkte weiter geschützt werden, aber der verlässliche Garantiezins wird sinken. Damit schwindet auch die Rendite. Bei dem bisher recht hohen Garantiezins war es den Kunden zwar relativ egal, wie die Rendite erwirtschaftet wurde, nun könnte diese Frage aber doch etwas mehr in den Mittelpunkt rücken.

Dass die Lebensversicherung immer uninteressanter wird, zeigen nicht nur die eingangs genannten Zahlen von Hoensch und Partner aus Frankfurt, auch der Branchenverband GDV bestätigt das Bild mit den Branchenzahlen. Das Neugeschäft mit regelmäßigen Beiträgen ist um 13,1 Prozent gesunken, allein im vergangenen Jahr. Dagegen sind die Verträge mit Einmalzahlungen um 14,2 Prozent gestiegen. So ist dann auch in der Gesamtheit die Beitragseinnahmen der Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

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Derzeit profitieren die Versicherungsnehmer

Versicherungsnehmer deren Policen derzeit fällig werden oder die kündigen, profitieren von den gesunkenen Zinsen der vergangenen Jahre. Viele der Versicherer haben ihre Anleihenbestände noch kurz vor, oder kurz nach der Finanzkrise aufgestockt. Die damals emittierten Anleihen haben noch Kupons von 4 oder 5 Prozent. Wenn Anteile dieser Anleihe derzeit verkauft werden sollen, sind sie sehr gefragt. Dies liegt nicht zuletzt an den Kupons von derzeit emittierten zehnjährigen Bundesanleihen, die gerade mal 1,6 Prozent ausschütten.

Dies hat allerdings auch Nachteile für die Bewertungsreserve der Versicherer, die durch die hoch bewerteten Anleihen auch entsprechend im Wert gestiegen sind. Um genau diese Bewertungsreserve und deren Auszahlung gibt es derzeit Streit zwischen der Bundesregierung und den Vertretern der Versicherungsbranche. Beide Seiten schlagen unterschiedliche Verteilungen der Gelder vor, damit die Versicherungsnehmer nicht benachteiligt werden. Allerdings könnten die Streitigkeiten um die Bewertungsreserven bald beendet sein. Wenn die Zinsen niedrig bleiben, werden die Bewertungen bald aufgezehrt sein. Immer mehr alte Hochprozenter werden fällig und der Buchwert der Reserve dadurch wieder sinken. Sollten die Zinsen gar steigen, müsste man bald unter anderen Vorzeichen diskutieren. Diese Diskussion muss aber scheinbar nicht so schnell geführt werden.

Kann ich mit dem Handy bezahlen?

Das Handy ist unser ständiger Begleiter. Nach einer aktuellen Statistik haben neun von zehn Deutschen über 14 Jahren ein eigenes Handy, was sie auch größtenteils immer mit sich führen. Da liegt es nahe, dass man es auch als elektronische Geldbörse nutzen kann. Diese Idee ist nicht neu, sondern wird schon seit Jahren verfolgt. Auch wurden und werden von Händlern spezielle Bezahlterminals angeschafft, damit man den Kunden diesen Service bieten kann. Allerdings nutzen die Deutschen diese Möglichkeit kaum. Nach einer aktuellen Befragung nutzen gerade einmal 13 Prozent der Deutschen entsprechende Bezahldienste, während es in anderen Industrieländern 20 Prozent sind. Führend sind die Entwicklungsländer in denen noch deutlich mehr Zahlungen mit den Handy abgewickelt werden.

Für einige Experten kommt dies nicht überraschend, denn die Deutschen sind nicht besonders experimentierfreudig. Selbst die praktische Kreditkarte wird nur recht selten genutzt, überwiegend wegen Sicherheitsbedenken. Die Ursache kann aber auch im dichten Bankennetz in Deutschland gesucht werden, denn an nahezu jeder Ecke findet man eine Bank, eine Sparkasse oder zumindest einen Geldautomaten. In anderen Ländern findet man dagegen nur alle paar Kilometer eine Bank, wodurch die Menschen darauf angewiesen sind, sich alternative Zahlungsmethoden zu suchen. Da das Handy für viele Menschen weltweit unverzichtbar ist, nutzen die Menschen dort entsprechende Zahlungsdienste deutlich öfter. In vielen Ländern sind die monatlichen Umsätze mit der Kreditkarte im Übrigen nur unwesentlich höher, als mit dem Handy.

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Standards müssen gefunden werden

Viele Anbieter versuchen derzeit auf dem Markt Fuß zu fassen und bieten interessante und innovative Möglichkeiten zur Nutzung des Handys zur Zahlung. Dies sind allerdings immer nur Insellösungen, so dass auch jeder Supermarkt und jeder Laden ein anderes Bezahlprogramm hat. Das ist nicht nur umständlich, sondern führt auch bei den Kunden zu Irritationen und vor allem Schwierigkeiten. Derzeit gibt es fünf bekannte Möglichkeiten zur Rechnungsbegleichung an den Kassen. Bei den Kunden kommt so halt Skepsis auf, was man ihnen auch nicht verdenken kann. Auch der Handel ist skeptisch, denn immer neue Zahlungsmethoden bedeuten unter umständen neue Kassensysteme und damit immer neuen Kosten.

Da kommt es einigen Skeptikern sehr gelegen, dass auch große Anbieter wie PayPal, Mastercard oder Google in diesen Markt einsteigen wollen. Sie könnten mit ihrer Marktmacht einen einheitlichen Standard einführen und so die bestehenden Ängste zerschlagen. Die Mastercard hat ihr System bereits auf der Mobilfunkmesse in Barcelona vorgestellt, unterstützt wird dieses von der Telekom, Vodafone und O2. Google versucht hingegen sein bestehendes System „Wallet“ weiter zu pushen, während PayPal an einer Lösung zum abfotografieren des Strichcodes arbeitet.

Welche dieser Lösung sich durchsetzen wird, steht noch in den Sternen und ebenfalls fraglich ist, ob die Systeme die Deutschen motivieren können ihre geliebte EC-Karte oder das Bargeld in der Tasche zu lassen.

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