Kategorie-Archiv: Analysen

Stiftungen erfolgreich, trotz niedrigen Zinsen

Stiftungen übernehmen eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft. Sie finanzieren verschiedene Projekte aus den Bereichen Soziales, Umwelt, Kunst oder Sport und ermöglichen so erst die vielfältigen Projekte. Doch um dieser Aufgabe gerecht zu werden, müssen sie auch entsprechendes Kapital vorhalten. In Zeiten niedriger Zinsen lohnen sich die konservativen Anlagen allerdings nicht und es müssen daher andere Wege gefunden werden das Stiftungsvermögen anzulegen.

Derzeit gibt es mehr als 20.000 Stiftungen und sie alle haben ihre Probleme mit dem aktuellen Zinsniveau. Neue und ertragreiche Geldanlagen sind gefragter denn je, denn sollte das Geld ausgehen, wackeln auch die zu fördernden Projekte. Einzig die großen, vermögenden Stiftungen scheinen gut durch die Krise zu kommen und erfreuen sich an noch recht guten Renditen. Man kann es auch mit den Worten des Bundesverbandes Deutsche Stiftungen ausdrücken, für die Minderheit der Stiftungen mit der Mehrheit des Geldes war 2014 ein gutes Jahr. Sie werden wohl nicht zuletzt profitieren von der guten wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Schaut man noch auf die offiziellen Zahlen, verfügen die etwa 20.000 Stiftungen über ein Vermögen von rund 100 Milliarden Euro, wobei dies noch recht konservativ geschätzt sein sollte.

Im etwas unruhigeren Fahrwasser fahren wohl nur die kleineren Stiftungen, denn gerade von ihnen kommen immer mal Meldungen von finanziellen Engpässen. Gerade sie haben nur ein überschaubares Finanzvolumen und müssen sich daher immer wieder entscheiden wie sie das Vermögen anlegen wollen. Die sichere Variante, zum Beispiel mit Bundesanleihen, bringt kaum Ertrag, dagegen stehen die risikoreicheren Anlagen, die zwar hohen Renditen bringen könnten, allerdings auch einen Wertverlust bedeuten können. Einige Stiftungen brauchen sich diese Gedanken allerdings nicht machen, denn sie sind durch ihre Satzung festverzinsliche Anlagen gebunden.

Viele dieser kleineren Stiftungen haben eine privatrechtliche Form die gemeinnützigen Zwecken dienen. Sollten sie kein Geld für gemeinnützige Projekte ausschütten, verlieren sie den steuerbegünstigenden Status der Gemeinnützigkeit, zudem kann es wirtschaftlich bei ihnen eng werden. Da sie nicht primär von Zinsen leben, sind sie somit um so mehr auf Spenden angewiesen.

Andreas Hermsdorf  / pixelio.de
Bildquelle : Andreas Hermsdorf / pixelio.de

 

Haben Stiftungen eine Zukunft?

Während die kleinen Stiftungen Probleme bei der Anlage haben können, können sich die großen Stiftungen breiter aufstellen. Sie legen ihr Vermögen mittlerweile an, kommen neben sicheren Anlagen auch Aktien und Immobilien ins Portfolio der Stiftungen. Andere Stiftungen besitzen gar Firmenanteile oder ganze Unternehmen. Sie können aufgrund des großen Vermögens selbstverständlich im großen Stil investieren und somit auch andere Erträge generieren. Die Stiftungen beschäftigen so auch nicht nur die üblichen Stiftungsmanager, sondern zunehmend auch Risikomanager.

Auch wenn die Zeiten nicht einfach für Stiftungen sind, so haben sie doch noch eine gute Zukunft. Stiftungen liegen gar im Trend, denn ihre Zahlen steigen weiter. Gerade Familien- oder gemeinnützige Stiftungen werden häufig gegründet um das Vermögen zu erhalten und einen bestimmten Zweck zu begünstigen.

Wer sind über Stiftungen informieren, kommt mit dem folgenden Link zum Bundesverband Deutscher Stiftungen -> Link

613676_web_R_K_by_Kirsten Fischer_pixelio.de

Bildquelle: © Kirsten-Fischer / pixelio.de

Droht eine Immobilienblase?

Wer Geld hat und es anlegen möchte, tut dies in der Regel nur mit Investments die eine hohe Rendite versprechen. Leider findet man eine solche Anlage in der heutigen Zeit kaum noch, daher weichen viele Anleger auf Immobilien aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Moody´s Analytics und kann auch gleich einen Grund dafür liefern. Laut der Studie ist die Europäische Zentralbank (EZB) als Schuldiger ganz klar zu nennen. Die EZB kauft seit März kauft für monatlich 60 Milliarden Euro Staatsanleihen an. Diese Einkäufe drücken die Rendite und lassen daher Anleger andere Möglichkeiten zur Geldanlage suchen.

Auf der Suche nach lukrativen Immobilienanlagen drängen sie dabei vermehrt auf den deutschen Markt, der als sicherer Hafen gesehen wird. Seit 2009 kann man eine Preissteigerung auf dem deutschen Immobilienmarkt erkennen. Da die Preise schon vor der Krise nicht allzu hoch waren, hat Deutschland im Gegensatz zu den Nachbarländern keinen Einbruch bei den Immobilienpreise während der Krise hinnehmen müssen.

658101_web_R_K_by_lichtkunst.73_pixelio.de

Bildquelle: © lichtkunst.73 / pixelio.de

Doch nicht alle freuen sich über diese Entwicklung, gerade die Bundesbank beobachtet sie mit einer gewissen Sorge. Gerade in sehr beliebten Großstädten sind die Preise rasant gestiegen und werden sogar mit 10 bis 20 Prozent über dem Wert bewertet. Zu den beliebten Städten gehören unter anderem München, Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Laut der Bundesbank hat sich die Preissteigerung aber im vergangenen Jahr abgeschwächt. Auch wenn es in einigen Städten eine Überbewertung gibt, will man von Seiten der Bundesbank noch nicht von einer Immobilienblase sprechen. Sie verweist auf die weiteren strikten Anforderungen an die Banken bei der Kreditvergabe und deren Einhaltung.

Wirft man den Blick nach England, kann man große Risiken für eine Blase erkennen. Die dortige Regierung hat ein spezielles Programm für den Häusermarkt aufgelegt und die Kreditaufnahme angekurbelt. Laut der Studie läuft besonders in London der Markt heiß. Schlimmer sieht es nur noch in Norwegen aus. Durch den Ölpreisverfall hat die Notenbank den Leitzins gesenkt um die Wirtschaft zu stützen. Davon profitiert natürlich auch der Immobilienmarkt und befindet sich schon bald am Siedepunkt. Vor allem in Oslo sind die Preise rasant gestiegen. Um gegen zu steuern hat die Regierung nun die Kapitalanforderungen an Hypothekenkredite erhöht. Ob dies den gewünschten Effekt bringt, bleibt abzuwarten.

SONY DSC

Bildquelle: © Bernd-Kasper / pixelio.de

Ruhe an den Devisenmärkten?

Händler an den Devisenmärkten sind derzeit etwas beunruhigt, denn es gibt nur sehr geringe Kursschwankungen zu verzeichnen. Schaut man allerdings mittelfristig, kann man erhebliche Kursunterschiede erkennen.

Als stärkste Währung der vergangenen Monate erwies sich das Pfund. Die Wirtschaft in Grußbritannien hat sich in den vergangenen Monaten deutlich erholt, was dem Pfund klar zu Gute kam. Auch hat Bank of England eine Leitzinserhöhung in Aussicht gestellt. Sie wertete das Pfund deutlich gegenüber dem Euro auf und erweckte den Eindruck der Euro sei eine schwache Währung. Zwar kann man aus dem Protokoll der Juli Sitzung der Bank of England erkennen, dass es noch keine Mehrheit für eine Zinserhöhung gibt, es gibt allerdings konstruktive Gespräche und bis zum Jahresende will man eine Lösung gefunden haben. Experten werten dies als ein klares Signal für eine Erhöhung des Leitzinses.

Auch der Dollar hat sich im Vergleich zum Euro stabilisiert. Vom Sommer letzten Jahres bis zum Frühjahr 2015 bewegte sich der Kurs nur in einem sehr engen Band zwischen 1,05 und 1,15 Dollar. Selbst die Unruhe rund um die Griechenland Krise konnten daran nicht viel ändern. Die Beruhigung der Lage wird den Euro zwar beruhigen, kann aber auch ein Signal an die Fed sein. Die Fed könnte gestärkt sein und Bereitschaft zeigen den Leitzins im Herbst zu erhöhen. Bekannt ist, dass die Fed ihre Zinsentscheidung auch vom Eindruck der internationalen wirtschaftlichen Entwicklung abhängig machen möchte.

Auch gegenüber anderen Währungen hat der Euro seit Mitte vergangenen Jahres an Wert gewonnen. Hauptsächlich waren dies Währungen von Ländern, deren Wirtschaft unter sinkenden Rohstoffpreisen gelitten haben. Deren Zentralbanken haben die Leitzinsen gesenkt, damit deren Konjunktur stabilisiert werden konnte. Entsprechende Entwicklungen konnte man in Kanada, Australien und Neuseeland beobachten. Auch Norwegen, dessen Krone als eine Art Fluchtwährung galt, musste diesen Weg gehen, auch wenn es kaum merklich war.

Zu den drei schwächsten Währungen der Schwellenländer zählt die türkische Lira. Zu den Gründen dafür zählen innen- und außenpolitische Unsicherheiten, ein Leistungsbilanzdefizit und eine hohen Inflationsrate, von rund sieben Prozent.

608385_web_R_by_La-Liana_pixelio.de

Bildquelle: © La-Liana / pixelio.de

Niedriger Ölpreis erfreut nicht alle

Der Blick an die Anzeigetafeln der Tankstellen erfreut derzeit die Autofahrer in Deutschland. Die Preise sind so niedrig wie seit langer Zeit nicht mehr, ganz besonders am Abend. Im Laufe des Tages sinken die Preise von Benzin und Diesel Stück für Stück, was besonders am Abend die Kunden an die Zapfsäulen strömen lässt.

 

Doch was die Kunden erfreut lässt die zwölf Mitglieder der erdölexportierenden Staaten (OPEC) nicht unbedingt frohlocken. Am heutigen Donnerstag treffen sie sich in Wien um über die Förderquoten zu beraten. Mit einer gewissen Spannung wird nach Wien geschaut, denn seit Ende Juni diesen Jahres sinkt der Preis je Fass Stück für Stück. Mittlerweile liegt der Preis je Fass bei rund 80 Dollar, was einem Nachlass von ca. 30 Prozent entspricht.

Die OPEC ist gespalten

Viele Staaten sind auf die Einnahmen aus der Erdölförderung angewiesen und haben daher kein großes Interesse an einer weiteren Verbilligung des Preises. Insbesondere Länder wie Venezuela, Nigeria und der Iran sind nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds auf einen Preis von 117 bis 130 Dollar je Fass angewiesen, ansonsten geraten sie finanziell ins Schlingern. Gerade sie drängen auf eine Reduzierung der Fördermengen um den Preis zu stabilisieren. Doch alle Bemühungen bereits im Vorwege eine Einigung zu erzielen sind gescheitert.

 

Das letzte Wort bei allen Entscheidungen der OPEC hat zweifelsohne Saudi-Arabien. Das Scheichtum hat eine ganz gewichtige Rolle, denn es fördert nicht nur 30 Prozent des Rohöls innerhalb der OPEC, sondern verfügt auch über große freie Produktionskapazitäten. In der Vergangenheit hat sich das Land bei der Förderung immer flexibel an das Marktumfeld angepasst. Derzeit ist das Angebot größer als die Nachfrage, dennoch sieht es nicht so aus als wolle Saudi-Arabien seine Produktion herunterfahren. Der Ölpreis wird daher wohl noch weiter sinken. Wie lange sich das Scheichtum weigert bleibt allerdings abzuwarten, denn leichtfertig kann man auf die Einnahmen auch nicht verzichten.

350681_web_R_K_B_by_Christa Nöhren_pixelio.de Bildquelle: © Christa-Nöhren/pixelio.de

Jagd auf die 10.000er Marke

Der Dax ist auf der Jagd nach einer neuen Bestmarke. Nachdem die 9.900er geknackt ist, wendet sich der Dax nun der 10.000er Marke zu. Und die Chancen diese zu knacken stehen nicht schlecht, denn die niedrigen Zinsen treiben immer mehr Anleger auf den Aktienmarkt. Am Mittwoch schloss der Dax bei 9.939 Punkten ab, während er im Laufe des Tages bereits bei der Rekordmarke 9.957 Punkten war.

Link zum Dax

Für den heutigen Donnerstag wird allerdings ein ruhiger Tag erwartet, weil viele den freien Tag genießen. Dennoch richten sich die Blicke der Börsianer auf den heutigen Tag. Die Blicke richten sich aber auch schon auf die kommende Woche, denn am 5. Juni findet die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) statt. Hier wolle man Entschlossenheit zeigen und Maßnahmen ergreifen, um einer möglichen Deflation entgegen zu treten. Immer wieder kommt dabei eine noch lockerere Geldpolitik ins Gespräch, die allerdings auch den Euro belastet. Experten rechnen dennoch mit einer weiteren Zinssenkung.

608385_web_R_by_La-Liana_pixelio.de Bildquelle: © La-Liana/pixelio.de

Ist unser Finanzsystem in Gefahr?

Die Anleger sind aufgrund der Entwicklung des Dax sehr zuversichtlich und erfreut, doch es gibt auch Stimmen, besonders aus Kreisender EZB, die vor einem erneuten Finanzcrash warnen. Dass der Dax nun bald die 10.000er Marke knacken könnte, lässt solche Spekulationen noch lauter werden. Auch von einer erneuten Spekulationsblase ist die Rede, denn die Anleger sind auf der Suche nach Rendite und finden diese in verzinslichen Produkten kaum noch.

Die Investoren pumpen momentan lieber ihr Geld in einen spekulativen Markt, als es den Banken zu einem niedrigen Zins, der oftmals noch nicht einmal die Inflationsrate ausgleicht, zu überlassen. Die anhaltenden Spekulationen, dass der Zins in der kommenden EZB Sitzung weiter gesenkt wird, lassen auch die letzten Anleger an einer verzinslichen Anlage zweifeln. Fachleute fürchten, dass dies den Markt überhitzen könnte und bald die Blase platzen könnte.

387508_web_R_by_BirgitH_pixelio.de Bildquelle: © BirgitH/pixelio.de

Grundsätzlich droht keine Gefahr

Auch wenn Fachleute bereits wieder das Wort „Spekulationsblase“ in den Mund nehmen, sollte keine Gefahr für das Finanzsystem drohen. Grundsätzlich ist das Finanzsystem in einer guten Verfassung. Diese Einschätzung wurde bereits im letzten Finanzstabilitätsbericht ausgewiesen und zieht dort einen Vergleich zu den Krisenjahren. Besonders die großen Banken seinen besser aufgestellt und arbeiten auch weiterhin an der Stärkung ihrer Bilanzen. Die EZB kontrolliert den gesamten Sektor sehr genau und wird ab November auch die Bankenaufsicht in 18 Ländern übernehmen.

Einziger Kritikpunkt ist, dass viele Banken und Sparkassen noch immer nicht profitabel arbeiten. Auch befinden sich bei einigen Großbanken noch faule Kredite in den Bilanzen und rund die Hälfe der Großbanken im Euro-Raum hat im zweiten Halbjahr von 2013 Verluste geschrieben. Kritisch wird zudem die enge Verflechtung zwischen Banken und dem Staat gesehen.

657198_web_R_B_by_Tilmann Jörg_pixelio.de Bildquelle: © Tilmann-Jörg/pixelio.de

Besserer Schutz für Anleger

Anleger werden schon seit einiger Zeit immer besser vor riskanten Anlagen in Wertpapieren geschützt. Beratungsprotokolle, Verkaufsprospekte und Produktinformationsblätter sollen auf alle Risiken hinweisen und den Kunden vor falscher Beratung schützen. Auch entscheiden Gerichte immer wieder zu Gunsten von Anleger, die sich von einer Anlage getäuscht fühlen, wie zuletzt vor wenigen Wochen bei BGH-Urteil im Bezug auf offene Immobilienfonds, wir berichteten.

Nun haben sich Bundesfinanz- und verbraucherministerium auf weitere Verbesserungen beim Anlegerschutz verständigt. Hierbei geht es um den grauen Kapitalmarkt, der durch die Insolvenz von Prokon in den Fokus der Öffentlichkeit geraten ist.

511756_web_R_by_Thorben Wengert_pixelio.de Bildquelle: © Thorben-Wengert/pixelio.de

Was verbessert werden soll

Über mehrere Monate wurde auf verschiedenen Ebenen über neue Regeln gesprochen. Man entschied sich schließlich nicht für Radikallösungen, wie ein Verbot der Graumarktprodukte an Privatleute oder eine umfassende Kontrolle durch die Bafin.

Man wolle den Schutz in mehreren Schritten erhöhen. Der Verkaufsprospekt soll um Informationen zu den Fälligkeiten der begebenen, noch laufenden Vermögensanlagen ergänzt werden. In dem Papier, welches dem Tagesspiegel vorliegt heißt es dazu: „Damit soll der Vorspiegelung einer nicht vorhandenen wirtschaftlichen Produktivität und unzulässigen Schneeballsystemen entgegengewirkt werden.“ Auch eventuelle personelle Verflechtungen sollen aufgelistet werden. Die Verkaufsprospekte sollen zukünftig nicht mehr unbegrenzt gültig sein, sondern maximal 12 Monate. So sollen die Angaben aktuell sein und eventuelle Verschlechterungen der Geschäfte werden schneller sichtbar. Sobald der Vertrieb abgeschlossen ist, soll der Anbieter ad-hoc-Mitteilungen verbreiten, sobald sich Probleme mit der Zinszahlung der Rückzahlung abzeichnen.

613676_web_R_K_by_Kirsten Fischer_pixelio.de Bildquelle: © Kirsten-Fischer/pixelio.de

Keine Werbung und hohe Strafen

Um unerfahrene Anleger zu schützen, soll die Werbung für Kapitalanlagen im öffentlichen Raum (z.B. Verkehrsmittel und Plakate) verboten werden. Auch erhält die Bafin die Legitimation für bestimmte Produkte oder Produktgruppen Vertriebsverbote oder –beschränkungen zu verhängen, sofern sie erhebliche Bedenken in Bezug auf den Anlegerschutz hat.

Sofern Anordnungen missachtet werden, kann die Bafin künftig Vertriebsverbote und Warnungen veröffentlichen. Auch darf die Bafin externe Wirtschaftsprüfer einschalten und den Graumarktanbieter prüfen lassen, sofern Hinweise auf Missstande bestehen. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird mit hohen Bußgelder zwischen 25.000 und 250.000 Euro bestraft.

Auslöser Prokon

Auslöser für die verschärften Regeln war die Insolvenz von Prokon. Mehr als 74.000 Anleger hatten Genussscheine des Windkraftfinanzierers gezeichnet, ehe dieser Insolvenz anmelden musste. Prokon lockte die Anleger durch hohe Renditen. Insgesamt investierten die Anbieter in Prokon rund 1,4 Milliarden Euro, laut Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin werden die Anleger zwischen 40 und 70 Prozent der investierten Kapitals verlieren werden.

616038_web_R_B_by_Rudolpho Duba_pixelio.de Bildquelle: © Rudolpho-Duba/pixelio.de

BGH kippt die Bearbeitungsgebühr für Ratenkredite

Am heutigen Dienstag stärkte der Bundesgerichtshof (BGH) erneut die Rechte der Verbraucher. Im heutigen Urteil geht es um vorgefertigte Vertragsklauseln beim Abschluss eines Ratenkredits. Gemäß dieser üblichen Klausel, zahlt der Verbraucher neben den Zinsen noch ein einmaliges, laufzeitunabhängiges Bearbeitungsentgelt. Das BGH urteilte, dass diese Klausel die Kunden unangemessen benachteiligt. Die Vergabe von Krediten ist ein Geschäftsinteresse der Banken bzw. die Banken sind dazu rechtlich verpflichtet. Genau solche Kosten für die Bearbeitung entsprechender Unterlagen dürfen nicht auf den Kunden abgewälzt werden.

Das BGH gab damit zwei Klagen Recht, die gegen die Postbank und die National-Bank gerichtet waren. Gemäß den Angaben der Anwälte der Kläger, liegen die Kosten je nach Kreditinstitut zwischen 1 und 3,5 Prozent. Wann die Erstattungsforderungen von betroffenen Kunden verjährt sind, ist noch nicht abschließend geklärt. Durchgesickert ist bislang, dass alle Kunden profitieren könnten, die ihren Kreditvertrag im Januar 2011 oder später abgeschlossen haben.

684068_web_R_K_B_by_Lupo_pixelio.de Bildquelle: © Lupo/pixelio.de

Die Deutsche Kreditwirtschaft hat sich bereits geäußert und das Urteil kritisiert. Das Bearbeitungsentgelt wurde den Kunden bereits bei Abschluss eines Vertrages angezeigt worden und war immer fester und vor allem transparenter Bestandteil bei Vertragsverhandlungen.

In zahlreichen Vorinstanzen hatten Gerichte bereits zu Gunsten von Klägern entschieden, es fehlte allerdings immer höchstrichterliches Grundsatzurteil. Viele schauten schon gespannt auf den heutigen Tag und auf das Urteil des Bundesgerichtshofs. Dem BGH sollen noch etwa 100 gleichartige Fälle vorliegen und etliche Verfahren bei anderen Gerichten sind noch anhängig. Für Verbraucherschützer ist dies wieder ein großer und wichtiger Tag, während es Banken und Sparkassen nun teuer werden kann.

640782_web_R_K_B_by_Uwe Schlick_pixelio.de Bildquelle: © Uwe-Schlick/pixelio.de

Weiterhin Agrarspekulationen

Seit vielen Jahren bereits werden Agrarspekulationen angeprangert. Sie stehen im Verdacht den Hunger in der Welt zu verschärfen. In einem Kloster, einem Ort der Annäherung, Erkenntnis und kritischen Auseinandersetzung, sollte es nun zu einer Wende kommen. Dies erhofften sich zumindest viele Teilnehmer der geschlossenen Veranstaltung „Preisentwicklung bei Agrarrohstoffen – Wer ist wie in der Veranwortung?“. Mit dem Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, diskutierten rund 40 Vertreter von Unternehmen, Wissenschaftler, Kritiker, Unterstützer und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen.

660380_web_R_by_La-Liana_pixelio.de Bildquelle: © La-Liana/pixelio.de

Viele waren enttäuscht

Im Nachgang zu der Veranstaltung im Dominikanerkloster (Frankfurter Innenstadt) zeigten sich einige Teilnehmer sehr enttäuscht. Sie hatten erwartet, dass die Deutsche Bank ihre Geschäfte offen legt und den Vorwurf entkräften kann, dass diese Finanzprodukte zur Preissteigerung von Lebensmitteln bei trägt. Unter diesen Voraussetzungen hätte es zu keiner fruchtbaren Diskussion kommen können. Auch zeigt sich die Deutsche Bank nicht bereit einen Schlussstrich unter die sehr umstrittenen Geschäfte zu machen. Die Deutsche Bank wollte sich nach der Konferenz nicht äußern.

Sind Investoren schuld am Hunger in der Welt?

Kritiker glauben, dass Spekulanten mit ihren Investitionen in die speziellen Finanzprodukte die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben. Mit den Finanzprodukten können die Anleger auf die Preisentwicklung von unterschiedlichen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Mais und Weizen, wetten. Dabei sollen die Warentermingeschäfte eigentlich zur Absicherung gegen fallende Preise und gegen schlechte Ernten dienen und so den Bauern nutzen. Beide Seiten haben Studien vorgelegt, die ihre jeweiligen Standpunkte bekräftigen. So könnte es auch zu kontroversen Diskussionen unter den Wissenschaftlern kommen.

626486_web_R_K_B_by_Volker Wortmann_pixelio.de Bildquelle: © Volker-Wortmann/pixelio.de

Zur Vertraulichkeit verpflichtet

Wer der Einladung gefolgt war, musste sich der sogenannten „Chatham House Rule“ unterwerfen. Danach dürfen sich die Teilnehmer zwar über die Inhalte der Veranstaltung äußern, nicht aber offenlegen, wer was gesagt hat.

Die Veranstaltung gliederte sich grob in drei Themenschwerpunkte: “Fokus Finanzinvestoren/Warentermingeschäfte”, “Fokus Welternährung/Entwicklungsländer” und “Fokus Politik/Regulierung”. Die Positionen sollen sich nach übereinstimmenden Aussagen nicht sonderlich angenähert haben. Auch scheint die Deutsche Bank nicht einlenken zu wollen und weiterhin entsprechende Finanzinstrumente auflegen. Und dass obwohl der Ex-Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, noch zum Abschied sagte, dass es kein Geschäft wert sei, den guten Ruf der Deutschen Bank aufs Spiel zu setzen.

Kleingeld kann teuer werden

Kleingeld ist für viele Menschen ein notwendiges Übel. Bei vielen Einkäufen erhält man die Münzen als Rückgeld und sammelt sie im Portemonnaie, bis dieses zu voll ist. Dann wandern die Münzen ins Sparschwein und werden dort weiter gesammelt. Da Geschäfte, Gaststätten oder Tankstellen nicht verpflichtet sind mehr als 50 Münzen anzunehmen, kann man das Geld verschenken, spenden oder einfach wieder zur Bank bringen. Doch bei einigen Kreditinstituten kann einem diese Sammelleidenschaft von Kleingeld recht teuer zu stehen kommen. Einige Banken und Sparkassen verlangen für die Einzahlung von Kleingeld eine Gebühr.

Ein Beispiel für eine kostenpflichtige Einzahlung von Kleingeld, in Bankkreisen auch als loses Hartgeld bezeichnet, ist Deutschlands zweitgrößte Sparkasse, die Sparkasse Köln-Bonn. Für die Einzahlung von diesem losen Hartgeld nimmt die Sparkasse eine einmalige Gebühr von 3 Euro je Sicherheitstasche, auch Safe Bag genannt. Deutschlands größte Sparkasse, die Hamburger Sparkasse, nimmt das Hartgeld gerollt oder im Beutel in der Regel kostenfrei entgegen. Wer keine Kosten für den Umtausch von Kleingeld zahlen möchte, muss sich an eine der 41 Filialen der Deutschen Bundesbank wenden, hier wird das lose Hartgeld in unbegrenzter Menge umgetauscht.

652588_web_R_B_by_CIS_pixelio.de Bildquelle: © CIS/pixelio.de

Bei seiner Bank anfragen

In der Regel erheben die Kreditinstitute keine Gebühren, sofern der Kunde das Hartgeld auf sein Konto einzahlen möchte. Wenn man sein Kleingeld allerdings beim Kassierer eintauschen möchte, sollte man erst fragen, ob eine Gebühr dafür erhoben wird. Selbst wenn man in die Preisaushänge vieler Kreditinstitute schaut, wird man keine konkreten Angaben finden. Richtig teuer kann es allerdings werden, wenn man sein Kleingeld auf ein fremdes Konto einzahlen möchte, dabei wird in der Regel auch keine Ausnahme gemacht, wenn eine Mutter für ihr Kind einzahlen möchte, oder Oma ihren Enkeln ein wenig Taschengeld auf das Konto einzahlt.

Was im ersten Moment unglaublich klingt, findet tatsächlich Anwendung, so nimmt die Commerzbank zum Beispiel 1 Promille des Betrags, mindestens jedoch 5 Euro, möchte man das Kleingeld gar auf das Konto einer fremden Bank einzahlen, fallen 2 Promille, mindestens 10 Euro an. Bei der Frankfurter Sparkasse ist die Einzahlung zu Gunsten eines Kontos bei einem anderen Institut ebenfalls möglich. Die Frankfurter lassen sogar Einzahlungen auf Konten im Ausland zu. Die genauen Kosten kann man im Preisverzeichnis der Sparkasse einsehen. Die Frankfurter nehmen übrigens auch eine Gebühr für die Einzahlung auf das Kundenkonto. Sollte ein Kunde auf sein Sparkonto einzahlen, ist dies in der Regel kostenfrei, auch für Kinder und Jugendliche ist die Einzahlung kostenfrei.

Automaten auf dem Vormarsch

Banken und Sparkassen befinden sich im laufenden Wandel. Nicht mehr in jeder Kasse befindet sich eine Zählmaschine, mit der der Kassierer das Kleingeld direkt zählen kann. Auch gibt es, besonders in kleineren Zweigstellen, nicht einmal mehr eine Kasse. Diese Kreditinstitute weichen dann auf die Safe Bags aus und lassen das Geld zentral zählen. Die Einzahlung erfolgt entsprechend ein bis zwei Tage nach Abgabe des Safe Bags.

Wiederum andere Kreditinstitute verzichten ganz auf „Manpower“ für die Einzahlung von Kleingeld und setzen vermehrt automatische Zählmaschinen ein, die den Kunden zur Einzahlung auf ein Kundenkonto zur Verfügung stehen. Für die Einzahlung von Scheinen haben einige Kreditinstitute zudem Geldautomaten, eine Einzahlung auf das Kundenkonto zulassen. Kunden können so, unabhängig von Kassenöffnungszeiten, Gelder einzahlen.

420349_web_R_B_by_Viktor Mildenberger_pixelio.de(1) Bildquelle: © Viktor-Mildenberger/pixelio.de

Bargeld noch immer der Favorit

Deutschland ist noch immer das Land der Barzahler. Auch wenn Kontokarten und Kreditkarten mittlerweile nahezu jedem Kunden zur Verfügung stehen, wollen die Deutschen am liebsten immer noch mit Bargeld ihre Einkäufe bezahlen. Der Einzelhandel hat ermittelt, dass rund die Hälfte der Umsätze in bar erfolgen. Einer Studie der Deutschen Bundesbank zufolge hat jeder Deutsche 103 Euro Bargeld im Portemonnaie.

In anderen Ländern Europas ist das Verhältnis vollkommen anders. Länder wie Polen und Dänemark zum Beispiel, bevorzugen die einfache und schnelle Kartenzahlung. Schaut man nach Schweden, wird man dort Ideen vorfinden das Bargeld sogar ganz abzuschaffen. Hier wird nahezu jeder Umsatz mit der Karte gezahlt. In Deutschland dies noch undenkbar.

681054_web_R_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de Bildquelle: © Tim-Reckmann/pixelio.de

Gibt es bald keine Gratiskonten mehr?

Kunden sind das wichtigste Gut einer jeden Bank. Entsprechend hart wird der Kampf um jeden Kunden gekämpft. Ein gutes Mittel Kunden zu locken ist das Girokonto. Viele Jahre galt das kostenfreie Girokonto als absolutes Muss. Einige Sparkasse haben dieses Konto eingeführt, um Kunden zu belohnen, die alle Bankgeschäfte Online abwickeln. Die Direktbanken sind auf diesen Zug gerne mit aufgesprungen und haben ihre Kostenvorteile genutzt, um den Kunden kostenfreie Konten zur Verfügung zu stellen. Diese Entwicklung gab es schon rund um das Jahr 2000.

Eine weitere Steigerung war dann, den Kunden neben einem kostenfreien Konto, auch mit einer Wechselprämie zum Wechsel der Bankverbindung zu motivieren. Vorreiter war im Jahr 2008 die Comdirect Bank. Als sie diese Maßnahme quasi zum Höhepunkt der Finanzkrise verkündete, war dies ein Tabubruch.

660393_web_R_by_La-Liana_pixelio.de Bildquelle: © La-Liana/pixelio.de

Gute Geschäfte für die Direktbanken

Das Preisbrecher Angebot der Comdirect hat für große Empörung gesorgt, doch als sich der Erfolg auch bald mit einer Steigerung von Girokonten bemessen ließ, stiegen auch andere Banken mit auf den Zug auf. Derzeit bieten die Ing-Diba, Cortal Consors und 1822 direkt seinen Kunden kostenfreie Girokonten, mit einer Neukundenprämie von 50 Euro. Alle hoffen, dass man eine ähnliche Entwicklung erlebt wie Comdirect, wo man die Anzahl der Girokonten verdoppeln konnte und nun über eine Millionen Girokonten verwaltet.

Wenn man sich auf den Bankenmarkt umschaut, wird man feststellen, dass jedes dritte Konto kostenfrei geführt werden kann. Man muss sich also Neues ausdenken, um noch wahrgenommen zu werden und so war auch die Comdirect wieder Vorreiter, weil sie nun auch eine Zufriedenheitsgarantie aussprach. Wenn man mit dem Konto nicht zufrieden ist, soll man 100 Euro erhalten, so verspricht es die Werbung.

657396_web_R_K_B_by_GG-Berlin_pixelio.de Bildquelle: © GG-Berlin/pixelio.de

Kann man diese Maßnahmen aufrechterhalten?

Diese Frage stellen sich nicht nur die Direktbanken selbst, sondern auch viele Experten. Nach Schätzungen kostet die Akquise von Neukunden mit einer Wechselprämie rund 150 bis 300 Euro. Wenn man dann noch sieht, dass die Kunden keine Kontoführungsgebühren zahlen, die EC-Karte gestellt bekommen und bei einigen Banken sogar eine Guthabenverzinsung erhält, ist es fraglich wann und wie die Bank an den Kunden verdienen will.

Der Vertrieb ist also wieder mehr gefragt und muss sehen, dass die Kunden mit kostenfreien Konten mehr Produktabschlüsse machen. Über diese Schiene muss das Geld für die Neukundenakquise gewonnen werden. Auch ist es für diese Banken nicht ganz unwichtig, dass die Kunden einen Dispo haben und diesen auch nutzen. Die Dispozinsen sind nämlich meist deutlich höher als in den Banken und Sparkassen „um die Ecke“.

Für die meisten Filialbanken und Sparkassen sind die Gratiskonten ein notwendiges Übel, oder wurden mittlerweile ganz abgeschafft. Die Kontoführung bei einer Bank oder Sparkasse ist eine Dienstleistung und für Dienstleistungen muss man bekanntlich zahlen. Entsprechend finden sich nach einer Recherche vom „Handelsblatt“ auch nur vier Sparkassen, die noch aktiv mit einem Gratiskonto werben. Auch Großbanken, wie die Deutsche Bank, haben keine Gratiskonten mehr, die Zeit von „Geiz ist Geil“ scheint somit langsam zu Ende zu gehen.

Sparen Bildquelle: © Thorben-Wengert/pixelo.de