Kategorie-Archiv: Persönlichkeiten

Die reichsten Männer der Welt

Als eines der wichtigsten US-amerikanischen Wirtschaftsmagazine veröffentlicht das Forbes-Magazin bereits seit 1987 die Liste der reichsten Menschen der Welt. Gelistet werden jährlich in „The World’s Billionaires“ alle Menschen weltweit, deren persönliches Vermögen mindestens eine Milliarde US-Dollar beträgt. Bezüglich des Titels gilt es zu beachten, dass „billion“ das englische Wort für „Milliarde“ ist.Angehörige von Königshäusern werden jedoch genau wie Diktatoren nicht in die Liste aufgenommen, obgleich ihr geschätztes Vermögen möglicherweise das der Ranghöchsten übersteigt.

Lange Zeit führte Microsoft-Begründer Bill Gates die Forbes-Liste an. Mit einem geschätzten Vermögen von derzeit 61 Milliarden wurde er inzwischen auf Platz zwei verdrängt. Listen-Erster ist seit 2010 der mexikanische Telekommunikations-Unternehmer Carlos Slim Helú. Das Vermögen des 72-Jährigen wird derzeit auf schätzungsweise 69 Milliarden beziffert. Der amerikanische Großinvestor und Unternehmer Warren Edward Buffet liegt mit 44 Milliarden auf Platz drei.

Die meisten Milliardäre findet man unter US-Amerikanern. Derzeit sind 412 Amerikaner auf der Forbes-Liste zu finden. Auf Platz zwei rangiert Russland mit 54 Milliardären und Deutschland mit 41 Listeneinträgen.

Als reichster Deutscher gilt derzeit Karl Albrecht, der 92-Jährige Gründer von Aldi Süd. Sein Gesamtvermögen beträgt ca. 25,4 Milliarden US-Dollar. Er ist derzeit der einzige Deutsche unter den ersten zehn Plätzen der „World’s Billionaires“.

Deutsche Manager unter internationalen Top-Verdienern

Die Chefs der größten deutschen Konzerne, das sind die DAX-Unternehmen, verdienen zwar noch nicht durchweg internationale Spitzengehälter, sie sind aber deutlich aufgerückt. Die Beratungsgesellschaft Hostettler/Kramarsch & Partner veröffentlichte jetzt einen Bericht über die Vergütungen des Jahres 2011, der einen Zuwachs um 9 Prozent auswies. Durchschnittlich 5,04 Millionen Euro verdient demnach ein DAX-Konzernchef, was immer noch deutlich weniger ist als das, was der Chef eines Dow-Unternehmens (12,5 Millionen) oder eines Euro-Stoxx-Unternehmens (6,6 Millionen) verdient. Deutsche Manager unter internationalen Top-Verdienern weiterlesen

Theorie der Reflexivität – George Soros Anlagestrategie

George Soros - World Economic Forum Annual Meeting Davos 2010

George Soros (geboren 1930 in Budapest als György Schwartz) zählt zu den historisch erfolgreichsten Investoren und Spekulanten (wertfrei), einige Pressestimmen bezeichnen ihn als den erfolgreichsten Finanzmanager der letzten 30 Jahre. Er betreute seit den 2000er Jahren vorwiegend Fonds, darunter den bekannten Quantum Endowment, und kehrte mit persönlichen (finanziellen) Engagements im Jahr 2007 ins spekulative Geschäft zurück. Auslöser war für ihn die sich abzeichnende Finanzkrise. Im Jahr 2007 erzielte er mit dem Quantum Endowment Fund eine Rendite von 2,9 Milliarden Dollar, was 32 Prozent Gewinn entsprach.

Soros als Finanzmanager und Spekulant

Das Wort Spekulant wird in diesem Zusammenhang völlig wertfrei gebraucht. Soros verdiente 2008 als bestbezahlter Hedgefonds-Manager 1,1 Milliarden Dollar, zwischen Mitte 2008 bis Mitte 2009 erzielte er eine Gesamtvermögensrendite von 40 Prozent. Das war die Zeit, als sämtliche bekannten Mechanismen an den Finanzmärkten versagten, Banken gerettet werden mussten, die Welt in eine Finanzkrise stürzte und junge Trader- und Investmenttalente entweder versagten oder gleich – wie Jérôme Kerviel von der SocGen – kriminell wurden. Die Grundlage von Soros´ Erfolgen ist nach seinen eigenen Worten seine “Theorie der Reflexivität”. Er beschreibt sie in “Alchemie der Finanzen” (Börsenmedien, 3. deutsche Auflage von 2007). In diesem Buch erklärt Soros, wie eine Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen Welt und der tatsächlichen Realität zustande kommt, dringt also tief auf eine philosophische Ebene vor. Zwangsläufig bezieht er sich auf seinen Professor Karl Popper (1902 – 1994), einen der wichtigsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Der Investmentansatz von Soros entstand als philosophisches Konzept.

Die Reflexivität

Der ethische Hintergrund des Konzeptes darf nicht unerwähnt bleiben. Georges Soros, der Philanthrop, kritisiert schon länger scharf die Verwerfungen an den Kapitalmärkten und bezeichnet die Verherrlichung von Marktmechanismen als gefährliche Ideologie “schlimmer als der Kommunismus”. Zwangsläufig ist Reflexion eine Abkehr von der Vorstellung, Märkte würden perfekt funktionieren und wären “irgendwie immer gerecht”. Das ist ein geflügeltes Wort unter Tradern: “Der Markt hat immer recht.” Nein, behauptet Georges Soros, das hat er nicht. Und er ist auch keinesfalls so simpel zu erklären, wie es Abendkommentatoren in Nachrichtenjournalen versuchen: Firma XY hat Gewinne gemeldet, nun müssen die Kurse steigen. Das tun sie nicht? – Nun gut, dann haben die Investoren die Gewinne erwartet, nun stoßen sie vorausschauend schon wieder ab. Das wäre ein Modell, in dem der Wettbewerb perfekt funktioniert. Alle Informationen stehen in den Kursen, Charts bewegen sich nach Gesetzen, man kann sie prognostizieren. Soros widerspricht. Nach seiner Auffassung ist das klassische Konzept, nach dem Märkte prinzipiell im Gleichgewicht stehen, theoretisch falsch und für das praktische Handeln völlig irrelevant. Vielmehr sind sämtliche Entwicklungen, insbesondere in jüngerer Zeit, auf die Reflexion zwischen Marktteilnehmern und politisch Verantwortlichen zurückzuführen. Diese reagieren ausschließlich psychologisch, und zwar auf der Basis des “unvollkommenen Versehens”. Daher rät Soros vom blinden Vertrauen in die Märkte strikt ab, dieses ist gefährlicher als eine totalitäre Ideologie. Im selben Atemzug kritisiert der Marktphilosoph das Primat von Marktwerten über kollektive, politische und soziale Werte.

Hedgefondsmanager John Paulson verkauft Goldanteile – Anzeichen für eine Preiswende?

Einer der weltweit wichtigsten Investoren, der US-amerikanische Hegdefonds-Manager John Paulson, hat sich im Herbst 2011 von Milliardenbeständen an Gold getrennt. Die Finanzwelt rätselt über die Hintergründe.

Trendsetter Paulson?

John Paulson gilt als Liebhaber von Gold, und er muss als Koryphäe bezeichnet werden. Der studierte Finanzwirtschaftler, Jahrgang 1955, ist Gründer der Investmentgesellschaft Paulson & Co, der er auch als Präsident vorsteht. Die 1994 gegründete Gesellschaft verwaltete im Jahr 2008 bereits 28 Milliarden US-Dollar. Damit wird John Paulson zu einem der wirklichen Big Player unter den privaten Investoren weltweit gezählt.
Finanzexperten versuchen die Gründe für Paulsons Goldverkäufe zu analysieren. Verschiedene Hypothesen stehen im Raum, denn dass Paulson seine Affinität zu Gold generell beendet hat, gilt als unwahrscheinlich. Er hatte in Indexfonds auf Gold investiert, die viel Gebühren kosten, möglicherweise hat er in Goldbarren umgeschichtet, die preiswerter zu verwalten sind. Vielleicht benötigte er auch Liquidität, denn andere seiner Fonds hatten seit der 2008er Finanzkrise Wertverluste erlitten, worauf sich Anleger zurückzogen. Deren Anteile müssen ausgezahlt werden, wozu der Cash-flow aus den Goldverkäufen dienen könnte. Insgesamt rund ein Drittel an seinen Anteile am SPDR Gold Shares hat Paulson bis Ende September 2011 verkauft, der Fonds ist einer der größten Indexfonds auf Gold weltweit. Die Transaktion musste der Aufsichtsbehörde SEC pflichtgemäß gemeldet werden, was Einblick in die Anlagepolitik des Fonds ermöglicht. Am aktuellen Marktwert des Goldes gemessen verkaufte Paulson Anteile für 1,94 Milliarden Dollar. Wenn nicht die beschriebenen Gründe des Cash-Bedarfs ausschlaggebend waren, könnte Paulson auch auf einen sinkenden Goldpreis spekulieren.

Goldpreisentwicklung: Prognosen

Schon Georges Soros hatte sich im ersten Halbjahr 2011 von Goldengagements getrennt, dass Paulson dem jetzt folgt, könnte Prognosen über die Goldpreisentwicklung zulassen. Denn das gelbe Metall hat seit dem Beginn der 2000er Jahre, befeuert durch mehrere Finanzkrisen, eine rasante Rallye hingelegt, die es an historische Höchststände in der Spitze über 1.900 Dollar pro Feinunze geführt hat (September 2011). In diesem Moment verkaufte Paulson endgültig, was sich als kluger Schachzug herausstellen könnte. Denn das im September 2011 markierte Goldhoch ist ein wirkliches All-Time-High, wie es die Welt nicht alle Tage sieht – auf Sicht von tausend Jahren. Experten, die ultralange Charts untersuchen und den Goldpreis beispielsweise mit dem von Grund und Boden, Immobilien oder anderen Währungen abgleichen, ermittelten für exakt das 15. Jahrhundert einen annähernd gleich hohen Goldpreis. Danach fiel der Preis, im 20. Jahrhundert pendelte er bis auf einen kurzen Ausbruch in den 1970er Jahren (nach der Aufgabe der Goldpreisbindung wichtiger Währungen) jahrzehntelang auf niedrigem Niveau in einer engen Range. Aus dieser Perspektive ist die Grenze zwischen rund 1.800 bis 1.900 Dollar ein ultraharter Widerstand – Gold muss eigentlich fallen.