Kategorie-Archiv: Geldanlage

Droht eine Immobilienblase?

Wer Geld hat und es anlegen möchte, tut dies in der Regel nur mit Investments die eine hohe Rendite versprechen. Leider findet man eine solche Anlage in der heutigen Zeit kaum noch, daher weichen viele Anleger auf Immobilien aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Moody´s Analytics und kann auch gleich einen Grund dafür liefern. Laut der Studie ist die Europäische Zentralbank (EZB) als Schuldiger ganz klar zu nennen. Die EZB kauft seit März kauft für monatlich 60 Milliarden Euro Staatsanleihen an. Diese Einkäufe drücken die Rendite und lassen daher Anleger andere Möglichkeiten zur Geldanlage suchen.

Auf der Suche nach lukrativen Immobilienanlagen drängen sie dabei vermehrt auf den deutschen Markt, der als sicherer Hafen gesehen wird. Seit 2009 kann man eine Preissteigerung auf dem deutschen Immobilienmarkt erkennen. Da die Preise schon vor der Krise nicht allzu hoch waren, hat Deutschland im Gegensatz zu den Nachbarländern keinen Einbruch bei den Immobilienpreise während der Krise hinnehmen müssen.

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Doch nicht alle freuen sich über diese Entwicklung, gerade die Bundesbank beobachtet sie mit einer gewissen Sorge. Gerade in sehr beliebten Großstädten sind die Preise rasant gestiegen und werden sogar mit 10 bis 20 Prozent über dem Wert bewertet. Zu den beliebten Städten gehören unter anderem München, Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Laut der Bundesbank hat sich die Preissteigerung aber im vergangenen Jahr abgeschwächt. Auch wenn es in einigen Städten eine Überbewertung gibt, will man von Seiten der Bundesbank noch nicht von einer Immobilienblase sprechen. Sie verweist auf die weiteren strikten Anforderungen an die Banken bei der Kreditvergabe und deren Einhaltung.

Wirft man den Blick nach England, kann man große Risiken für eine Blase erkennen. Die dortige Regierung hat ein spezielles Programm für den Häusermarkt aufgelegt und die Kreditaufnahme angekurbelt. Laut der Studie läuft besonders in London der Markt heiß. Schlimmer sieht es nur noch in Norwegen aus. Durch den Ölpreisverfall hat die Notenbank den Leitzins gesenkt um die Wirtschaft zu stützen. Davon profitiert natürlich auch der Immobilienmarkt und befindet sich schon bald am Siedepunkt. Vor allem in Oslo sind die Preise rasant gestiegen. Um gegen zu steuern hat die Regierung nun die Kapitalanforderungen an Hypothekenkredite erhöht. Ob dies den gewünschten Effekt bringt, bleibt abzuwarten.

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Anlegen mit gutem Gewissen

Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Thema bei der Produktion von Wirtschaftsgütern. Bei der Produktion schauen die Konsumenten zum Teil sehr genau wie Nachhaltig die gekauften Produkte sind. Nun wird das Thema Nachhaltigkeit aber auch immer wichtiger für Anleger. Viele Großanleger investieren neusten Studien nach nachhaltig. Sie wollen ihr Geld in nachhaltige und grüne Investments investieren, wohl nicht nur um in der Nacht ruhig schlafen zu können.

Die Union Investment hatte die Studie unter Großanlegern – zum Beispiel Versicherer, Pensionskassen, Unternehmern und Stiftungen – in Auftrag gegeben. Dem Ergebnis zufolge berücksichtigen 58 Prozent der Investoren Nachhaltigkeitskriterien für ihre Anlage. Damit gab es wieder einen leichten Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren, im letzten Jahr waren es noch 56 Prozent und im Jahr davor noch 48 Prozent. Nachhaltige Investments haben einen festen Platz in den Portfolios der Großanlegern, 80 Prozent können sich einen Ausstieg aus dieser Anlageform nicht vorstellen.

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Wird es ein Qualitätssiegel geben?

Natürlich sind nachhaltige Investments nicht nur für Großanleger zu haben, auch die Privatanleger haben die Möglichkeit mit „gutem Gewissen“ ihr Geld anlegen zu können. Doch die richtige Anlage zu finden ist sehr schwer, nicht zuletzt wegen fehlender Kriterien und Regeln wie ein nachhaltiges Investment auszusehen hat. Es wird daher die Forderung lauter nach einem Qualitätssiegel für nachhaltige Kapitalanlagen.

Nach Angaben des Sustainable Business Institute (SBI) gibt es rund 400 nachhaltige Publikumsfonds in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ist die 47 Milliarden Euro (Stand Ende März 2015) investiert sind. Das SBI berücksichtigt in ihrer Analyse nur Fonds, die in besonderer Weise soziale, ökologische oder ethische Kriterien verfolgen. Leider basiert dieses Verfahren ausschließlich auf Angaben der Fondsgesellschaften.

Weil die nachhaltigen Investments noch nicht so klar zu erkennen sind, bilden sie noch immer ein Nischenprodukt für die Privatanleger. Eine interessante Zahl die diese These untermauert ist, dass von hierzulande 883 Milliarden Euro Vermögen in Publikumsfonds, nur etwa 1,4 Prozent in Fonds mit nachhaltigen Investments angelegt sind. Den größten Anteil machen traditionell die Aktienfonds aus, gefolgt von Rentenfonds und Mischfonds.

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Was sind die Motivationen für nachhaltige Investments

Die eingangs genannte Studie hat auch einige Aspekte zur Motivation der Anleger durchleuchtet. 90 Prozent der Anleger sehen ein solches Investment als mit Abstand beste Maßnahme, um als Unternehmer oder Organisation einen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit leisten zu können. Als zweiten wichtigen Punkt nennen die Anleger eine gute Unternehmensführung (Corporate Governance). Fast ebenso oft wird das soziale Engagement und Maßnahmen zum Umweltschutz genannt.

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Fonds, der langfristige Erfolg

Aktionäre schauen in diesen Tagen sorgenvoll auf ihr Depot. Die Krise um die Zukunft Griechenlands und die Turbulenzen in China lassen die Depotwerte langsam schmelzen. Von der großen Freud die Anfang des Jahres aufgrund der stetig steigenden Kurse ist momentan nicht viel geblieben. Seit Jahresbeginn hatte der Dax zeitweise um 25 Prozent zugelegt, zum jetzigen Zeitpunkt hat man aber nur noch ein Plus von rund 9 Prozent. Wer den Absprung in der Hochzei der Dax im April verpasst hat, wird sich nun doch ärgern, wobei man realistisch sehen muss, dass 9 Prozent Kursgewinn auch noch sehr gut sind.

Diese Kursunterschiede kann man auch gut bei den Fonds erkennen. Schaut man sich die Aktienfonds mit den Anlageschwerpunkt Deutschland an, haben sie in den letzten 3 Jahren einen Wertzuwachs von über 60 Prozent verzeichnet. Schaut man sich den Wertzuwachs aber nur innerhalb eines Jahres an, kommt man auf einen Wertzuwachs von rund 14 Prozent und auch der Fondsverlauf in den vergangenen 6 Monaten liegt nur bei 15 Prozent im Plus. Man sieht also wie wichtig es ist Aktienfonds nicht als kurzfristiges Investment zu sehen, mit Geduld macht man deutlich mehr Gewinn.

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Nebenwerte als gutes Investment

Die Standardwerte im Dax sind mit Sicherheit immer ein lohnendes Investment, man sollte aber auch ruhig einen Blick auf die Nebenwerte werfen, denn auch hier lassen sie gute Kursgewinne mitnehmen. Gerade in den letzten Wochen haben die Nebenwerte sogar besser abgeschnitten als die Standardwerte. Der M-Dax steht seit Jahresbeginn mit einem Plus von mehr als 20 Prozent äußerst gut da. Besser sind nur noch die Technologiewerte im Tec-Dax, der sogar ein Plus von rund 27 Prozent erzielen konnte.

Da die Nebenwerte so eine hervorragend Entwicklung nehmen, tauchen sie auch nicht umsonst in den Bestenlisten der Fonds auf. Unter den 5 besten Aktienfonds Deutschlands befinden sich 3 Nebenwertefonds. Dies ist allerdings nicht nur der aktuellen Entwicklung geschuldet, denn diese drei Fonds halten sich schon sehr lange in den Spitzenpositionen der Aktienfonds und haben sich dort etabliert.

Große Erfolge verzeichnen auch defensiv ausgerichtete Fonds. Einige dieser Fonds investieren vorwiegend in deutsche Aktientitel und mischen noch ein paar Dividendentitel aus Drittstaaten dazu. Was sich ein wenig konservativ und damit langweilig anhört, hat durchaus Erfolg. Allerdings gilt hier um so mehr Geduld zu beweisen und die Anlage als langfristigen Teil ins Portfolio aufzunehmen.

Wer sein Portfolio mit einigen Aktienfonds durchmischen möchte, kann bei Onvista.de einige Fondsvergleiche anstellen, klicken Sie einfach hier.

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Gesetzentwurf zu Dispozinsen

Am Mittwoch brachte das Bundeskabinett einen lang diskutierten Gesetzentwurf auf den Weg. Dieses soll die Verbraucher besser vor hohen Dispozinsen und Risiken bei Immobilienfinanzierungen schützen. Es hat weiterhin intensivere Informationen und Beratungen zum Ziel.

Um die Ziele zu erfüllen müssen Banken und Sparkassen einige Anforderungen erfüllen. So ist etwa vorgesehen, dass sie die Kunden über Alternativen aufklären müssen, sofern der Dispo ein halbes Jahr lang zu mehr als 75 Prozent ausgeschöpft wurde. Um die aktuellen Dispozinsen miteinander besser vergleichen zu können, sollen sie weiterhin die Dispozinsen im Internet veröffentlichen. Banken wird es so schwerer gemacht unangemessen hohe Zinsen zu verlangen und Verbraucher können die Dispozinsen einfacher zwischen den Banken vergleichen.

Bei den Immobiliendarlehen soll es strengere Regelungen geben. Die Banken und Sparkassen werden verpflichtet die Kunden vor der Vergabe streng auf Kreditwürdigkeit zu prüfen und umfassend über das Angebot zu informieren. Die bisher zum Teil übliche Koppelung an andere Finanzprodukte soll nur noch in ganz bestimmten Fällen erlaubt werden.

Kreditvermittler werden durch den neuen Gesetzentwurf ebenfalls an eine kürzere Leine genommen. Die Inanspruchnahme eines Kredites war bisher oft mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden gewesen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sollen so besser vor Fehlentscheidungen geschützt werden.

Mit dem Gesetzentwurf kommt der Gesetzgeber den Verbraucherschützern entgegen, die schon seit längerem schärfere Regelungen verlangen. Allerdings werden nicht alle Forderungen erfüllt, denn die Verbraucherschützer verlangen eine Deckelung der Zinssätze auf eine feste Höhe, dem kommt man hiermit nicht nach. Der Verbraucher soll durch bessere Informationen und einen vertraglich festgesetzten Dispositionskredit besser geschützt werden.

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Deutscher Zertifikatemarkt schrumpft

Das niedrige Zinsvolumen setzt dem deutsche Zertifikatemarkt ordentlich zu. Im April sank das Marktvolumen mit 75,2 Milliarden Euro auf seinen niedrigsten Stand seit April 2005. Selbst die Insolvenz der Zertifikatsanbieters Lehman Brothers im Herbst 2008 hatte das Marktvolumen nicht so weit sinken lassen. Gerade das Segment der strukturierten Anleihen (Zertifikate mit regelmäßiger Zinsausschüttung) verliert zunehmend an Attraktivität. Dieses Segment machte bislang deutlich mehr als die Hälfte des Gesamtmarktes aus, ihr Anteil ist aber bereits auf rund 38 Prozent gefallen.

Mit einem weiteren deutlichen Rückgang in dieser Produktkategorie wird bereits von Experten gerechnet. Betrachtet man den Martführer, die Deutsche Bank, sieht man dass in den nächsten Monaten einige Papiere mit hohem Volumen auslaufen, es aber an adäquaten Nachfolgeprodukten mangelt. Andere Emittenten haben ganz ähnliche Probleme. Die meisten der fälligen Produkte haben eine Laufzeit von 5 Jahren, den Kunden konnte damals ein Zins von über drei Prozent geboten werden. Schaut man auf den heutigen Markt, findet man Papiere mit einer Verzinsung von unter einem Prozent. Es ist daher nicht verwunderlich wenn die Kunden ihr Geld vorerst auf dem Girokonto parken und abwarten wie sich der Markt entwickelt. Auch die Kapitalschutzzertifikate, bei denen der Kunde sein Kapital garantiert zurück erhält und seine Rendite ausschließlich aus der Entwicklung des Aktienindexes bezieht, finden heutzutage kaum noch Beachtung.

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Doch wie sollte man anlegen?

Der Trend geht zurück zu einfachen Produkten. Während der Zertifikatemarkt binnen eines Jahres um fast 20 Prozent nachgelassen hat, hat der Aktienmarkt um knapp 20 Prozent zugelegt. Wie bereits eingangs erwähnt, sind die strukturierten Anleihen der große Verlierer dieser Entwicklung. Bonitätsanleihen, Aktienanleihen, Express- und Discountzertifikate konnten hingegen Zuwächse verzeichnen.

Indexzertifikate haben zwar ebenfalls leicht nachgelassen, sind aber ein einfacher und günstiger Klassiker, den Anleger gerne nutzen. Einige Indexzertifikate verfolgen allerdings neue Strukturen und neue Basiswerte, so dass Anleger in neue Regionen und Anlageklassen problemlos investieren können. Doch nicht alle dieser neuen Anlagen versprechen den gewünschten Erfolg und so geht der Trend wohl weiterhin zur Einfachheit.

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Bundesanleihen sind nicht mehr gefragt

In diesen Tagen wurde wieder einmal Geschichte in Deutschland geschrieben. Bei der fünften Auktion in Folge sind erneut nicht alle Anleihenserien des Bundes verkauft worden. Am gestrigen Mittwoch wurden lediglich 1,5 Milliarden Euro von den Banken geboten. Geplant war ein Volumen von 2 Milliarden Euro für im Jahr 2046 fällige Anleihen abzusetzen.

Der auszugebende Titel hat einen Zinscoupon von 2,5 Prozent. Erstmals wurde er im Februar 2014 angeboten und könnte seitdem noch nicht vollständig ausgegeben werden. In den fünf Auktionen dieser Serie wurden Anteile im Wert von über 11 Milliarden Euro angeboten, bislang wurden aber lediglich 9,1 Milliarden Euro angefragt.

Es ist davon auszugehen, dass die Investoren sich wegen der niedrigen Rendite zurück halten. Derzeit liegt die Durchschnittsrendite auf dem Marktniveau von 1,18 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) darf diese Bundesanleihe erst ab August 2015 erwerben, was an den Bedingungen zum EZB Kaufprogramm liegt. Hiernach darf die EZB nur Papiere mit einer maximalen Laufzeit von 31 Jahren betragen. Diese im Februar 2014 aufgelegte Bundesanleihe hatte eine Laufzeit von mehr als 32 Jahren und wird im August 2046 fällig. Sollten die Zinsen in dieser Zeit ansteigen, wovon aufgrund der langen Laufzeit auszugehen ist, erleiden die Anleger einen Kursverlust. Die Investoren sind nicht bereit ein solches Risiko bei einer so geringen Rendite einzugehen.

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Verbesserter Schutz für Kleinanleger

Der sogenannte graue Kapitalmarkt birgt noch immer hohe Risiken für Kleinanleger. Pleiten, wie die des Windkraftunternehmens Prokon, verdeutlichen dies eindrucksvoll. Das Unternehmen hatte von rund 75.000 Anlegern 1,4 Milliarden Euro eingesammelt, ehe es im Jahr 2014 Insolvenz anmelden musste. Nun drohen den Anlegern sehr hohe Verluste.

Privatleger sollen über Chancen und Risiken von Geldanlagen besser und umfangreicher informiert werden. So sieht es quasi im Kern eines neuen Gesetzes aus, welches vom Bundestag verabschiedet wurde. Dabei geht es nicht nur um neue Anforderungen an die Verkaufsprospekte von Banken und Versicherungen, insbesondere Anlagen die nicht von Banken und Versicherungen vertrieben werden sollen umfangreicher kontrolliert werden. Die Prospekte müssen zudem mehr Informationen zum Anbieter der Anlage enthalten und stets aktuell gehalten werden, die sogenannte Nachschuss-Pflicht wird verboten. Auch die Rechte der Finanzaufsicht BaFin werden gestärkt, sie darf Warnungen zu bestimmten Anlagen veröffentlichen oder sogar einzelne Produkte verbieten. Zudem ist es ihr gestattet Werbung für bestimmte Finanzanlagen zu beschränken.

Die Politik ist mit der neuen Regelung sehr zufrieden und bekräftigt damit ihr Vorhaben die Verbraucher besser zu schützen. Man fordert aber auch weiter den eingeschlagenen Weg zu gehen und eine Art Finanz-TÜV einzuführen. Dieser soll dann die Angebote vorab prüfen und dafür Sorge tragen, dass keine windigen Produkte auf den Markt kommen.

Bei dem verabschiedeten Gesetz gibt es allerdings eine Ausnahme, nämlich Schwarmfinanzierung (Crowdfunding) die über Internetportale vertrieben werden. Zwar besteht keine umfassende Prospektpflicht, ein Informationsblatt für Finanzanlagen muss aber dennoch zur Verfügung gestellt werden.

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Lohnt sich die Betriebliche Altersvorsorge?

Um im Alter nicht nur von einer eventuell niedrigen Rente leben zu müssen, sorgen Millionen Deutsche bereits privat vor. Doch der Markt an Altersvorsorgeprodukten unterschiedlicher Anbieter ist groß und damit zum Teil unübersichtlich. Neben der Riester Rente erfreut sich besonders die betriebliche Altersvorsorge großer Beliebtheit. Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, doch sie lohnt sich nicht für Jeden.

Die betriebliche Altersvorsorge ist im klassischen Sinne eine freiwillige Leistung des Arbeitsgebers. Der ursprüngliche Gedanke war, dass man mit dieser Versicherung den Arbeitnehmer an den Betrieb bindet. Diese Versicherung hat dich allerdings im Laufe der Jahre gewandelt, so dass in den meisten Fällen alles vom Arbeitnehmer finanziert wird, die sogenannte Entgeltumwandlung. Es gibt aber auch Mischformen, an denen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber beteiligen.

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Was ist die Entgeltumwandlung und wie funktioniert sie?

Arbeitnehmer haben bei der Entgeltumwandlung die Möglichkeit, Teile des Gehaltes oder der Sonderzahlung (z.B. Weihnachtsgeld) in Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge umzuwandeln. So kann man sich ohne großen Aufwand eine zusätzliche Rente aufbauen. Gesetzlichen Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung hat seit 2002 jeder Arbeitnehmer, der durch die gesetzliche Rentenversicherung versicherungspflichtig ist.

Wichtig bei der Entgeltumwandlung ist, dass die Beiträge für die Versicherung aus dem Bruttolohn umgewandelt werden. Im Gegensatz zu anderen Versicherungen zahlt man daher nicht vom ausgezahlten Lohn, sondern überlässt einfach seiner Firma die Überweisung der Beiträge. Diese entscheidet allerdings auch ob die Beiträge intern angelegt werden, oder bei einer Direktversicherung, oder in einem Pensionsfonds. Letztlich bleibt aber der Vorteil für den Arbeitnehmer, dass er Steuern und Sozialabgaben spart. Da die Beiträge vom Bruttolohn abgezogen werden, finanziert der Staat die Beiträge indirekt mit. Ein übliches Berechnungsbeispiel besagt, dass bei einem Beitrag von 100€ der Arbeitnehmer rund 60 Euro zahlt, den Rest übernimmt der Staat.

Allerdings ist die Zahlung vom Bruttolohn nicht nur von Vorteil. Durch den niedrigeren Bruttolohn zahlt man auch weniger Steuer und gesetzliche Sozialabgaben. Daraus ergibt sich, dass der Arbeitnehmer auch geringere Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung hat. Es muss also errechnet werden, ob die entstehenden Einbußen durch die Versicherung ausgeglichen werden. Man muss auch wissen, dass die Einzahlungen im Rentenalter versteuert werden müssen und dass auf die Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge der volle Beitrag an Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden muss.

Unter dem Strich muss man sagen, es kommt umso mehr auf eine detaillierte persönliche Beratung mit einer Modellberechnung für das Rentenalter an. Die betriebliche Altersvorsorge lohnt sich nicht für jeden, ist aber eine absolut sinnvolle Ergänzung wenn alle Rahmenbedingungen stimmen.

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Kapitalerhöhung der Deutschen Bank

Am vergangenen Freitag haben alle Aktionäre der Deutschen Bank Bezugsrechte für den Erhalt neuer Aktien erhalten. Nun haben die Inhaber bis zum 24. Juni Zeit diese auszuüben. Mit diesem Schritt kann die Bank innerhalb weniger Wochen rund 8,5 Milliarden Euro einsammeln und die milliardenschwere Kapitalerhöhung abschließen.

Ausgegeben werden 299,8 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von 22,50 Euro je Aktien. Das Bezugsverhältnis beträgt 18 zu 5, sprich für 18 alte Aktien kann der Anleger 5 neue Aktien beziehen. Kurz vor Bekanntgabe des Bezugspreises lag der Börsenkurs bei 29,70 Euro.

Mit dieser Kapitalerhöhung kann die Deutsche Bank ihre vergleichsweise dünne Kapitaldecke aufstocken. Dies ermöglicht wiederum das Investmentbanking zu stärken, was wiederum weltweite Kapitalmarktgeschäfte ermöglicht. Diese Chance möchte man sich bei der Deutschen Bank nicht entgehen lassen, zumal die großen Konkurrenten wie UBS und Barclays ihre Geschäfte zurück gefahren haben.

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Was haben die Anleger zu tun?

Zunächst sollte sich der Anleger überlegen, ob er das Angebot annehmen möchte. Wenn man sich für den Kauf entscheidet, muss man seiner Bank rechtzeitig einen Auftrag entsprechenden Auftrag erteilen. Ja nach Bank oder Sparkasse kann dies unterschiedlich ablaufen, man sollte sich die Info seiner Bank oder Sparkasse aufmerksam durchlesen.

Wichtig ist zu wissen, dass der momentane Aktienkurs deutlich höher ist, als der Kaufpreis der Bezugsrechte. Kurz nach Beendigung der Bezugsfrist wird der Aktienkurs merklich sinken, weil durch die neuen Aktien ja deutlich mehr Aktien auf dem Markt sind. Sollte man also noch keine Aktien der Deutschen Bank haben, sollte man also ruhig bis Beendigung der Bezugsfrist warten.

Wer Bezugsrechte hat, diese aber nicht ausüben möchte, braucht dies auch nicht zu tun. Der Anleger hat die Möglichkeit die Bezugsrechte vorzeitig an der Börse zu verkaufen, oder er wartet einfach bis zum letzten Tag, dann werden die Bezugsrechte bestens am Markt verkauft.

Wichtig ist auch zu wissen, dass die Dividende anfangs deutlich sinken wird, denn das für die Dividende vorgesehene Geld wird auf deutlich mehr Aktien verteilt. In den kommenden Jahren erwarten Experten aber, dass die Dividende wieder steigt.

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Jagd auf die 10.000er Marke

Der Dax ist auf der Jagd nach einer neuen Bestmarke. Nachdem die 9.900er geknackt ist, wendet sich der Dax nun der 10.000er Marke zu. Und die Chancen diese zu knacken stehen nicht schlecht, denn die niedrigen Zinsen treiben immer mehr Anleger auf den Aktienmarkt. Am Mittwoch schloss der Dax bei 9.939 Punkten ab, während er im Laufe des Tages bereits bei der Rekordmarke 9.957 Punkten war.

Link zum Dax

Für den heutigen Donnerstag wird allerdings ein ruhiger Tag erwartet, weil viele den freien Tag genießen. Dennoch richten sich die Blicke der Börsianer auf den heutigen Tag. Die Blicke richten sich aber auch schon auf die kommende Woche, denn am 5. Juni findet die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) statt. Hier wolle man Entschlossenheit zeigen und Maßnahmen ergreifen, um einer möglichen Deflation entgegen zu treten. Immer wieder kommt dabei eine noch lockerere Geldpolitik ins Gespräch, die allerdings auch den Euro belastet. Experten rechnen dennoch mit einer weiteren Zinssenkung.

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Ist unser Finanzsystem in Gefahr?

Die Anleger sind aufgrund der Entwicklung des Dax sehr zuversichtlich und erfreut, doch es gibt auch Stimmen, besonders aus Kreisender EZB, die vor einem erneuten Finanzcrash warnen. Dass der Dax nun bald die 10.000er Marke knacken könnte, lässt solche Spekulationen noch lauter werden. Auch von einer erneuten Spekulationsblase ist die Rede, denn die Anleger sind auf der Suche nach Rendite und finden diese in verzinslichen Produkten kaum noch.

Die Investoren pumpen momentan lieber ihr Geld in einen spekulativen Markt, als es den Banken zu einem niedrigen Zins, der oftmals noch nicht einmal die Inflationsrate ausgleicht, zu überlassen. Die anhaltenden Spekulationen, dass der Zins in der kommenden EZB Sitzung weiter gesenkt wird, lassen auch die letzten Anleger an einer verzinslichen Anlage zweifeln. Fachleute fürchten, dass dies den Markt überhitzen könnte und bald die Blase platzen könnte.

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Grundsätzlich droht keine Gefahr

Auch wenn Fachleute bereits wieder das Wort „Spekulationsblase“ in den Mund nehmen, sollte keine Gefahr für das Finanzsystem drohen. Grundsätzlich ist das Finanzsystem in einer guten Verfassung. Diese Einschätzung wurde bereits im letzten Finanzstabilitätsbericht ausgewiesen und zieht dort einen Vergleich zu den Krisenjahren. Besonders die großen Banken seinen besser aufgestellt und arbeiten auch weiterhin an der Stärkung ihrer Bilanzen. Die EZB kontrolliert den gesamten Sektor sehr genau und wird ab November auch die Bankenaufsicht in 18 Ländern übernehmen.

Einziger Kritikpunkt ist, dass viele Banken und Sparkassen noch immer nicht profitabel arbeiten. Auch befinden sich bei einigen Großbanken noch faule Kredite in den Bilanzen und rund die Hälfe der Großbanken im Euro-Raum hat im zweiten Halbjahr von 2013 Verluste geschrieben. Kritisch wird zudem die enge Verflechtung zwischen Banken und dem Staat gesehen.

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