Kategorie-Archiv: Aktien

Verbesserter Schutz für Kleinanleger

Der sogenannte graue Kapitalmarkt birgt noch immer hohe Risiken für Kleinanleger. Pleiten, wie die des Windkraftunternehmens Prokon, verdeutlichen dies eindrucksvoll. Das Unternehmen hatte von rund 75.000 Anlegern 1,4 Milliarden Euro eingesammelt, ehe es im Jahr 2014 Insolvenz anmelden musste. Nun drohen den Anlegern sehr hohe Verluste.

Privatleger sollen über Chancen und Risiken von Geldanlagen besser und umfangreicher informiert werden. So sieht es quasi im Kern eines neuen Gesetzes aus, welches vom Bundestag verabschiedet wurde. Dabei geht es nicht nur um neue Anforderungen an die Verkaufsprospekte von Banken und Versicherungen, insbesondere Anlagen die nicht von Banken und Versicherungen vertrieben werden sollen umfangreicher kontrolliert werden. Die Prospekte müssen zudem mehr Informationen zum Anbieter der Anlage enthalten und stets aktuell gehalten werden, die sogenannte Nachschuss-Pflicht wird verboten. Auch die Rechte der Finanzaufsicht BaFin werden gestärkt, sie darf Warnungen zu bestimmten Anlagen veröffentlichen oder sogar einzelne Produkte verbieten. Zudem ist es ihr gestattet Werbung für bestimmte Finanzanlagen zu beschränken.

Die Politik ist mit der neuen Regelung sehr zufrieden und bekräftigt damit ihr Vorhaben die Verbraucher besser zu schützen. Man fordert aber auch weiter den eingeschlagenen Weg zu gehen und eine Art Finanz-TÜV einzuführen. Dieser soll dann die Angebote vorab prüfen und dafür Sorge tragen, dass keine windigen Produkte auf den Markt kommen.

Bei dem verabschiedeten Gesetz gibt es allerdings eine Ausnahme, nämlich Schwarmfinanzierung (Crowdfunding) die über Internetportale vertrieben werden. Zwar besteht keine umfassende Prospektpflicht, ein Informationsblatt für Finanzanlagen muss aber dennoch zur Verfügung gestellt werden.

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Kapitalerhöhung der Deutschen Bank

Am vergangenen Freitag haben alle Aktionäre der Deutschen Bank Bezugsrechte für den Erhalt neuer Aktien erhalten. Nun haben die Inhaber bis zum 24. Juni Zeit diese auszuüben. Mit diesem Schritt kann die Bank innerhalb weniger Wochen rund 8,5 Milliarden Euro einsammeln und die milliardenschwere Kapitalerhöhung abschließen.

Ausgegeben werden 299,8 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von 22,50 Euro je Aktien. Das Bezugsverhältnis beträgt 18 zu 5, sprich für 18 alte Aktien kann der Anleger 5 neue Aktien beziehen. Kurz vor Bekanntgabe des Bezugspreises lag der Börsenkurs bei 29,70 Euro.

Mit dieser Kapitalerhöhung kann die Deutsche Bank ihre vergleichsweise dünne Kapitaldecke aufstocken. Dies ermöglicht wiederum das Investmentbanking zu stärken, was wiederum weltweite Kapitalmarktgeschäfte ermöglicht. Diese Chance möchte man sich bei der Deutschen Bank nicht entgehen lassen, zumal die großen Konkurrenten wie UBS und Barclays ihre Geschäfte zurück gefahren haben.

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Was haben die Anleger zu tun?

Zunächst sollte sich der Anleger überlegen, ob er das Angebot annehmen möchte. Wenn man sich für den Kauf entscheidet, muss man seiner Bank rechtzeitig einen Auftrag entsprechenden Auftrag erteilen. Ja nach Bank oder Sparkasse kann dies unterschiedlich ablaufen, man sollte sich die Info seiner Bank oder Sparkasse aufmerksam durchlesen.

Wichtig ist zu wissen, dass der momentane Aktienkurs deutlich höher ist, als der Kaufpreis der Bezugsrechte. Kurz nach Beendigung der Bezugsfrist wird der Aktienkurs merklich sinken, weil durch die neuen Aktien ja deutlich mehr Aktien auf dem Markt sind. Sollte man also noch keine Aktien der Deutschen Bank haben, sollte man also ruhig bis Beendigung der Bezugsfrist warten.

Wer Bezugsrechte hat, diese aber nicht ausüben möchte, braucht dies auch nicht zu tun. Der Anleger hat die Möglichkeit die Bezugsrechte vorzeitig an der Börse zu verkaufen, oder er wartet einfach bis zum letzten Tag, dann werden die Bezugsrechte bestens am Markt verkauft.

Wichtig ist auch zu wissen, dass die Dividende anfangs deutlich sinken wird, denn das für die Dividende vorgesehene Geld wird auf deutlich mehr Aktien verteilt. In den kommenden Jahren erwarten Experten aber, dass die Dividende wieder steigt.

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Europas Banken auf dem Weg aus der Krise

Weltweit haben die Banken nach der Finanzkrise viele Rückschläge einstecken müssen. Lieb gewonnene Freiheiten wurden eingeschränkt, die Basel Richtlinien wurden verschärft und in regelmäßigen Stresstests müssen die Banken beweisen, dass sie auch in Krisenzeiten kein Risiko darstellen. Auch die Aktien der unterschiedlichen Banken haben gewaltig gelitten und mussten teils gewaltige Kursverluste hinnehmen.

Doch nun scheint sich langsam eine Trendwende abzuzeichnen. Fast unbemerkt sind die Kurse vieler Bankaktien gestiegen, so dass viele Anleger den Anschluss verpasst haben. Doch nun sind die Kurse mancher Banken schon zu hoch, um noch auf den Zug aufzuspringen. Insbesondere die Banken aus der Europeripherie haben in der Gunst der internationalen Investoren stark zugelegt. Damit gemeint sind aber nicht ausschließlich die großen Banken aus Frankreich, Italien und Spanien, sondern auch viele kleine Banken unterschiedlicher Länder.

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Die bisherigen Gewinner

Ein sehr wechselhaftes Jahr verlebt die Banco Santander aus Spanien. Zwar stehen Erträge von fast 40 Milliarden Euro in den Büchern, dem gegenüber stehen rund 11 Milliarden Euro für Wertberichtigungen auf schlechte Kredite gegenüber. Doch trotz der Belastungen konnte ein Reingewinn von 4,4 Milliarden Euro erwirtschaftet werden und der Marktwert stieg auf mehr als 70 Milliarden Euro.

Mit diesem Marktwert ist die Banco Santander hinter der britisch-asiatischen HSBC die wertvollste Bank in Europa. Auf dem Papier ist der Marktwert der irischen Allied Irish Bank noch höher als von der Banco Santander. Die Allied Irish Bank befindet sich allerdings zu 99,8 Prozent in Staatsbesitz. Freie Aktien befinden sich kaum auf dem Markt, wodurch sich kein seriöser Marktwert ermitteln lässt.

Gewinner sind aber auch die vielen kleinen oder kleineren Bankhäuser, die durch Investoren gestützt werden. Ein Viertel aller notierten italienischen Bankaktien befinden sich heut in der Hand amerikanischer Investoren. Amerikanische Hedgefonds und Investoren haben sich zudem Priäus Bank eingekauft und in unterschiedliche spanische Banken. Beim Verkauf von Anteilen der spanischen Bankia griffen nahezu 100 internationale Großanleger zu. An der Börse ist die Bankia inzwischen mehr wert als die Commerzbank. Auch die griechische Piräus Bank konnte kürzlich Anleihen im Volumen von 500 Millionen Euro erfolgreich platzieren.

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Die Ursachen für die gute Entwicklung

Von Verlierern kann man bei der derzeitigen Entwicklung nicht sprechen, da fast alle Banken auf Erfolgskurs sind. Nach der Finanzmarktkrise wurden die Banken durch zahlreiche und unterschiedliche Rettungspakete gestützt. Dabei spielten neben den nationalen Programmen auch Hilfen der Europäischen Zentralbank eine wichtige Rolle. So konnten nicht nur die Bankhäuser gestützt werden, sondern auch der Euro wurde stabilisiert. Durch die Senkung des Leitzinses konnten die Banken günstig Geld aufnehmen und an Unternehmen weitergeben. Dadurch konnte die Wirtschaft in den Eurostaaten angekurbelt werden, wovon auch wieder die Banken profitieren.

Die Börsen honorieren aber nicht nur die Gewinne von Banken, sondern honorieren auch Anstrengungen der Banken. Viele Bankhäuser haben ihre Abhängigkeit von Kapitalmarktfinanzierungen reduziert und so zu ihrer Krisenfestigkeit beigetragen. Zudem haben sie sich von nicht strategischen Betriebsteilen getrennt und so Kosteneinsparungen generiert. Auch diese Maßnahmen wurden mit Kursgewinnen an den Börsen honoriert.

Viele Aktienbewertungen von Banken sind sehr hoch geworden, so dass Experten sich fragen, wann diese Hausse enden wird. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis vieler Aktien liegt bei 15 bis 20, was die Aktien im historischen Vergleich teuer macht. Da viele Banken in Schwellenländer investiert haben und deren wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen Monaten gelitten hat, könnte sich dies auch auf die Kursentwicklung der Bankaktien auswirken.

Im Wettrennen um die Gunst internationaler Anleger hat die Deutsche Bank an Boden verloren. Man strebt zwar noch immer eine Spitzenposition unter den führenden Universalbanken der Welt an, allerdings muss man sich im operativen Geschäft noch erheblich steigern. Auf den Aktienkurs drücken zudem die vielen Sondereinflüsse, die derzeit die Deutsche Bank belasten.

Aktienkurs Deutsche Bank

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Aktien – Neues Jahr, neues Glück

Im Jahr 2013 legte der Dax eine beeindruckende Wertentwicklung hin. Ein Hoch jagte das nächste und auch zum Ende des Jahres gab es keinen Gewinneinbruch. Im neuen Jahr soll sich eine solche Entwicklung natürlich gerne fortsetzen. Einen guten Anfang machen dabei die Aktien der deutschen Banken, die in diesem bisher kurzen Jahr schon gute Kurssteigerungen erzielten.

Die Aktie der Deutschen Bank konnte bereits eine Kurssteigerung 14 Prozent erzielen und auch die Aktie von Deutschlands zweitgrößter Bank, der Commerzbank, hat bereits um gut 15 Prozent zugelegt. Am Donnerstag gingen die Kurse der beiden Banken erstmals zurück, allerdings auch nur leicht.

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Auch Europas Banken im Aufwind

Gestiegene Aktienkurse konnten aber nicht nur die deutschen Banken verzeichnen, auch die Aktienkurse anderer Banken Europas sind im Aufwind. Überdurchschnittlich starke Kurssteigerungen gab es besonders bei italienischen und spanischen Banken. Experten führen dies nicht zuletzt auf steigende Kurse von Staatsanleihen der jeweiligen Länder zurück, die von den Banken im Bestand gehalten werden. Die Staatsanleihen werden als Vermögenswerte von den Banken gehalten und steigern dank der Kurssteigerungen den Bilanzwert.

Größter Nutznießer der steigenden Kurse von Staatsanleihen ist wohl die Commerzbank, denn sie hält nicht nur deutsche Staatsanleihen, sondern auch Staatsanleihen von Euro Krisenländern. Weiterhin positiv für die Commerzbank dürfte sein, dass sich die Bewertungen von Schiffen wieder verbessert haben. Da die Commerzbank sehr hohe Bestände an Schiffskrediten hat, ist dies auch eine Minimierung der Ausfallrisiken. Das Privatkundengeschäft der Commerzbank hat in den vergangenen Monaten ebenfalls angezogen. Viele Kunden hat die Bank neu gewinnen können und durch die Entlassungswelle im vergangenen Jahr, ist das Privatkundengeschäft in den Filialen noch profitabler geworden.

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Analysten sind noch zögerlich

Die Analysten sind derzeit noch zurückhaltend. Die Nachrichtenagentur Bloomberg teilte der FAZ mit, dass derzeit für die Commerzbank Aktien sieben Kaufempfehlungen, 19 Halte Empfehlungen und zehn Verkaufsempfehlungen. Bei der Deutschen Bank sind die Analysten positiver gestimmt. Deren Aktien verzeichnet derzeit 25 Kaufempfehlungen, 11 Halte Empfehlungen und sieben Verkaufsempfehlungen.

Die Nachrichtenlage rund um die Deutsche Bank ist derzeit allerdings für Anleger wenig attraktiv. Die Vorwürfe zur Zins- und Währungsmanipulation bergen das Risiko, dass im vergangenen Jahr gebildete Rückstellungen für Rechtsrisiken nicht ausreichen könnten. Allein im Dezember wurden zwei der vier Milliarden Euro schon benötigt. Die Deutsche Bank hat allerdings auch gezeigt, dass sie trotz der hohen Risiken hohe Gewinne erzielen kann. In den ersten neun Monaten des vergangen Jahres erzielte sie einen Gewinn von zwei Milliarden Euro nach Steuern. Am 29. Januar werden von den beiden Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen die fehlenden Zahlen des vierten Quartals präsentiert. Experten erwarten in den letzten drei Monaten des Jahres allerdings nur einen verhaltenen Gewinn, denn gerade das Investmentbanking ist nicht so erfolgreich gelaufen wie zuvor.

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Lohnt es sich noch an die Börse zu gehen?

Derzeit Anlageentscheidungen zu treffen ist extrem schwierig. Konservative Sparverträge bringen keine Rendite, da die Zinsen im Keller sind, Immobilien in Städten sind mittlerweile fast unbezahlbar und die Börse ist auf einem Rekordhoch, so dass auch die Aktien entsprechend teuer im Einkauf sind. Sein Geld in der heutigen Zeit ist Geld anlegen harte Arbeit und die Anlage muss gut überlegt sein. Die meiste Rendite verspricht weiterhin die Börse, auch wenn die Kurse schon recht hoch sind. Durch den niedrigen Zins gehen immer mehr Anleger an die Börse und das lässt die Preise weiter steigen.

Dies ist die ganz einfache Rechnung, die viele Anlageberater derzeit aufmachen. Doch stimmt diese Einschätzung wirklich? Steigen die Kurse wirklich noch so sehr, dass sich ein Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt lohnt? Anhand welcher Kennzahlen kann der Anleger denn sehen ob der Aktienkurs angemessen ist und noch nicht überhöht? Mit alle diesen Fragen müssen sich die Anleger derzeit beschäftigen, aber auch die Experten sind sich nicht ganz sicher. Viele sind sich derzeit in der Meinung einig, dass viele Aktienwerte zwar teuer sind, aber noch nicht zu teuer. Doch die Luft nach oben wird langsam knapp und so bilden sich schon Gerüchte über erste Blasen. Besonders die Multimedia Aktien stehen wieder im Fokus, was an die geplatzte Internetblase der 2000er Jahre erinnert. Besonders Facebook und Twitter stehen im Mittelpunkt, aber nicht weil ihre Aktienkurse in schwindelerregende Höhe schießen, sondern eher weil kaum ein Experte nachvollziehen kann welche Werte als Sicherheit im Hintergrund stehen.

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Wie kann ich als Anleger an der Börse Geld machen?

Diese Fragen scheint sich wie von selbst zu beantworten, denn schließlich steigt die Börse von Woche zu Woche. Doch so einfach wie es klingt ist es nicht. Aufgrund der hohen Kurse ist die „Fallhöhe“ für die Aktien sehr hoch. Man muss als Anleger also ständig die Börse und die Unternehmen hinter der Aktie im Blick behalten. Auch die aktuellen Nachrichten sollte man im Auge behalten, denn selbst kleine Nachrichten können große Auswirkungen auf den Aktienkurs eines Unternehmens haben. Man sollte also selbst Analysen anstellen und sich bei den Anlagewerten flexibel halten. Mal steigen Aktien einer Branche, mal die Aktien einer anderen Branche stärker, so sollte man entweder schnell handeln, oder eine ausgewogene Mischung im Depot haben.

Aktuelle Kurse im Dax

Fonds als Alternative zu Einzelwerte

Wem die Anlage in Einzelwerten zu riskant ist, oder wer sich nicht gut genug mit Aktien auskennt, für den ist die Anlage in Fonds eine gute Alternative. Allerdings gibt es mehr als 3000 Fonds allein in Deutschland. Jeder von ihnen ist individuell ausgestaltet und hat eine andere Anlagestrategie. Es empfiehlt sich einige interessante Fonds zu analysieren und zu schauen wie erfolgreich sie in den letzten Jahren gearbeitet haben. Besonders die Fonds, die ihre gesetzte Benchmark geschlagen haben und damit auch ihre Gebühren verdienen, sind richtig gute Fonds. Der besondere Vorteil ist die breite Risikostreuung, die einem Gewinne ermöglicht und das Verlustrisiko minimiert. Fonds haben in der jetzigen Zeit also ein gutes Potenzial für Geldanlagen.

Aktuelle Fondspreise

Pharmaaktien – defensiv, langweilig, erfolgreich

Die Aktien von Pharmakonzernen gehören zu den Überfliegern des momentanen Börsenhypes. Dabei sind die Aktien alles andere als schnelllebig, sie gelten als langweilig und sehr defensiv. Da kommt die Fokussierung auf Biotech ganz recht um den Kurs der Aktien zu steigen und die Aktien auch in Bewegung zu halten, damit sie weiterhin kerngesund bleibt. In dieser Woche gab es zumindest wieder gute Nachtrichten für die Branche, denn Roche, Novartis, Bayer und Merck weisen stetig steigende Kurse vor und erreichen sogar Allzeithochs.

Der Erfolg der Aktien und der Konzerne ist allerdings kein Zufall, sondern ein langer Prozess, der sich nun auszahlt. Zwar profitieren die Aktien vom allgemeinen Börsenboom, der nicht zuletzt durch den Niedrigzins der EZB getrieben wird, es steckt allerdings noch viel dahinter. In den vergangenen Jahren musste die Branche viele Veränderungen durchleben. So wurden Kosten gesenkt, Geschäftsmodelle neu gestaltet, sowie Abläufe und Forschungsaktivitäten optimiert. Vor allem aber hat der Biotech Sektor den Markt zusätzlich beflügelt. Im Kampf gegen Krankheiten erweisen sich die biologischen Antikörper häufig als effektiver, als die traditionelle Konkurrenz der anorganischen Chemie.

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Übernahmen an der Tagesordnung

Der Biotech Boom führt zu immer mehr Übernahmen in der Branche. Konzerne wie Roche und Novartis wollen an dem Boom teilhaben und suchen nach entsprechenden Kooperationen, oder schlucken gleich komplette Firmen. Auch in den USA gibt es einen entsprechenden Trend, der nicht zuletzt durch Konzerne wie Celgene und Gilead befeuert wird, die an der Börse durchgestartet sind. In den vergangenen Jahren gab es bereits mehrere Milliardendeals und auch in der vergangenen Woche wurde wieder ein Milliarden Deal bekannt. Für 4,2 Milliarden Dollar übernimmt der britische Arzneimittelhersteller Shire die US Firma ViroPharma.

Die deutschen Hersteller mischen beim Thema Biotech natürlich auch kräftig mit. Branchenprimus Bayer zum Beispiel verfügt über gut 100 Partner in diesem Sektor. Dutzende dieser Kooperationen haben die Leverkusener in den vergangenen Jahren geknüpft. Deutschlands drittgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim ist nicht an der Börse notiert, verzeichnet aber sehr gute Zahlen und ein stetiges Wachstum. Es vor kurzem teilte der Konzern mit, dass die Bruttowertschöpfung im Schnitt um mehr als 7 Prozent im Jahr gestiegen ist.

Die Arzneimittelkonzerne zeigen nicht umsonst sehr viel Aktionismus. Zwar verfügen sie über sehr viele Medikamente, die ihnen regelmäßig Umsätze in Milliardenhöhe bescheren, die Patente für die Preparate laufen aber auch irgendwann aus, was Generika Spezialisten wie Stada dann nutzen um den Erlös schlagartig abzugrasen. Daher arbeiten die erfolgreichen Pharmafirmen stets an neuen Umsatzträgern.

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Zukunft der Aktien ungewiss

Prognosen der Entwicklung an der Börse sind nicht einfach. Experten meinen gar, dass die Aktien schon jetzt überbewertet sind, andere Analysten räumen den Aktien allerdings noch weitere Chancen ein. Norbert Janisch, Fondsmanager und Pharmaexperte von Raiffeisen Capital Management (RCM) sagte gegenüber dem „Manager Magazin“: „Viele der Unternehmen haben in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Produkte auf den Markt gebracht, die die Umsätze gesteigert und damit zum Erfolg der Aktien beigetragen haben. Weiter aufwärts geht es mit den Papieren künftig nur, wenn auch weitere Nachrichten aus der Produktpipeline folgen.”

Entscheidend für den Kurstrend wird wohl der US Markt sein, denn hier können neue und innovative Arzneimittel mit einem höheren Preis abgesetzt werden als in Europa, wo das Preisniveau stetig sinkt. Wer auf der Suche nach der richtigen Aktie zur Geldanlage in der Pharmabranche ist, sollte die Firmen genau unter die Lupe nehmen. Wichtig ist vor allem, dass der Erfolg oder Misserfolg nicht nur von einem einzigen Produkt abhängt.

Ein Beispiel wie man sein Geld schnell verlieren kann, ist die Aktie des US-Konzern Aread Pharmaceuticals. Onkologiespezialisten hatten ein aussichtsreiches Medikament am Markt, woraufhin der Kurs der Aktie auf 25 Dollar stieg. In einer Studie scheiterte das Präparat aber und die Aktie ging auf Talfahrt. Derzeit kostet die Aread Aktie nur noch rund 2,40 Dollar.

Twitter legt einen guten Börsenstart hin

Lange Zeit haben die Börsianer auf den Tag gewartet, an den Twitter an die Börse geht. Aus einer Idee aus dem Silicon Valley ist nun wieder ein erfolgreiches Börsenunternehmen geworden. Twitter bietet viel was Investoren an einem Unternehmen mögen. Das Unternehmen ist sehr schnell gewachsen und erreicht sehr viele Menschen. Nach neusten Schätzungen nutzen derzeit 230 Millionen Menschen den Kurznachrichtendienst, über den man Nachrichten (genannt Tweets) lediglich in einer Länge von 140 Zeichen versenden kann. Das ernannte Ziel des Vorstandchefs Dick Costolo ist es, dass jeder Mensch mit Internet Twitter nutzen soll.

Experten waren sehr überrascht über den ersten Kurs der Aktie an der New Yorker Börse. Dieser betrug 45,10 Dollar, was gegenüber den Ausgabekurs von 26 Dollar ein Plus von rund 70 Prozent bedeutet. Dies ist der wohl erfolgreichste Börsengang in der letzten Zeit. Twitter sammelte so rund 1,8 Milliarden Dollar ein, was nur noch von Facebook übertroffen wurde, wenn man nur auf die Internetbranche schaut. Doch auch gegenüber Firmen anderer Branchen schlägt sich Twitter sehr gut. So hat sie nun bereits einen Firmenwert, der ähnlich hoch ist wie der von Alcoa (Aluminiumkonzern) oder Adidas (Sportartikelhersteller).

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Skepsis nach dem Börsenstart

Viele Experten waren verwundert über den sehr fulminanten Börsenstart von Twitter und einige vermuteten auch gleich irgendwelche Manipulationen. Dass bei dem Börsenstart alles mit rechten Dingen zuging ist erwiesen, wodurch man den Kursgewinn nur auf die sehr erfolgreiche Marktstrategie zurückführen kann.

Zudem sind die Investmentbanken nicht ganz schuldlos an dem guten Börsenstart, denn sie haben alles unternommen um einen ähnlich schlechten Start wie den von Facebook zu vermeiden. Beim Börsenstart von Facebook im vergangenen Jahr ist der Kurs bereits am ersten Tag schon unter den Ausgabepreis gesunken und sorgte so für eine wahre Blamage. Damals hatten sich Goldman Sachs und Morgan Stanley geschworen nie wieder so etwas erleben zu wollen. Großinvestoren, wie etwa Fondsgesellschaften, hatten den Preis im vorbörslichen Verkauf nicht zu sehr in die Höhe getrieben und sorgten so für eine niedrige Preisspanne.

Was auch für den gute Start sprach sind vergleichsweise wenig ausgegebene Anteilsscheine, die auf eine recht große Nachfrage stießen. Das Resultat kann da nur ein Kursgewinn sein. Dies war auch genau so gewollt, denn die Firmengründer und einige Risikokapitalgeber halten einen großen Teil der Anteile und haben das Interesse den Wert wenigstens zu halten.

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Ob diese Rechnung auf Dauer aufgeht wird sich noch zeigen. Internetfirmen sind immer schwierig zu bewerten und sind daher immer eine recht riskante Anlage, selbst für erfahrene Börsianer. Problematisch bei Twitter ist vor allem, dass das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 2006 noch kein Geld verdient hat. Es sind sogar genau genommen Schulden in einem Gesamtwert von 300 Millionen Dollar zusammen gekommen. Dies bedeutet unter dem Strich, dass Twitter sogar ums Überleben kämpft, trotz steigender Nutzer und Werbeeinnahmen. Investoren ließen sich vermutlich durch den Namen oder den Gewinnprognosen blenden, oder sie glauben einfach an eine erneute Erfolgsgeschichte, wie sie nur das Silicon Valley schreiben kann.

Kommt nun doch die Finanztransaktionssteuer?

Die Finanztransaktionssteuer ist schon länger Thema in der EU. Elf EU Staaten wollen diese zusammen einführen, doch zuletzt geriet dieses Projekt ins Wanken. Nun wurde eine neue Verhandlungsrunde eingeleitet, die zumindest eine abgespeckte Lösung ergeben könnte. Das Ziel sei noch immer der Start im Januar 2014, zumindest offiziell. In Brüssel gilt dieser Termin allerdings für unhaltbar, denn dafür seien die Verhandlungen noch nicht weit genug. Da sich die Länder schon bei Umfang und Gegenstand der Steuer uneins sind, wird erwartet dass man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigt. Die Einigung auf den kleinsten Nenner hat zwei Gründe. Zum einen müssen sich die Länder auf ein gemeinsames Modell für die Steuer einigen, obwohl jedes Land sein eigenes Modell hat. Zum anderen scheint die Finanzbranche viele Politiker davon überzeugt zu haben, dass die Steuer viele Risiken und Nebenwirkungen hat. Politisch sind diese selbstverständlich nicht erwünscht, daher gehen viele Politiker lieber auf Nummer sicher.

Der litauische Steuerkommissar Algirdas Semeta prangerte erst im Juli die sehr starke Lobbyarbeit der Branche an. Seiner Meinung nach werden die Auswirkungen der Steuer deutlich schlimmer dargestellt, als sie es wirklich sind. Er führte weiter aus, dass eine Verschleppung der Einführung für die Volkswirtschaft schlechter sei, als eine baldige Einführung. Anzumerken sei aber auch, dass er selbst wohl auch nicht mehr an eine baldige Einführung der Steuer glaubt. Seine Sprecherin bestätigte dies nun auch indirekt.

Eckpunkte der neuen Steuer

Grundsätzlich sind von dieser Steuer alle betroffen, sowohl die Banken, als auch die Unternehmen und die Haushalte. Nach einem ersten Vorschlag der EU-Kommission im Februar, soll der Handel mit Aktien und Anleihen mit 0,1 Prozent versteuert werden und der Handel mit Derivaten mit 0,01 Prozent. Daraus würden sich Mehreinnahmen von 35 Milliarden Euro ergeben für alle teilnehmenden Länder ergeben. In dieser Form wird es die Steuer allerdings nicht geben, oder nur mit zahlreichen Ausnahmen.

Besonders kompliziert für die Verhandlungen der elf Staaten ist, dass Länder wie Frankreich, Italien und Griechenland bereits eigene Finanzmarktsteuern eingeführt haben. Besonders die Franzosen wollen ihr Modell auf europäische Ebene übertragen. Das französische Modell sieht eine Steuer von 0,2 Prozent auf Aktien französischer Unternehmen vor. Staatsanleihen und Derivate werden danach nicht mit einer weiteren Steuer belegt.

Die EU-Kommission hat eigene Vorschläge für das Steuersystem erarbeitet, die von den französischem und dem italienischem Modell abweichen. Aber nicht nur die unterschiedlichen Konzepte sind für die Beratungen schwierig, auch verfolgen manche Länder das Projekt nur sehr halbherzig, weil es Kritik aus der Finanzbranche gibt. Die Finanzbranche warnt davor, dass mit Einführung der Steuer viele Transaktionen aus den besteuerten Ländern vertrieben werden. Dies ist auch der Grund, warum viele Länder diese Steuer erst gar nicht einführen wollen.

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Schwierigkeiten bei der Umsetzung sind abzusehen

Die EU plant, dass die Besteuerung nach dem Ansässigkeitsprinzip vorgenommen wird. Die Steuer wird dabei für jedes Papier fällig, dass in einem der elf teilnehmenden Staaten ausgegeben wurde. So wird die Steuer auch fällig, wenn ein Papier außerhalb der elf EU-Staaten gehandelt wird, beispielsweise bei einer Transaktionen einer deutschen Aktie zwischen einer britischen und einer indischen Bank in Hongkong. Hongkong wäre nun in der Verantwortung die Steuer zu erheben und an Deutschland zu überweisen. Dass dies klappt, glauben aber nur wenige und Großbritannien hat wegen des Ansässigkeitsprinzips auch schon eine Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Diese Klage dürfte die Verhandlungen ebenfalls in die Länge ziehen.

Experten warnen vor einer Einschränkung der Funktionsfähigkeit des Geldmarktes unter den Banken. Bei Repo Geschäften leihen sich die Kreditinstitute untereinander Geld gegen Sicherheiten. So kann sich eine Bank über einen Konkurrenten mit frischem Geld versorgen. Mit Einführung der Steuer würden die Geschäfte deutlich teurer werden und der Geldmarkt unter den Banken würde quasi ausgetrocknet werden.

Ein drittes Problem haben das Deutsche Aktieninstitut (DAI) nun noch erkannt. Es geht davon aus, dass die mit einer Steuer belegten Institute ihre Mehrkosten auf die Kunden abwälzen könnten. So würden zum einen die Privatkunden und zum anderen die Unternehmen mit einigen Milliarden mehr belastet werden.

Der Ausgang der Verhandlungen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen und auch der Zeitpunkt der Umsetzung ist bei all den Hürden noch offen. Alle Klippen aus den eg zu schaffen und eine gute Lösung für alle Länder zu schaffen scheint fast unmöglich.

Mark Zuckerburg Facebook Fiasko

Dass seine Flitterwochen unter so einem schlechten Stern stehen würden, hätte Mark Zuckerberg vor einiger Zeit sicher noch nicht gedacht. Einen Tag nach dem Börsengang seines Unternehmens Facebook haben er und seine langjährige Freundin Priscilla Chan in Kalifornien geheiratet. Nun befindet sich das Paar im Urlaub in Italien, während bezüglich des weltgrößten sozialen Netzwerks eine Hiobsbotschaft nach der anderen durch die Medien geistert.

Das Facebook-Fiasko und die Reaktion der Medien

Wurde die Facebook-Aktie beim Börsengang vor einigen Wochen noch mit 38 US-Dollar gehandelt, ist deren Wert mittlerweile auf unter 30 Dollar geschrumpft, was prozentual ausgedrückt etwa 23% Verlust bedeutet. Damit ist auch der Wert des Unternehmens Facebook von über 104 Milliarden Dollar beim Börsenstart auf unter 90 Milliarden Dollar gesunken. Mittlerweile erntet Facebook wegen der ungünstigen Entwicklung der Aktie auch schon verschiedenerseits Spott: So wirbt beispielsweise der Mobilfunk-Anbieter Mobilcom neuerdings mit dem Slogan „Noch günstiger sind nur Facebook-Aktien“ für seine Produkte. Ähnlich gebaren sich Berichte über die Flitterwochen des Ehepaars Zuckerberg: Geradezu zum Symbol erhoben wurde eine Szene, in der der Facebook-Gründer erfolglos versucht, an einem Geldautomaten Bares abzuheben.

Folgen für Mark Zuckerberg

Doch von Armut ist Mark Zuckerberg trotz der negativen Entwicklung der Facebook-Aktie mit Sicherheit weit entfernt. Allerdings ist er aufgrund des schlecht verlaufenden Börsengangs aus der Liste der 40 reichsten Menschen ausgeschieden. Dadurch, dass Mark Zuckerberg immer noch größter Aktionär von Facebook ist, wirken sich Kursverluste der Aktie auch direkt auf sein Vermögen aus.

Flash Crash – Schnell geht’s nach unten!

Als Flash Crash wird ein blitzartiger Crash an den Börsen bezeichnet, der sich in wenigen Minuten,Sekunden oder sogar Micro/Nanosekunden abspielt, in der Regel hohe Börsenwerte “vernichtet” und ein Gegensteuern der Akteure nahezu unmöglich macht. Der bislang bekannteste Flash Crash der jüngeren Börsengeschichte fand am 06.05.2010 statt. Er hatte die bemerkenswerte Auswirkung, dass Kurse wie der des Dow Jones in wenigen Minuten um bis zu 9 Prozent einbrachen (beim Dow Jones damals 1.000 Punkte) und ebenso schnell wieder stiegen.

Hypothesen zum Flash Crash

Alle Beteiligten sind sich darüber einig, dass der elektronische Börsenhandel mit seinen automatisch ausgelösten Verkaufsorders anfällig für diese Art von Crash ist. Auch der Wiederanstieg der Kurse kommt durch solche Orders – in diesem Fall Kauforders – zustande. So gut wie jeder Händler platziert unter dem Einstiegskurs eines gekauften Wertpapiers Verkaufsorders für die Verlustbegrenzung, die bei steigendem Kurs in die Gewinnzone als Trailing-Stopp nachgezogen werden. Diese Verkaufsorders liegen gestaffelt in unterschiedlichem Abstand zum jeweiligen Kurs, wobei sämtliche Händler bestimmte Marken präferieren. Fällt eine dieser Stoppmarken, geben die Kurse insgesamt nach, es fällt die nächste und die übernächste Marke, der Flash Crash kann stattfinden. Ebenso haben jedoch die meisten Händler Kauflimits bei niedrigeren Kursen platziert, um preiswert in ein Wertpapier einzusteigen. Wenn ein Flash Crash stattfindet, werden nicht nur rasch alle Verkaufsorders, sondern ebenso schnell die entsprechenden Kauforders ausgelöst, was den entsprechenden Jo-Jo-Effekt verursacht. Natürlich ist das an der Börse nicht die Regel, denn meist geben Kurse nur vereinzelt und geringfügig nach, der Markt reagiert auch durch das Einschreiten der Händler. Erst wenn sehr große Verkaufsorders ein hohes Volumen auslösen, werden mehrere Stopps nacheinander gerissen. Dementsprechend ist man der Auffassung, dass ein Tippfehler eines Händlers bei einer E-Mini-Order – er hatte sich in den Kommastellen (um Zehnerpotenzen!) vertan – den Flash Crash vom 06.05.2010 ausgelöst hatte.

Sicherung gegen einen Flash Crash

Diese Art von Crash kommt in kleiner Form häufiger vor, weshalb zunehmend der rein computergestützte Handel in die Kritik gerät. Expert Advisors (Tradingroboter) nehmen rund 10.000 Transaktionen pro Sekunde vor, das kann kein Mensch kontrollieren. An der Nasdaq wurden am 07.05.2010 Transaktionen, die am 06.05.2010 bei Kursen unter 50 Prozent des Vortagesschlusskurses stattgefunden hatten, für ungültig erklärt – also auch die günstigen Kauforders. Zudem erwägt man schon länger eine Einschränkung des elektronischen Handels, was aber auf praktische, vor allem technische Schwierigkeiten stoßen dürfte. Private Trader können sich nur mit entsprechenden Orders – am besten gestaffelt auf mehrere Positionen – schützen. Ein Flash Crash kann immer wieder stattfinden, gerade im Frühjahr 2012 sind die Märkte im Zuge der Euro- und Griechenland-Krise anfällig für irrationale Ereignisse. Zu beachten wäre noch, dass Flash Crashs, selbst wenn sie durch vernünftige Orders halbwegs brauchbar gemanagt werden, immer eine hohe Slippage verursachen – die Kurse fallen und steigen schneller, als die Orders ausgelöst werden. Im Einzelfall kann mit dem Broker über ein Storno der entsprechenden Transaktion verhandelt werden.