Kategorie-Archiv: Rohstoffe

Energiewende: Comeback der Braunkohle

Die deutsche Energiewende, die doch eigentlich auch mehr Klimaschutz bringen sollte, hat zunächst einen gegenteiligen Effekt: Die Braunkohle erlebt einen erneuten Aufschwung. Der billige, aber sehr schmutzige Rohstoff füllt am schnellsten die Stromlücke, die durch das Abschalten der Kernkraftwerke entstanden ist. Umweltschützer sind entsetzt, Wirtschaftsexperten eher wenig verwundert.

Rückzug Atom, Vormarsch Braunkohle

Dass Atomkraftwerke abgeschaltet werden, beruhigt so gut wie jeden Bürger, und das zu Recht. Die Technologie ist nicht sicher, die Entsorgungsprobleme werden nicht nur die nächsten drei, sondern vielleicht die nächsten dreißig Generationen beschäftigen, und an die Gefahr von Terroranschlägen auf Kernkraftwerke mag kein Mensch bewusst denken. Doch irgendwo muss der Strom schließlich herkommen, und nachts scheint zu wenig Sonne für Solarstrom, auch Windkraft und Biomasse können die Lücke nicht füllen. Also avanciert die Braunkohle mit rund 25 Prozent im Strommix zum wichtigsten Stromlieferanten, aus einem einfachen Grund: Es gibt sie sowohl in Deutschland als auch in den Nachbarländern zu Spottpreisen, selbst aus Afrika kann man sie konkurrenzlos billig importieren. Und die Kraftwerkskapazitäten sind einfach da, um den Rohstoff zu verstromen. Für das Klima ist das verheerend, denn mehr Abgase als mit Braunkohle kann man kaum in die Luft pusten. Die Ageb (Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen) hat jetzt entsprechende Zahlen vorgelegt, nach denen die Braunkohleverstromung 2011 um 3,3 Prozent gestiegen ist.

Schmutzig, aber unumgänglich

Umweltschützer schlagen Alarm, Experten vom DIW (Deutsches Institut Wirtschaftsforschung) sind hingegen nicht überrascht. Wo der Strom sonst herkommen solle, fragt man dort gelassen. Aus Kernkraft und Kohle in Deutschland gleichzeitig aussteigen – unmöglich. Es wäre knapp die Hälfte der deutschen Stromerzeugung betroffen. Greenpeace fordert dennoch den Kohle-Ausstieg bis 2030, die Entwicklung in der Klimabilanz liefert hierfür auch gute Argumente. Die Treibhausgasemissionen steigen bei gleichbleibendem Braunkohleeinsatz um ein knappes Prozent, wenn nicht das Wetter – wie 2011 – eine etwas bessere Bilanz ermöglicht. Darauf kann man sich natürlich nicht verlassen. Fatal ist die Energieerzeugung mit Braun- oder Steinkohle auch deshalb, weil die Kraftwerke rein technologisch nicht mal eben an- und abgeschaltet werden können, jeder Block läuft über vier bis sechs Jahre rund um die Uhr, bevor er in eine Generalreparatur geht. Wenn also Kohlekraftwerke erst einmal angefahren werden, dann pusten sie CO2 in die Luft, ohne Wenn und Aber. Auch deshalb fordern Klimaschützer eine rasche Wende, die jedoch politisch beschlossen werden muss – bevor weitere Kohlekraftwerke gebaut werden. Sind Alternativen über Erneuerbare Energien denkbar? – Sie sind es. Dazu müssten allerdings Emissionsrechte für Kohle teurer gehandelt werden, und wir alle müssen wohl künftig für den Strom etwas tiefer in die Tasche greifen.

Hedgefondsmanager John Paulson verkauft Goldanteile – Anzeichen für eine Preiswende?

Einer der weltweit wichtigsten Investoren, der US-amerikanische Hegdefonds-Manager John Paulson, hat sich im Herbst 2011 von Milliardenbeständen an Gold getrennt. Die Finanzwelt rätselt über die Hintergründe.

Trendsetter Paulson?

John Paulson gilt als Liebhaber von Gold, und er muss als Koryphäe bezeichnet werden. Der studierte Finanzwirtschaftler, Jahrgang 1955, ist Gründer der Investmentgesellschaft Paulson & Co, der er auch als Präsident vorsteht. Die 1994 gegründete Gesellschaft verwaltete im Jahr 2008 bereits 28 Milliarden US-Dollar. Damit wird John Paulson zu einem der wirklichen Big Player unter den privaten Investoren weltweit gezählt.
Finanzexperten versuchen die Gründe für Paulsons Goldverkäufe zu analysieren. Verschiedene Hypothesen stehen im Raum, denn dass Paulson seine Affinität zu Gold generell beendet hat, gilt als unwahrscheinlich. Er hatte in Indexfonds auf Gold investiert, die viel Gebühren kosten, möglicherweise hat er in Goldbarren umgeschichtet, die preiswerter zu verwalten sind. Vielleicht benötigte er auch Liquidität, denn andere seiner Fonds hatten seit der 2008er Finanzkrise Wertverluste erlitten, worauf sich Anleger zurückzogen. Deren Anteile müssen ausgezahlt werden, wozu der Cash-flow aus den Goldverkäufen dienen könnte. Insgesamt rund ein Drittel an seinen Anteile am SPDR Gold Shares hat Paulson bis Ende September 2011 verkauft, der Fonds ist einer der größten Indexfonds auf Gold weltweit. Die Transaktion musste der Aufsichtsbehörde SEC pflichtgemäß gemeldet werden, was Einblick in die Anlagepolitik des Fonds ermöglicht. Am aktuellen Marktwert des Goldes gemessen verkaufte Paulson Anteile für 1,94 Milliarden Dollar. Wenn nicht die beschriebenen Gründe des Cash-Bedarfs ausschlaggebend waren, könnte Paulson auch auf einen sinkenden Goldpreis spekulieren.

Goldpreisentwicklung: Prognosen

Schon Georges Soros hatte sich im ersten Halbjahr 2011 von Goldengagements getrennt, dass Paulson dem jetzt folgt, könnte Prognosen über die Goldpreisentwicklung zulassen. Denn das gelbe Metall hat seit dem Beginn der 2000er Jahre, befeuert durch mehrere Finanzkrisen, eine rasante Rallye hingelegt, die es an historische Höchststände in der Spitze über 1.900 Dollar pro Feinunze geführt hat (September 2011). In diesem Moment verkaufte Paulson endgültig, was sich als kluger Schachzug herausstellen könnte. Denn das im September 2011 markierte Goldhoch ist ein wirkliches All-Time-High, wie es die Welt nicht alle Tage sieht – auf Sicht von tausend Jahren. Experten, die ultralange Charts untersuchen und den Goldpreis beispielsweise mit dem von Grund und Boden, Immobilien oder anderen Währungen abgleichen, ermittelten für exakt das 15. Jahrhundert einen annähernd gleich hohen Goldpreis. Danach fiel der Preis, im 20. Jahrhundert pendelte er bis auf einen kurzen Ausbruch in den 1970er Jahren (nach der Aufgabe der Goldpreisbindung wichtiger Währungen) jahrzehntelang auf niedrigem Niveau in einer engen Range. Aus dieser Perspektive ist die Grenze zwischen rund 1.800 bis 1.900 Dollar ein ultraharter Widerstand – Gold muss eigentlich fallen.

10 gute Gründe warum Sie Gold verkaufen sollten!

Wir von aktienkaufen.net wollen hier mal zusammenfassen warum es nach unserer Einschätzung jetzt falsch wäre Gold zu kaufen oder zu halten.

  1. Gold ist ein reiner Spekulationswert. Es ist die Wette auf den Anstieg des Preises, Sie erhalten kein Sachwert, wie oftmals angenommen. Unserer Einschätzung nach ist Gold eher als Verbindlichkeit einzuordnen. Gründe? Siehe Punkt 2 und 3.
  2. Gold liefert keine Erträge, zahlt keine Zinsen, vermehrt sich nicht und wirft keine Dividenden ab.
  3. Für die Lagerung müssen Sie Gebühren bezahlen oder (falls Sie es zuhause lagern) mit einem Einbruchsrisiko / Diebstahlrisiko rechnen.
  4. Es ist kein Naturgesetz, dass der Goldpreis immer weiter steigt, auch wenn dies in einigen Medien immer wieder behauptet wird.
  5. Überlegen Sie was passiert, wenn die Märkte wieder Vertrauen in Griechenland und andere europäische Peripheriestaaten bekommen und die USA nicht zahlungsunfähig werden.
  6. Gold hat in Zeiten von Hyperinflation wenig geholfen. Besser sind Sachwerte wie solide Immobilien (bei welchem man die Mieten erhöhen kann), Bauenhöfe (welche Lebensmittel produzieren), Aktien von soliden Unternehmen (welche Ihre Preise erhöhen können  und deren Produkte wirklich gebraucht werden)
  7. Wenn Sie Ihr Gold bei einer Bank lagern haben Sie immernoch ein “Emittentenrisiko
  8. Eine Rückkehr zum Goldstandard ist sehr unwahrscheinlich
  9. Gold ist kein (offizielles) Zahlungmittel
  10. Die BILD Zeitung berichtet über den “Goldrausch”, “Sturm aufs Gold” und stelle Fragen “Wo finde ich in Deutschland noch Gold?”. Dies ist unserer Einschätzung nach ein klares Anzeichen für eine Dienstmädchenhausse in Deutschland.

Dies ist keine Anlageempfehlung, sondern spiegelt nur unsere Meinung wieder. Mehr Informationen zum Thema Gold kaufen / verkaufen