Kategorie-Archiv: Eure Fragen

Verteilung von Anteilen beim IPO/Börsengang

Heute hat uns eine Anfrage via E-Mail von Hermann Z. erreicht. Wir nutzen in Zukunft unseren Blog um diese Anfragen für alle User öffentlich zu beantworten. Wir werden in Zukunft auch auf unserer Webseite auf diesen Dienst aufmerksam machen.

1. Frage:

Wie werden beim Börsengang eines Unternehmens (IPO) die Erlöse aus dem Verkauf der emittierten Aktien verteilt?

Antwort auf die erste Frage:

Ein Ziel eines IPO’s ist es neue finanzielle Mittel für das Unternehmen bereitzustellen, damit das zukünftige Wachstum vorfinanziert werden kann. Ein IPO ist ein sehr komplexer Prozess. Vor dem eigentlichen Börsengang initiieren die Altaktionäre Gespräche mit einer Bank, welche den IPO abwickelt. In den Gesprächen wird die Transaktionsstruktur des Börsenganges festgelegt. z.B. kann es einen Rabatt für Mitarbeiter beim IPO geben oder Verkaufsrestriktionen für bestimmte Aktionäre. Nachdem die Banken einen Preis festgelegt haben kann vereinfacht gesagt die Zeichnung der Wertpapiere beginnen. Soviel zum Vorwissen zum Thema IPO.

Zur eigentlichen Frage: Auch vor dem Börsengang gibt es schon Aktionäre, z.B. die Gründer, VC’s, Mitarbeiter, Business Angels. Die bestehende Verteilung wird prozentual relativ gesehen beibehalten und um es sich besser vorzustellen um einen zusätzlichen Aktionär – nämlich die Börse – erweitert.

Um es an einem Beispiel zu visualisieren:

Ein konkretes Beispiel: Facebook. Hier findet Ihr einen schönen Pie-Chart zu der Verteilung von Anteilen beim IPO von Facebook

Wirklich Gewinne erzielen die Aktionäre natürlich nur, wenn Sie Ihre Aktien dann auch verkaufen, sonst bleiben es sogenannte “Buchwertgewinne”.

2. Frage:

Wer erhält beim Handel mit Aktien an der Börse die Einnahmen aus den Verkäufen?

Antwort auf die zweite Frage:

Nach dem IPO befinden die Aktien (sofern es nicht eine Kapitalerhöhung oder Aktienrückkauf gibt) in den Händen von Aktionären. Die Einnahmen aus den Verkäufen einer Aktie kommen aus dem Handel mit der Aktie. Für einen Handel gibt es immer zwei Aktionäre, die eine unterschiedliche Marktmeinung haben. Die Gewinne / Verluste bleiben also bei den Aktionären. Deswegen spricht man bei der Börse auch von einem Nullsummenspiel (wenn man die Gebühren und Steuern außen vorlässt).

Ein kleines Beispiel: Aktionär A kauft von Aktionär B 10 Aktien zu einem Kurs von 10€ (Gesamtwert ist 100€), ein paar Wochen später ist der Kurs um 5€ auf 15€ gestiegen und Aktionär A verkauft die Aktien wieder an Aktionär B (meist ist es Aktionär C, aber wir möchten es einfach halten und in dem Beispiel auch die Verluste aufzeigen).  Aktionär A hat einen Gewinn gemacht, da er die Aktien teurer an Aktionär B verkauft hat (insgesamt 50€ = 15€*10-10€*10). Der Aktionär B hat deswegen einen – auf den ersten Blick nicht sichtbaren – Verlust gemacht, da er die Aktie später teurer zurückgekauft hat. Der Verlust beträgt 50€. Somit ist das Geld also von Aktionär B zu Aktionär A gewandert.

Wie oben schon angesprochen, freut sich bei den 4 Transaktionen (B Verkauf und A Kauf => A Verkauf und B Kauf) natürlich die Bank, da diese an jeder Transaktion mitverdient. Deswegen unser Tipp: Immer auf die Gebühren achten! Dabei hilft unser Online Depotvergleich.

Wir übernehmen für die Korrektheit der Antwort keine Garantie, falls jemand eine bessere Antwort kennt, freuen wir uns immer über eine E-Mail oder ein Kommentar.