Schlagwort-Archiv: Euro

Ruhe an den Devisenmärkten?

Händler an den Devisenmärkten sind derzeit etwas beunruhigt, denn es gibt nur sehr geringe Kursschwankungen zu verzeichnen. Schaut man allerdings mittelfristig, kann man erhebliche Kursunterschiede erkennen.

Als stärkste Währung der vergangenen Monate erwies sich das Pfund. Die Wirtschaft in Grußbritannien hat sich in den vergangenen Monaten deutlich erholt, was dem Pfund klar zu Gute kam. Auch hat Bank of England eine Leitzinserhöhung in Aussicht gestellt. Sie wertete das Pfund deutlich gegenüber dem Euro auf und erweckte den Eindruck der Euro sei eine schwache Währung. Zwar kann man aus dem Protokoll der Juli Sitzung der Bank of England erkennen, dass es noch keine Mehrheit für eine Zinserhöhung gibt, es gibt allerdings konstruktive Gespräche und bis zum Jahresende will man eine Lösung gefunden haben. Experten werten dies als ein klares Signal für eine Erhöhung des Leitzinses.

Auch der Dollar hat sich im Vergleich zum Euro stabilisiert. Vom Sommer letzten Jahres bis zum Frühjahr 2015 bewegte sich der Kurs nur in einem sehr engen Band zwischen 1,05 und 1,15 Dollar. Selbst die Unruhe rund um die Griechenland Krise konnten daran nicht viel ändern. Die Beruhigung der Lage wird den Euro zwar beruhigen, kann aber auch ein Signal an die Fed sein. Die Fed könnte gestärkt sein und Bereitschaft zeigen den Leitzins im Herbst zu erhöhen. Bekannt ist, dass die Fed ihre Zinsentscheidung auch vom Eindruck der internationalen wirtschaftlichen Entwicklung abhängig machen möchte.

Auch gegenüber anderen Währungen hat der Euro seit Mitte vergangenen Jahres an Wert gewonnen. Hauptsächlich waren dies Währungen von Ländern, deren Wirtschaft unter sinkenden Rohstoffpreisen gelitten haben. Deren Zentralbanken haben die Leitzinsen gesenkt, damit deren Konjunktur stabilisiert werden konnte. Entsprechende Entwicklungen konnte man in Kanada, Australien und Neuseeland beobachten. Auch Norwegen, dessen Krone als eine Art Fluchtwährung galt, musste diesen Weg gehen, auch wenn es kaum merklich war.

Zu den drei schwächsten Währungen der Schwellenländer zählt die türkische Lira. Zu den Gründen dafür zählen innen- und außenpolitische Unsicherheiten, ein Leistungsbilanzdefizit und eine hohen Inflationsrate, von rund sieben Prozent.

608385_web_R_by_La-Liana_pixelio.de

Bildquelle: © La-Liana / pixelio.de

SEPA – Die Verwirrungen nehmen kein Ende

SEPA ist die Abkürzung „Single Euro Payments Area“ und versetzt viele Menschen in Panik. Dabei ist das SEPA Verfahren kein Hexenwerk und erst recht nichts Schlechtes für Privatpersonen und Unternehmen. Es gibt sogar viele Vorteile, denn Zahlungen innerhalb des Euro-Raums können schneller abgewickelt werden und kosten keine hohen Gebühren, im Gegensatz zu den bisher üblichen Auslandsüberweisungen.

Dennoch ist es für viele Vereine und Unternehmen mit einiger Arbeit verbunden, denn durch das SEPA Verfahren werden Umstellungen der Kontonummern sowie der Bankleitzahlen nötig. Kunden müssen über die neue Gläubiger-ID des Vereins und des Unternehmens informiert werden und die Kunden müssen aufgrund der Kontonummernänderung gefragt werden, ob das in den Datenbanken hinterlegte Konto korrekt ist. Neuen Briefbögen müssen gedruckt werden müssen und zum Einzug von Lastschriften benötigt man bei seiner Bank ein Lastschriftmandat, was in der Regel noch einige Extrakosten mit sich zieht. Alles in allem viel Arbeit, es ist aber schon sein langer Zeit bekannt, dass das SEPA Verfahren kommen wird. Viele haben es aber auf „die lange Bank“ geschoben und sind nun gewaltig im Zugzwang.

Am 1. Februar 2014 sollte das SEPA Verfahren umgesetzt werden, sprich ab dem Zeitpunkt sind nur noch Zahlungen nach der neuen Methode erlaubt und möglich. Da allerdings noch nicht alle Länder auf dem gleichen Umsetzungsstand sind, regte sich Anfang des Jahres erheblicher Widerstand gegen die Umsetzung von SEPA zum geplanten Termin. Vor gut einer Woche kam dann die Meldung, man wolle die Umsetzung noch um weitere sechs Monate verzögern, so dass am 1. August 2014 die Umstellung erfolgen soll. Dieser Vorschlag wird in der kommenden Woche von den EU Staaten und dem europäischen Parlament besiegelt.

Euro-Überweisung Bildquelle: © Thorben-Wengert/pixelio.de

Atmen wirklich alle auf?

Wenn dem Vorschlag dem Vorschlag der EU-Kommission zugestimmt wird, verschiebt sich die Umsetzung noch bis zum 1. August, was für Unternehmen und Vereine gut sein wird, die sich noch nicht abschließend mit dem Thema SEPA auseinander gesetzt haben. Für Verbraucher ändert sich nichts, denn für sie gilt eh eine längere Frist, bis Februar 2016.

Aus Deutschland, wo die Umstellung auf SEPA bereits sehr weit voran geschritten ist, gab es bereits Kritik an der geplanten Verlängerung. Wenn es zu der Verlängerung kommt, erwartet man hierzulande eine Erschwerung der Umstellung. Schenkt man den Aussagen des Finanzministeriums Glauben, ist die Verlängerung in Deutschland nicht nötigt ist. Die EU-Kommission weist zwar darauf hin, dass jedes Land für sich entscheiden kann wann die Abschaltung des alten Zahlungsverkehrs vorgenommen wird, die Kommission erwartet aber von Deutschland die Zustimmung zum Aufschub.

608385_web_R_by_La-Liana_pixelio.de Bildquelle: © La-Liana/pixelio.de

Umsetzung noch nicht weit vorangeschritten

Die EU-Kommission belegt ihre Argumentation zum Aufschub mit Zahlen von Ende November 2013. Zu dem Zeitpunkt wurden in den EU-Staaten bereits 64 Prozent aller Überweisungen in dem SEPA Format abgewickelt, jedoch gerade einmal 26 Prozent aller Lastschrifteinzüge.

Führend bei der Umsetzung soll nach Angaben der Europäischen Zentralbank Frankreich sein, die gut 57 Prozent ihres Zahlungsverkehrs bereits über SEPA abwickeln, Deutschland hinkt da noch hinterher. Besonders weit sollen bei der Umstellung Finnland, Slowenien und die Slowakei sein.

Ist das Ende der Rezession erreicht?

Am heutigen Mittwoch machte ein lang ersehnte Nachricht die Runde: „Die Wirtschaft in der Euro Zone wächst.“ Diese Nachricht kommt zu einem denkbar günstigem Zeitpunkt, denn wenige Wochen vor der Bundestagswahl kann die Regierung jede gute Nachricht gebrauchen. Die Bundesregierung kann nun nachweislich belegen, dass die Euro Rettungspolitik wirkt. Viele sehen gar nach gut zwei Jahren das Ende der historischen Rezession. Doch diese Einschätzung relativiert sich, wenn man sieht, dass das Wachstum gerade man 0,3 Prozent zum Vorquartal beträgt.

Zwei Gründe begünstigten das Wachstum in der Euro Zone. Zum einen haben die beiden Schwergewichte in der Euro Zone, Deutschland und Frankreich, wieder kräftig zugelegt und zum anderen ist die Rezession in den Krisenländern deutlich geringer ausgefallen als erwartet. So konnte das Europäische Statistikamt Eurostat das Wachstum als positiven Erfolg verkündigen.

Besonders freuen wird dies auch den Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi. Seine vor gut einem Jahr angekündigte Euro Rettungspolitik zeigt nun deutliche Erfolge. Damals hatte Draghi angekündigt, dass die Notenbank im Notfall Anleihen der Krisenländer aufkaufen werde. Den Investoren konnte er so die Angst vor einem Zusammenbruch des Euros nehmen und gleichzeitig das Vertrauen in den Währungsraum stärken. Auch die umstrittene Niedrigzinspolitik der EZB kann die positive Entwicklung der Wirtschaft begünstigt haben.

Zuversicht in der Eurozone wächst

Das Münchener ifo-Institut erhebt regelmäßig Daten zum Wirtschaftsklima in der Eurozone. Bei der Auswertung von Zahlen der vergangenen zwei Jahre zeigte sich ein stetiges Wachstum in der Zuversicht, deren höchster Stand im August erreicht wurde. Der Optimismus wird nun auch durch harte Zahlen belegt.

Motor für die Zuversicht und das Wachstum in der Eurozone ist wohl die deutsche Wirtschaft. Allein im zweiten Quartal 2013 wuchs die deutsche Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent. Diese Zahlen veröffentlichte das Statistische Bundesamt, nicht ohne Stolz, denn es ist der stärkste Anstieg seit Anfang 2012.

Der Unicredit Ökonom Alexander Koch sagte gegenüber dem Handelsblatt: „Die deutsche Wirtschaft hat ein beeindruckendes Comeback hingelegt.“ Laut dem Statistischen Bundesamt liegt das hohe Wachstum zum einen an der starken Binnenkonjunktur und zum anderen an höheren Investitionen. Die Investitionen kommen überwiegend aus dem Bausektor, denn aufgrund des langen und kalten Winters mussten große Teile der Bauproduktion zurückgestellt werden.

273149_web_R_B_by_Gabi Schoenemann_pixelio.de Bildquelle: © Gabi-Schoenemann/pixelio.de

Weitere Länder beeindrucken mit positiven Wirtschaftszahlen

Auch das zweite Europäische Schwergewicht Frankreich konnte gute Quartalszahlen abliefern. Während Experten lediglich mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet hatten, wuchs die Wirtschaft um 0,5 Prozent, was überwiegend auf die starke Binnenkonjunktur zurückzuführen ist. Somit ist Frankreich auch weiterhin der zweite Wirtschaftsmotor in der Eurozone, neben Deutschland.

Ein beeindruckendes Comeback feierte aber das Krisenland Portugal. Im wirtschaftlichen Wachstum ist es der Spitzenreiter in der Eurozone, mit einem Plus von 1,1 Prozent. Es ist wünschenswert, dass dieser Trend sich auch in Zukunft fortsetzen wird.