Schlagwort-Archiv: Zinsen

Ist das Ende der niedrigen Hypothekenzinsen erreicht?

Seit April scheint sich der Trend der niedrigen Hypothekenzinsen zu wenden. Es sind seitdem wieder leicht steigende Zinsen zu verzeichnen und Experten rechnen nicht damit, dass die Zinsen wieder fallen. In Verbindung steht dies eventuell mit höheren Renditen für Bundesanleihen im zweiten Quartal des des Jahres.

Sinkende Bauzinsen haben lange Zeit den Kauf eines Eigenheims trotz anziehender Immobilienpreise ermöglicht und den wachsenden Immobilienmarkt attraktiv gemacht. Kurzfristig sollten die Zinsen zwar auf dem jetzigen Niveau stabil bleiben, ein weiteres Sinken scheint allerdings ausgeschlossen. Es war noch nie so günstig eine Immobilie zu finanzieren. Auch wenn die Zinsen ansteigen, sind sie im historischen Vergleich noch nie so niedrig gewesen wie zur Zeit.

Neben der steigenden Nachfrage an Staatsanleihen sehen Experten auch das Anleihen Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) als Ursache für den Zinsanstieg. Seit März kauft die EZB Wertpapiere im Umfang von rund 60 Milliarden Euro monatlich auf. Im Gegensatz zum Leitzins, der nicht direkt die langfristigen Zinsen beeinflussen, beeinflusst das EZB Kaufprogramm die Renditen für Staatsanleihen. Die steigenden Renditen lassen die Anlage in Staatsanleihen wieder interessanter werden.

Auch die LBS sieht eindeutige Anzeichen für eine dauerhafte Zinswende. Leittragende werden die Bauherren sein, die die steigenden Zinsen im eigenen Geldbeutel spüren werden. Jedes Zehntelprozent kostet, gerechnet auf die Kreditlaufzeit, viel Geld. Rechnet man einen Anstieg von 0,3 Prozentpunkten für ein Darlehen in Höhe von 200.000 Euro, können bei einer Tilgung von drei Prozent bis zum Ende der Zinsbindungsfrist rund 6.000 Euro Mehrkosten zusammen kommen. Auch wenn sich die Zahlen gewaltig anhören, sollte man sich jetzt noch über eine Finanzierung informieren, günstiger werden die Zinsen allen Anzeichen nach nicht.

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Bildquelle: © lichtkunst.73 / pixelio.de

Dispo Zinsen sind eine gute Einnahmenquelle

Seit einer gefühlten Ewigkeit erleben wir eine Niedrigzinsphase. Es gibt inzwischen kaum noch Zinsen auf Sparkonten, Tagesgelder und Staatsanleihen, ja selbst die Zinsen für den Wohnungsbau sind so niedrig wie nie. Da reiben sich manche Bankkunden verwundert die Augen wenn sie einen Blick auf die Zinsen für den Dispositionskredit (Dispo) werfen. Bei vielen Banken steht der Dispokredit noch immer im zweistelligen Bereich, was die Banken und Sparkassen aber auch sehr gut argumentieren können. Einer der Hauptargumente ist, dass der Dispo ja kein dauerhafter Kredit ist und somit nicht mit einem Ratenkredit oder Hypothekendarlehen vergleichbar sei. Da er außerdem sehr kurzfristig nutzbar ist, ein Kredit ist der ohne Sicherheiten ausgegeben wird und nur in den wenigsten Fällen eine Prüfung erfolgt, müssen sich diese Umstände in den Zinsen widerspiegeln.

Viele Experten vermuten allerdings, dass Banken und Sparkassen deswegen hohe Zinsen für den Dispo verlangen, weil die Zinsen gezahlt werden. Nur wenige Kunden beschweren sich über die Zinsen, denn schließlich sind sie auf die unkomplizierte Finanzspritze angewiesen und werden die Bank nicht wechseln nur weil sie „nebenan“ weniger Zinsen für den Dispo zahlen müssen. Der Dispo ist somit eine unkomplizierte Einnahmequelle, die mehr oder weniger gerne vom Kunden gezahlt wird.

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Bildquelle: © Tim-Reckmann / pixelio.de

Die Politik will regulierend eingreifen

Die Politik hat den Dispositionskredit schon länger als Thema auf der Agenda, denn mit einer gelebten Ungerechtigkeit kann man ganz einfach auf Wählerfang gehen. Doch alle Drohungen, regulierend einzugreifen wenn sich nicht bald etwas ändert, änderten nicht. Auch das Einschalten des Kartellamtes führte keine Änderung herbei und so fragt man sich, warum die Politik hier nicht wirklich aktiv wird und seine Versprechen einlöst.

Am Mittwoch will nun Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) einen erneuten Gesetzentwurf ins Kabinett einbringen. Der Entwurf sieht vor, dass alle Banken und Sparkassen ihre Dispozinsen im Internet veröffentlichen müssen. Zwar kommen dem bereits die meisten Kreditinstitute freiwillig nach, doch gerade kleine regionale Institute tun dies nicht immer, ganz besonders wenn sie hohe Zinsen veranschlagen. Man erhofft sich davon, dass man die Dispozinsen vergleichbar machen kann, ähnlich wie es bei Tagesgeldern problemlos möglich ist. Die gesteigerte Transparenz könnte den Wettbewerb zwischen den Banken anheizen, so dass die Zinsen durchaus auch sinken könnten.

Ob damit eine konsequente Lösung gefunden ist, bleibt zu bezweifeln, denn wie bereits erwähnt, veröffentlichen bereits viele Banken und Sparkassen ihre Dispozinsen und lassen somit Vergleiche zu. Man erreicht lediglich eine vollständige Transparenz, aber ob daraus mehr Wettbewerb oder sinkende Zinsen entstehen bleibt abzuwarten.

Bei angestrebten Vergleichen muss man zudem viele weitere Faktoren berücksichtigen und nicht nur den eigentlichen Zinssatz. Einige Banken und Sparkassen bieten bereits Kontomodelle, bei denen die monatliche Grundgebühr höher ist und dadurch die Zinsen dadurch niedriger. Andere verzichten sogar auf Dispozinsen, begrenzen den Kreditbetrag aber konsequent. Internetbanken, wie etwas die ING-Diba, die DAB Bank oder die DKB haben bereits niedrige Dispozinsen, die bei 7,5 Prozent liegen.

Regionale Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben inzwischen fast flächendeckend die Überziehungszinsen angeschafft. Der Extrazins für die Überziehung des Dispos war vielen Verbraucherschützern schon lange ein Dorn im Auge. Einen gewissen Teilerfolg konnte man also bereits erzielen.

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Bildquelle: © GG-Berlin / pixelio.de

Teilerfolge wurden bereits erzielt

Im vorigen Jahr lobte die Stiftung Warentest die Bank bereits. Die Dispozinsen wurden bei vielen Banken bereits deutlich gesenkt, allerdings vergaß man auch nicht einen Hinweis auf die niedrigen Leitzinsen zu geben. Zweistellige Zinsen auf Dispositionskredite sind noch immer nicht nachvollziehbar und sollten auch zukünftig geprüft werden.

Mit der Forderung von Verbraucherschützern, den Dispozins zu deckeln, konnte man sich politisch noch nicht durchringen. Deckelungen von sieben oder gar fünf Prozent scheiterten zuletzt am Widerstand der Union.

Es wird daher geplant, die Banken und Sparkassen zu verpflichten, Kunden zu warnen, wenn sie längere Zeit ins Minus gerutscht sind. Man solle diesen Kunden eine günstige Alternative bieten, etwa einen Ratenkredit mit günstigeren Zinsen. Man denkt derzeit an eine Zeitgrenze von drei Monaten in der der Dispo in Anspruch genommen wird oder eine Koppelung an den Gehaltseingang. Die ING-Diba hat dies bereits umgesetzt und geht aktiv auf ihre Kunden zu. Die Commerzbank hat sich entschlossen, zusätzliche Warnhinweise auf die Kontoauszüge zu drucken. Wenn die Erfahrungen der Vorreiten positiv ausfallen, werden auch andere Banken nachziehen.

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Bildquelle: © Kirsten-Fischer / pixelio.de

Lebensversicherer in der Krise?

Die Lebensversicherer sind in einer gewissen Krisenstimmung. Ihr Produkt, die Lebensversicherung, wird für Kunden immer unattraktiver. Schon im vergangenen Jahr blieben die Kunden merklich weg. Wie der Geschäftsführer von Hoensch und Partner, Carlos Reiss, gegenüber der „Frankfurter Allgemeine (FAZ)“ sagte, hatte man schon im vergangenen Jahr 15 Prozent weniger laufende Beitragszahlungen. Man konnte diese Zahl aber durch Verträge mit Einmalzahlung noch so eben ausgleichen. Die Entwicklung ist aber schon beunruhigend.

Im Laufe der Woche sorgte der Branchenverband GDV allerdings für weitere Unruhe. Der Verband plädiert dafür, dass der Garantiezins für neu abgeschlossene Verträge von derzeit 1,75 Prozent weiter gesenkt werden sollte. Ab 2016 könnte dies nun der Fall sein, denn technisch sei eine frühere Umstellung kaum möglich, zumindest wenn man den Worten des GDV Präsidenten Alexander Erdland glauben schenkt.

Damit würde dann aber auch die Attraktivität der Lebensversicherung weiter geschwächt werden. Zwar bleibt das Versprechen der Versicherer gleich, die Versicherungsnehmer sollen vor dem Auf und Ab der Finanzmärkte weiter geschützt werden, aber der verlässliche Garantiezins wird sinken. Damit schwindet auch die Rendite. Bei dem bisher recht hohen Garantiezins war es den Kunden zwar relativ egal, wie die Rendite erwirtschaftet wurde, nun könnte diese Frage aber doch etwas mehr in den Mittelpunkt rücken.

Dass die Lebensversicherung immer uninteressanter wird, zeigen nicht nur die eingangs genannten Zahlen von Hoensch und Partner aus Frankfurt, auch der Branchenverband GDV bestätigt das Bild mit den Branchenzahlen. Das Neugeschäft mit regelmäßigen Beiträgen ist um 13,1 Prozent gesunken, allein im vergangenen Jahr. Dagegen sind die Verträge mit Einmalzahlungen um 14,2 Prozent gestiegen. So ist dann auch in der Gesamtheit die Beitragseinnahmen der Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

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Derzeit profitieren die Versicherungsnehmer

Versicherungsnehmer deren Policen derzeit fällig werden oder die kündigen, profitieren von den gesunkenen Zinsen der vergangenen Jahre. Viele der Versicherer haben ihre Anleihenbestände noch kurz vor, oder kurz nach der Finanzkrise aufgestockt. Die damals emittierten Anleihen haben noch Kupons von 4 oder 5 Prozent. Wenn Anteile dieser Anleihe derzeit verkauft werden sollen, sind sie sehr gefragt. Dies liegt nicht zuletzt an den Kupons von derzeit emittierten zehnjährigen Bundesanleihen, die gerade mal 1,6 Prozent ausschütten.

Dies hat allerdings auch Nachteile für die Bewertungsreserve der Versicherer, die durch die hoch bewerteten Anleihen auch entsprechend im Wert gestiegen sind. Um genau diese Bewertungsreserve und deren Auszahlung gibt es derzeit Streit zwischen der Bundesregierung und den Vertretern der Versicherungsbranche. Beide Seiten schlagen unterschiedliche Verteilungen der Gelder vor, damit die Versicherungsnehmer nicht benachteiligt werden. Allerdings könnten die Streitigkeiten um die Bewertungsreserven bald beendet sein. Wenn die Zinsen niedrig bleiben, werden die Bewertungen bald aufgezehrt sein. Immer mehr alte Hochprozenter werden fällig und der Buchwert der Reserve dadurch wieder sinken. Sollten die Zinsen gar steigen, müsste man bald unter anderen Vorzeichen diskutieren. Diese Diskussion muss aber scheinbar nicht so schnell geführt werden.

Überziehungszinsen einfach mal abgeschafft …

Es klingt wie eine Idee, die nicht von einer Bank stammen kann, die Überziehungszinsen werden abgeschafft. Doch genau diesen Weg ist nun die ING DiBa gegangen und setzt damit Zeichen in der Bankenlandschaft. Die Direktbank hat in der momentanen Phase aber auch leichtes Spiel, sie sammelt so viele Spareinlagen ein, wie keine andere Bank auf dem deutschen Markt und kann daher solche Wege gehen.

Aber was sind eigentliche die Überziehungszinsen? Wer sein Girokonto über das vereinbarte Maß hinaus überzieht, musste bislang bei allen Banken den Überziehungszins zahlen. Ein Kunde mit einem vereinbarten Dispo-Kredit musste bei einer Überziehung also immer den Zinssatz für den Dispo zahlen und zusätzlich noch den Strafzins, wenn er den Dispo überzogen hat. Genau diesen Strafzins schafft die ING DiBa nun ab und bleibt bei einem einheitlichen Zinssatz von 7,95 Prozent bei allen Überziehungen. Die ING DiBa möchte mit dieser Maßnahme zu mehr Transparenz beitragen und so auch das Vertrauen der Kunden stärken.

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Ein Schritt in die richtige Richtung

Dem Vorstandsvorsitzenden der ING DiBa, Roland Boekhout, ist die Transparenz besonders wichtig. Daher empfiehlt er auch allen anderen Banken diesen Schritt zu machen. Viele Kunden haben das Vertrauen in Banken verloren und dies ist eine gute Möglichkeit das Vertrauen zurück zu gewinnen. Einzig die Sparda Bank München hat die Überziehungszinsen ebenfalls gestrichen und geht damit den Selben Weg wie die ING DiBa.

Für alle anderen Banken und Sparkassen sind die Überziehungszinsen selbstverständlich, denn sie sollen die Kunden erziehen, das Konto nicht über das vereinbarte Maß hinaus zu belasten. Dabei werden dem Zinssatz des Dispo noch durchschnittlich vier bis fünf Prozent oben drauf geschlagen. Wie hoch der Zinssatz allerdings ist, muss man als Kunde erfragen. Im Internet bietet kaum eine Bank eine so transparente Aussicht auf eventuell anfallende Überziehungszinsen. Die ING DiBa setzt auch hier auf volle Transparenz und legt alle Kosten und Zinsen im Internet offen.

Wenn die Banken sich in diesem Punkt weiter öffnen würden, würden sie einer Forderung der früheren Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) nachkommen. Sie wollte eine Markttransparenzstelle einrichten, die die Versteckspiele der Banken aufdecken und unterbinden sollte.

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ING DiBa auf Erfolgskurs

Die ING DiBa geht mit ihrer Rolle als Vorreiter bei der Transparenz gelassen um, denn sie befindet sich in einer sehr komfortablen Situation. Allerdings setzt sie damit auch die Konkurrenz gewaltig unter Druck, denn es geht bei weitem nicht allen Banken und Sparkassen so gut. Bei Spreinlagen kann die Direktbank hohe Zinsen zusagen und daher parken immer mehr Kunden ihr Geld direkt bei der ING DiBa. Die hohen Zinsen kann man natürlich nur zusagen, wenn man die Kosten gering hält und das ist bei einer Direktbank bekanntlich kein Problem. Im Gegensatz zur Konkurrenz von Banken und Sparkassen hat die ING DiBa kein Filialnetz und damit deutlich geringere Fixkosten.

Neukunden werden mit einem Extrazins gelockt, der etwas höher ist als der Zinssatz für die Bestandskunden. Die Bestandskunden sind darüber natürlich etwas verärgert, der Vorstandsvorsitzende verteidigt diesen Kurs aber, denn nur mit hohen Zinsen kann man Kunden locken und damit weiter wachsen.

Die Zeichen bei der ING DiBa stehen auf Wachstum. Im vergangenen Jahr hat die ING DiBa 500.000 neue Kunden für sich gewonnen und damit rund 8,1 Millionen Kunden. Im Jahr 2013 konnte die Direktbank einen Rekordgewinn von 691 Millionen Euro vor Steuern erzielen. Begünstigt wird dieser Gewinn durch eine schlanke Produktpalette, die zudem nur Online vertrieben wird. So kann man mit den rund 3.400 Mitarbeiter deutlich effektiver arbeiten, als es die Wettbewerber können. Beeindruckend ist aber auch die Summe der Spareinlagen. Im vergangenen Jahr sind die Einlagen noch weiter gestiegen, auf mittlerweile rund 104 Milliarden Euro. Erst vor gut drei Jahren ist die ING DiBa auch ins Kreditgeschäft mit deutschen Unternehmen eingestiegen. Auch dieses Geschäft ist im vergangenen Jahr gestiegen.

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„Stiftung Warentest“ bestätigt was alle wussten

Die Zinsen am Kapitalmarkt sind so niedrig wie nie. Dies ermöglicht es den Banken und Sparkassen sich sehr günstig Geld zu beschaffen, um es dann mit einem angemessenen Zins an die Kunden in Form von Krediten auszugeben. Bei vielen Krediten, bzw. Formen von Krediten, ist eine solche Anpassung an den aktuell niedrigen Zins bereits erfolgt, allerdings nicht bei dem wohl wichtigstem Kredit, dem Dispositionskredit.

Der Dispositionskredit (Dispo) wird bei den meisten Kunden am Konto hinterlegt und von vielen Kunden genutzt um kurzfristig Zahlungsprobleme zu überbrücken. Die „Stiftung Warentest“ hat nun in einem groß angelegtem Test die Zinsen für den Dispo verglichen und daraus ein erschreckendes Ergebnis gezogen: „Viele Banken und Sparkassen in Deutschland sind Abzocker.“ Nach Auswertung der Rückmeldungen und Recherchen steht fest, dass mehr als 100 Banken und Sparkassen einen Dispozins für über 13 Prozent verlangen, der teuerste Zins lag gar bei 14,75 Prozent.

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1.538 Banken und Sparkassen im Test

Viele Banken und Sparkassen scheuen auch heute noch die Transparenz, trotz Verpflichtungen einen Preisaushang zu machen, oder Konditionen auf Anfrage abzugeben. Dies ist auch eines der Ergebnisse aus diesem Test. Die Tester schickten Anfragen an rund 1.600 Kreditinstitute, nur 413 dieser Institute antworteten darauf. Bei rund 500 weiteren Bank und Sparkassen konnten die Konditionen im Internet recherchiert werden. Da noch immer viele Konditionen fehlten, wurden dann noch Tester in rund 600 Institute geschickt. Am Ende dieser Vorarbeit blieben noch 26 Banken, die keine Konditionen nennen wollten, oder anderweitig veröffentlicht haben. Da diese Banken keinen Preisaushang machen, verstoßen sie gegen die Preisangabenverordnung.

Werden zu hohe Zinsen verlangt?

Nach Auswertung der Recherchen konnte man einen durchschnittlichen Zins von 11.31 Prozent ermitteln, was recht viel ist wenn man bedenkt, dass die Banken sich mit 0,5 Prozent am Kapitalmarkt refinanzieren können. Wenn man dann noch die Relation zum 3-Monats-Euribor (0,22 Prozent im Juli 2013) hinzu zieht, ergibt sich eine noch schlimmeres Geld und bei vielen Kunden entsteht der Gedanke der Abzocke. Das Kreditvolumen für Dispositionskredite lag im Juli bei rund 390 Milliarden Euro. Man kann also leicht errechnen wie viel Geld jeder Prozentpunkt mehr den Banken in die Kassen spült. Da die Ausfallquote von Dispositionskrediten bei gerade mal 0,3 Prozent liegt, ergibt sich für die Banken ein enormer Gewinn. Die „Stiftung Warentest“ ist der Meinung, dass die Dispozinsen bei unter 10 Prozent liegen sollten.

Die Unterschiede zwischen den Banken sind recht hoch. Die günstigste Bank ist die VR-Bank Uckermark-Randow mit gerade mal 4,2 Prozent. Ebenfalls sehr günstig ist die Deutsche Skatbank mit 5,25 Prozent. 92 weitere Kreditinstitute hatten einen Zinssatz von 8,5 Prozent und weniger. Wie bereits erwähnt haben mehr als 100 Institute einen Zinssatz von 13 Prozent und mehr. Unangefochtene Spitzenreiter sind die Volksbank Feldatal und die Raiffeisenbank Taufkirchen-Oberneukirchen, die ganze 14,75 Prozent verlangen. Dies rund 10 Prozentpunkte mehr als die günstigste Bank. Was auch auffiel ist, dass gerade die Genossenschaftsbanken und die Sparkassen auf dem Land höhere Zinssätze haben, als Banken und Sparkassen in großen Städten. Gerade ist Städten haben die Banken eine höhere Konkurrenz, auch weil die Kunden dort eher die Hausbank wechseln, wenn ihnen die Konditionen nicht passen.

Link zum Artikel der “Stiftung Warentest”