Sind die Deutschen schon zum Verzicht auf Bargeld bereit?

Es ist ein Thema was immer wieder zu Diskussionen führt, bei den Kreditinstituten, im Handel und bei den Konsumenten – brauchen wir noch Bargeld?

Viele Länder in Europa machen bereits vor wir man gut fast ohne Bargeld auskommen kann. Kleine und große Summen werden mit der Kontokarte, der Kreditkarte oder mit dem Handy beglichen. Bargeld wird eher als störend empfunden und vereinzelnd können Geschäfte bereits Bargeld ablehnen. Was sich etwas befremdlich anhört ist bereits Realität und sorgt für Gesprächsstoff, nicht nur in den betreffenden Ländern, sondern auch hier in Deutschland. Viele Kreditinstitute beobachten die Entwicklung bei den Nachbarländern und setzen erste Ansatzpunkte um, meist recht unbemerkt und noch öfter nicht genutzt. Viele Kunden von Banken stehen den neuen Zahlungsmethoden skeptisch gegenüber und haben Angst vor „dem neumodischen Kram“. Auch steht der Handel nicht immer hinter den neuen Zahlungsmethoden, denn die entsprechenden Bezahlterminals sind teuer und durch das zögerliche Verhalten derer Kunden lohnt sich die Anschaffung meist nicht.

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Warum Bargeld teuer ist

Jeder Händler und viel mehr jedes Kreditinstitut weiss, dass Bargeld ein teures Gut ist. Nicht nur die Herstellung von Bargeld ist teuer, nein auch danach entstehen nicht unerhebliche Kosten. Ganz offensichtlich sind die Transportkosten für Bargeld. Die gepanzerten Fahrzeuge mit ihrem speziell ausgebildeten Sicherheitsleuten verursachen nicht unerhebliche Kosten für den Transport des Bargeldes. Das angelieferte oder eingenommene Bargeld muss nun in speziell gesicherten Tresoren gelagert werden. Diese Sicherheitstechnik ist aufwendig und verursacht ebenfalls hohe Kosten. Hinzu kommen weitere Kosten, die man auf dem ersten Blick eventuell nicht sieht. Falsches Wechselgeld und die Arbeitszeit für die Verwaltung des Bargeldbestandes sind nicht zu verachten.

Allein der Handel hat durch das Bargeld Verluste in Höhe von etwas 6,6 Milliarden Euro. Doch trotz der Kosten kann der Handel nicht auf Bargeld, denn die Deutschen lieben ihr Bargeld. Rund 80 Prozent ihrer Einkäufe bezahlen die Deutschen bar, was etwas die Hälfte der getätigten Umsätze entspricht.

Hinterfragt man warum das Bargeld so gerne genutzt wird, kommen in der Regel immer die gleichen Antworten. An erster Stelle steht immer eine bessere Kontrolle über die eigenen Finanzen. Viele geben aber auch Sicherheitsgründe an oder argumentieren mit Komfortgründen. Nur wenige Beklagen, dass der Händler kein anderes Zahlungsmittel akzeptiert. Führt man also Diskussionen zur Abschaffung von Bargeld verlaufen sie immer ins Leere.

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Ist die bargeldlose Zahlung wirklich riskant?

Wie bereits erwähnt, haben Kunden das Gefühl, dass die bargeldlose Zahlung zu viele Risiken birgt. Immer wieder kommen Meldung von ausgespähten Daten und angeblichen erheblichen Schäden für den Betroffenen. Doch dies sind nur seltene Fälle und meist lassen sie sich auch auf fahrlässiges Verhalten des Betroffenen zurückführen. Tatsächlich ist bargeldloses Zahlen einfach und vor allem ohne Risiko. Auch neue Zahlungsarten, wie das kontaktlose Zahlen mit der Karte oder dem Handy birgt kaum Risiken. Die Karte muss dicht an das Lesegerät gehalten werden, da die Übertragung nur wenige Zentimeter weit reicht. Ein Ausspähen der Daten sollte somit schwer fallen, denn auch ein entsprechendes Lesegerät muss dich an die Karte gehalten werden. Die Zahlung mit dem Smartphone basiert auf dem gleichen Prinzip, ein Ausspähen der Daten ist damit ebenfalls nahezu unmöglich.

Diese Arten der Zahlung scheinen für die meisten Deutschen noch abwegig, doch gerade die jungen Leute wollen solch zukunftsfähigen Zahlungsarten. Sie wollen neue Technologien nutzen und tragen zunehmend weniger Bargeld mit sich. Auch wollen sie die Möglichkeiten ihrer geliebten Smartphones voll nutzen und werden daher diese Zahlungsart vermutlich gerne nutzen.

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Bundesanleihen sind nicht mehr gefragt

In diesen Tagen wurde wieder einmal Geschichte in Deutschland geschrieben. Bei der fünften Auktion in Folge sind erneut nicht alle Anleihenserien des Bundes verkauft worden. Am gestrigen Mittwoch wurden lediglich 1,5 Milliarden Euro von den Banken geboten. Geplant war ein Volumen von 2 Milliarden Euro für im Jahr 2046 fällige Anleihen abzusetzen.

Der auszugebende Titel hat einen Zinscoupon von 2,5 Prozent. Erstmals wurde er im Februar 2014 angeboten und könnte seitdem noch nicht vollständig ausgegeben werden. In den fünf Auktionen dieser Serie wurden Anteile im Wert von über 11 Milliarden Euro angeboten, bislang wurden aber lediglich 9,1 Milliarden Euro angefragt.

Es ist davon auszugehen, dass die Investoren sich wegen der niedrigen Rendite zurück halten. Derzeit liegt die Durchschnittsrendite auf dem Marktniveau von 1,18 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) darf diese Bundesanleihe erst ab August 2015 erwerben, was an den Bedingungen zum EZB Kaufprogramm liegt. Hiernach darf die EZB nur Papiere mit einer maximalen Laufzeit von 31 Jahren betragen. Diese im Februar 2014 aufgelegte Bundesanleihe hatte eine Laufzeit von mehr als 32 Jahren und wird im August 2046 fällig. Sollten die Zinsen in dieser Zeit ansteigen, wovon aufgrund der langen Laufzeit auszugehen ist, erleiden die Anleger einen Kursverlust. Die Investoren sind nicht bereit ein solches Risiko bei einer so geringen Rendite einzugehen.

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Dispo Zinsen sind eine gute Einnahmenquelle

Seit einer gefühlten Ewigkeit erleben wir eine Niedrigzinsphase. Es gibt inzwischen kaum noch Zinsen auf Sparkonten, Tagesgelder und Staatsanleihen, ja selbst die Zinsen für den Wohnungsbau sind so niedrig wie nie. Da reiben sich manche Bankkunden verwundert die Augen wenn sie einen Blick auf die Zinsen für den Dispositionskredit (Dispo) werfen. Bei vielen Banken steht der Dispokredit noch immer im zweistelligen Bereich, was die Banken und Sparkassen aber auch sehr gut argumentieren können. Einer der Hauptargumente ist, dass der Dispo ja kein dauerhafter Kredit ist und somit nicht mit einem Ratenkredit oder Hypothekendarlehen vergleichbar sei. Da er außerdem sehr kurzfristig nutzbar ist, ein Kredit ist der ohne Sicherheiten ausgegeben wird und nur in den wenigsten Fällen eine Prüfung erfolgt, müssen sich diese Umstände in den Zinsen widerspiegeln.

Viele Experten vermuten allerdings, dass Banken und Sparkassen deswegen hohe Zinsen für den Dispo verlangen, weil die Zinsen gezahlt werden. Nur wenige Kunden beschweren sich über die Zinsen, denn schließlich sind sie auf die unkomplizierte Finanzspritze angewiesen und werden die Bank nicht wechseln nur weil sie „nebenan“ weniger Zinsen für den Dispo zahlen müssen. Der Dispo ist somit eine unkomplizierte Einnahmequelle, die mehr oder weniger gerne vom Kunden gezahlt wird.

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Die Politik will regulierend eingreifen

Die Politik hat den Dispositionskredit schon länger als Thema auf der Agenda, denn mit einer gelebten Ungerechtigkeit kann man ganz einfach auf Wählerfang gehen. Doch alle Drohungen, regulierend einzugreifen wenn sich nicht bald etwas ändert, änderten nicht. Auch das Einschalten des Kartellamtes führte keine Änderung herbei und so fragt man sich, warum die Politik hier nicht wirklich aktiv wird und seine Versprechen einlöst.

Am Mittwoch will nun Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) einen erneuten Gesetzentwurf ins Kabinett einbringen. Der Entwurf sieht vor, dass alle Banken und Sparkassen ihre Dispozinsen im Internet veröffentlichen müssen. Zwar kommen dem bereits die meisten Kreditinstitute freiwillig nach, doch gerade kleine regionale Institute tun dies nicht immer, ganz besonders wenn sie hohe Zinsen veranschlagen. Man erhofft sich davon, dass man die Dispozinsen vergleichbar machen kann, ähnlich wie es bei Tagesgeldern problemlos möglich ist. Die gesteigerte Transparenz könnte den Wettbewerb zwischen den Banken anheizen, so dass die Zinsen durchaus auch sinken könnten.

Ob damit eine konsequente Lösung gefunden ist, bleibt zu bezweifeln, denn wie bereits erwähnt, veröffentlichen bereits viele Banken und Sparkassen ihre Dispozinsen und lassen somit Vergleiche zu. Man erreicht lediglich eine vollständige Transparenz, aber ob daraus mehr Wettbewerb oder sinkende Zinsen entstehen bleibt abzuwarten.

Bei angestrebten Vergleichen muss man zudem viele weitere Faktoren berücksichtigen und nicht nur den eigentlichen Zinssatz. Einige Banken und Sparkassen bieten bereits Kontomodelle, bei denen die monatliche Grundgebühr höher ist und dadurch die Zinsen dadurch niedriger. Andere verzichten sogar auf Dispozinsen, begrenzen den Kreditbetrag aber konsequent. Internetbanken, wie etwas die ING-Diba, die DAB Bank oder die DKB haben bereits niedrige Dispozinsen, die bei 7,5 Prozent liegen.

Regionale Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben inzwischen fast flächendeckend die Überziehungszinsen angeschafft. Der Extrazins für die Überziehung des Dispos war vielen Verbraucherschützern schon lange ein Dorn im Auge. Einen gewissen Teilerfolg konnte man also bereits erzielen.

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Teilerfolge wurden bereits erzielt

Im vorigen Jahr lobte die Stiftung Warentest die Bank bereits. Die Dispozinsen wurden bei vielen Banken bereits deutlich gesenkt, allerdings vergaß man auch nicht einen Hinweis auf die niedrigen Leitzinsen zu geben. Zweistellige Zinsen auf Dispositionskredite sind noch immer nicht nachvollziehbar und sollten auch zukünftig geprüft werden.

Mit der Forderung von Verbraucherschützern, den Dispozins zu deckeln, konnte man sich politisch noch nicht durchringen. Deckelungen von sieben oder gar fünf Prozent scheiterten zuletzt am Widerstand der Union.

Es wird daher geplant, die Banken und Sparkassen zu verpflichten, Kunden zu warnen, wenn sie längere Zeit ins Minus gerutscht sind. Man solle diesen Kunden eine günstige Alternative bieten, etwa einen Ratenkredit mit günstigeren Zinsen. Man denkt derzeit an eine Zeitgrenze von drei Monaten in der der Dispo in Anspruch genommen wird oder eine Koppelung an den Gehaltseingang. Die ING-Diba hat dies bereits umgesetzt und geht aktiv auf ihre Kunden zu. Die Commerzbank hat sich entschlossen, zusätzliche Warnhinweise auf die Kontoauszüge zu drucken. Wenn die Erfahrungen der Vorreiten positiv ausfallen, werden auch andere Banken nachziehen.

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Verbesserter Schutz für Kleinanleger

Der sogenannte graue Kapitalmarkt birgt noch immer hohe Risiken für Kleinanleger. Pleiten, wie die des Windkraftunternehmens Prokon, verdeutlichen dies eindrucksvoll. Das Unternehmen hatte von rund 75.000 Anlegern 1,4 Milliarden Euro eingesammelt, ehe es im Jahr 2014 Insolvenz anmelden musste. Nun drohen den Anlegern sehr hohe Verluste.

Privatleger sollen über Chancen und Risiken von Geldanlagen besser und umfangreicher informiert werden. So sieht es quasi im Kern eines neuen Gesetzes aus, welches vom Bundestag verabschiedet wurde. Dabei geht es nicht nur um neue Anforderungen an die Verkaufsprospekte von Banken und Versicherungen, insbesondere Anlagen die nicht von Banken und Versicherungen vertrieben werden sollen umfangreicher kontrolliert werden. Die Prospekte müssen zudem mehr Informationen zum Anbieter der Anlage enthalten und stets aktuell gehalten werden, die sogenannte Nachschuss-Pflicht wird verboten. Auch die Rechte der Finanzaufsicht BaFin werden gestärkt, sie darf Warnungen zu bestimmten Anlagen veröffentlichen oder sogar einzelne Produkte verbieten. Zudem ist es ihr gestattet Werbung für bestimmte Finanzanlagen zu beschränken.

Die Politik ist mit der neuen Regelung sehr zufrieden und bekräftigt damit ihr Vorhaben die Verbraucher besser zu schützen. Man fordert aber auch weiter den eingeschlagenen Weg zu gehen und eine Art Finanz-TÜV einzuführen. Dieser soll dann die Angebote vorab prüfen und dafür Sorge tragen, dass keine windigen Produkte auf den Markt kommen.

Bei dem verabschiedeten Gesetz gibt es allerdings eine Ausnahme, nämlich Schwarmfinanzierung (Crowdfunding) die über Internetportale vertrieben werden. Zwar besteht keine umfassende Prospektpflicht, ein Informationsblatt für Finanzanlagen muss aber dennoch zur Verfügung gestellt werden.

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Lohnt sich die Betriebliche Altersvorsorge?

Um im Alter nicht nur von einer eventuell niedrigen Rente leben zu müssen, sorgen Millionen Deutsche bereits privat vor. Doch der Markt an Altersvorsorgeprodukten unterschiedlicher Anbieter ist groß und damit zum Teil unübersichtlich. Neben der Riester Rente erfreut sich besonders die betriebliche Altersvorsorge großer Beliebtheit. Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, doch sie lohnt sich nicht für Jeden.

Die betriebliche Altersvorsorge ist im klassischen Sinne eine freiwillige Leistung des Arbeitsgebers. Der ursprüngliche Gedanke war, dass man mit dieser Versicherung den Arbeitnehmer an den Betrieb bindet. Diese Versicherung hat dich allerdings im Laufe der Jahre gewandelt, so dass in den meisten Fällen alles vom Arbeitnehmer finanziert wird, die sogenannte Entgeltumwandlung. Es gibt aber auch Mischformen, an denen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber beteiligen.

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Was ist die Entgeltumwandlung und wie funktioniert sie?

Arbeitnehmer haben bei der Entgeltumwandlung die Möglichkeit, Teile des Gehaltes oder der Sonderzahlung (z.B. Weihnachtsgeld) in Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge umzuwandeln. So kann man sich ohne großen Aufwand eine zusätzliche Rente aufbauen. Gesetzlichen Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung hat seit 2002 jeder Arbeitnehmer, der durch die gesetzliche Rentenversicherung versicherungspflichtig ist.

Wichtig bei der Entgeltumwandlung ist, dass die Beiträge für die Versicherung aus dem Bruttolohn umgewandelt werden. Im Gegensatz zu anderen Versicherungen zahlt man daher nicht vom ausgezahlten Lohn, sondern überlässt einfach seiner Firma die Überweisung der Beiträge. Diese entscheidet allerdings auch ob die Beiträge intern angelegt werden, oder bei einer Direktversicherung, oder in einem Pensionsfonds. Letztlich bleibt aber der Vorteil für den Arbeitnehmer, dass er Steuern und Sozialabgaben spart. Da die Beiträge vom Bruttolohn abgezogen werden, finanziert der Staat die Beiträge indirekt mit. Ein übliches Berechnungsbeispiel besagt, dass bei einem Beitrag von 100€ der Arbeitnehmer rund 60 Euro zahlt, den Rest übernimmt der Staat.

Allerdings ist die Zahlung vom Bruttolohn nicht nur von Vorteil. Durch den niedrigeren Bruttolohn zahlt man auch weniger Steuer und gesetzliche Sozialabgaben. Daraus ergibt sich, dass der Arbeitnehmer auch geringere Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung hat. Es muss also errechnet werden, ob die entstehenden Einbußen durch die Versicherung ausgeglichen werden. Man muss auch wissen, dass die Einzahlungen im Rentenalter versteuert werden müssen und dass auf die Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge der volle Beitrag an Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden muss.

Unter dem Strich muss man sagen, es kommt umso mehr auf eine detaillierte persönliche Beratung mit einer Modellberechnung für das Rentenalter an. Die betriebliche Altersvorsorge lohnt sich nicht für jeden, ist aber eine absolut sinnvolle Ergänzung wenn alle Rahmenbedingungen stimmen.

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Diskussionen über die Honorarberatung

Bereits seit einiger Zeit wird bei Banken und Sparkassen über die geplante Einführung der Honorarberatung diskutiert. Wie bei jeder Diskussion stehen den Vorteilen auch Nachteile gegenüber. Einig sind sich aber alle, egal welche Beratung man wählt, der Kunde darf nicht benachteiligt werden.

Momentan ist es für die Kunden nicht einfach eine unabhängige Meinung über Finanzprodukte zu erhalten. Egal ob man zur Bank oder zur Versicherung geht, immer stehen die Interessen des Kunden den Interessen des Beraters bzw. seines Arbeitsgebers gegenüber. Jede Versicherung und auch jedes Kreditinstitut hat ein Interesse daran seine eigenen Produkte zu verkaufen, oder bei einer Vermittlung fremder Produkte eine recht gute Provision zu erzielen. Kritische Kunde stellen sich daher immer die Frage, ob der Berater aus voller Überzeugung das angebotene Produkt verkaufen möchte, oder ob er aus reiner Profitgier dieses Produkt berät.

604347_web_R_K_B_by_Jorma Bork_pixelio.deBildquelle: © Jorma-Bork/pixelio.de

Honorarberatung soll Verbesserung bringen

 

Die Honorarberatung soll hier eigentlich eine Verbesserung sein und für mehr Sicherheit für Kunden sorgen. Doch Kritiker sagen, dass auch hier ein Interessenkonflikt nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden kann, denn auch die Berater wollen Geld verdienen. Dazu müssen sie den Beratungsbedarf ihrer Kunden ermitteln und die Kunden einladen. Der Verbraucher muss dann für sich prüfen ob er die Einladung annehmen möchte, oder eben nicht. Er hat also noch eine gewisse Kontrolle über seinen Berater.

Ein weiterer Vorteil wird klar, wenn man sich die Kosten für eine Beratung genauer anschaut. Bei einer normalen Beratung erhält der Berater eine Provision je nach Art des abgeschlossenen Vertrags. So geht bei einem monatlichen Sparvertrag für eine Altersvorsorge immer ein kleiner Teil der Anlagesumme als Provision an den Berater. Die Anlagesumme kommt also in der Regel nicht 1 zu 1 auf dem Sparvertrag an. Bei Auszahlung können also mehrere 1.000 Euro verloren gehen, eine nicht unerhebliche Summe.

Bei einer Honorarberatung schaut dies ein wenig anders aus. Hier geht die Anlagesumme 1 zu 1 in den Sparvertrag und der Kunde hat somit mehr von seiner Anlage. Gerade bei einer Anlage über viele Jahre, wie zum Beispiel bei einer Altersvorsorge, macht sich dies bemerkbar. Was für den Kunden unangenehmer sein kann, ist das Honorar des Beraters, denn dies wird nach Abschluss des Vertrags fällig. Hier können schon mal schnell mehr als 1.000 Euro für einen langfristigen Sparvertrag fällig werden, denn der Berater erhält einen gewissen Prozentsatz der Beitragssumme als Honorar, derzeit liegt der Satz in der Regel bei 4 Prozent der Beitragssumme, in einigen Fällen aber auch mehr.

Bei einer Beratung muss der Kunde also recht schnell entscheiden wo und wie er sein Geld zahlen möchte. Zwar tun im ersten Moment 1.000 Euro für eine Beratung weh, schaut man sich aber an, dass man bei einem langfristigen Sparvertrag bei Auszahlung 7.000 Euro weniger zurück bekommt, sollte man sich genau überlegen wann man die „bittere Pille“, sprich die Kosten für die Beratung, schlucken möchte.

640782_web_R_K_B_by_Uwe Schlick_pixelio.de Bildquelle: © Uwe-Schlick/pixelio.de

Niedriger Ölpreis erfreut nicht alle

Der Blick an die Anzeigetafeln der Tankstellen erfreut derzeit die Autofahrer in Deutschland. Die Preise sind so niedrig wie seit langer Zeit nicht mehr, ganz besonders am Abend. Im Laufe des Tages sinken die Preise von Benzin und Diesel Stück für Stück, was besonders am Abend die Kunden an die Zapfsäulen strömen lässt.

 

Doch was die Kunden erfreut lässt die zwölf Mitglieder der erdölexportierenden Staaten (OPEC) nicht unbedingt frohlocken. Am heutigen Donnerstag treffen sie sich in Wien um über die Förderquoten zu beraten. Mit einer gewissen Spannung wird nach Wien geschaut, denn seit Ende Juni diesen Jahres sinkt der Preis je Fass Stück für Stück. Mittlerweile liegt der Preis je Fass bei rund 80 Dollar, was einem Nachlass von ca. 30 Prozent entspricht.

Die OPEC ist gespalten

Viele Staaten sind auf die Einnahmen aus der Erdölförderung angewiesen und haben daher kein großes Interesse an einer weiteren Verbilligung des Preises. Insbesondere Länder wie Venezuela, Nigeria und der Iran sind nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds auf einen Preis von 117 bis 130 Dollar je Fass angewiesen, ansonsten geraten sie finanziell ins Schlingern. Gerade sie drängen auf eine Reduzierung der Fördermengen um den Preis zu stabilisieren. Doch alle Bemühungen bereits im Vorwege eine Einigung zu erzielen sind gescheitert.

 

Das letzte Wort bei allen Entscheidungen der OPEC hat zweifelsohne Saudi-Arabien. Das Scheichtum hat eine ganz gewichtige Rolle, denn es fördert nicht nur 30 Prozent des Rohöls innerhalb der OPEC, sondern verfügt auch über große freie Produktionskapazitäten. In der Vergangenheit hat sich das Land bei der Förderung immer flexibel an das Marktumfeld angepasst. Derzeit ist das Angebot größer als die Nachfrage, dennoch sieht es nicht so aus als wolle Saudi-Arabien seine Produktion herunterfahren. Der Ölpreis wird daher wohl noch weiter sinken. Wie lange sich das Scheichtum weigert bleibt allerdings abzuwarten, denn leichtfertig kann man auf die Einnahmen auch nicht verzichten.

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Banken behalten Kirchensteuer ein

Bereits seit Anfang des Jahres erhalten die Kunden von ihren Banken und Sparkassen Post. Es geht um die Neuregelung bei der Kirchensteuer ab dem kommenden Jahr 2015. Grundsätzlich erhält jeder diese Infobriefe, auch wenn er keiner der großen Religionsgemeinschaften angehört. Wie umfangreich diese Informationen ausfallen, entscheiden die Banken und Sparkassen selbst. Bei vielen Lohnsteuerhilfen laufen aufgrund mangelnder Informationen derzeit die Telefone heiß.

Hintergrund ist, dass jeder Kirchensteuern zahlen muss, auch auf private Investments. Da dies bei weitem nicht jeder tut, kommt diese Gesetzesänderung im kommenden Jahr. Die Kirchensteuer wird dann automatisch vom Gewinn abgezogen und ein Schummeln der Anleger ist ausgeschlossen.

Hintergrund zum automatischen Abzug

Gehört ein Erwerbstätiger einer der großen Religionsgemeinschaften an, zahlt er auf sein Einkommen automatisch die Kirchensteuer. Dies gilt in der Regel auch, wenn ein Anleger Gewinne aus seinen Anlagen erzielt. Hat der Kunde seine Konfession aber nicht explizit bei seiner Bank hinterlegt, wurde die Kirchensteuer nicht zusammen mit der Abgeltungssteuer und dem Soli einbehalten. Der Anleger hatte dann über die Einkommenssteuererklärung (Anlage KAP) die Möglichkeit seinen Obolus zu zahlen. Doch auch diese Möglichkeit nutzten viele Anleger nicht und so entgingen den Kirchen Erträge in Millionenhöhe. Die katholische und die evangelische Kirche schätzen, dass ihnen jährlich 480 Millionen Euro durch die Lappen gingen.

Durch das neue Verfahren behalten die Banken und Sparkassen die Kirchensteuer gleich automatisch ein, der Beitrag wird mit der Abgeltungssteuer automatisch an das Finanzamt überwiesen. Dazu müssen sie regelmäßig beim Bundeszentralamt für Steuern das Kirchensteuerabzugsmerkmal jedes Steuerbürgers abfragen. So erfahren sie ob er einer Religionsgemeinschaft angehört und wie hoch deren Kirchensteuersatz ist. Erstmals wird dies in diesem Jahr zwischen dem 1. September und dem 31. Oktober getestet.

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Was sie zu tun haben

Grundsätzlich braucht man nicht viel zu tun. Wer keiner der großen Religionen angehört, braucht nicht zu reagieren. Sofern der Status beim Finanzamt richtig ist, wird die Kirchensteuer nicht abgezogen. Auf der Gehaltsabrechnung oder dem letzten Steuerbescheid kann man seinen Status kontrollieren. Wer seiner Bank die Konfession nicht nennen möchte, kann dem Datenabruf widersprechen und einen Sperrvermerk einfordern. Dies muss allerdings bis zum 30. Juni erfolgen, mit einem Formular, welches im Internet unter www.formulare-bfinv.de abgerufen werden kann.

Wer nun mit dem Gedanken spielt einfach einen Sperrvermerk zu hinterlegen, für den ist der Hinweis wichtig, dass der Widerspruch dem zuständigen Finanzamt gemeldet wird. Der Anleger muss dann die Kirchensteuer über die Einkommensteuer begleichen.

Wer muss zahlen?

Grundsätzlich muss jeder zahlen, der einer der großen Kirchengemeinschaften angehört. Es gilt selbstverständlich der Freistellungsauftrag, der einen steuerfreien Gewinn von 801 Euro für ledige und 1.602 Euro für Eheleute ermöglicht. Die Erträge über dieser Freistellung sind somit Abgeltungssteuer, Soli und zukünftig die Kirchensteuer fällig. Die Höhe der Kirchensteuer bemisst sich am Kirchensteuersatz der jeweiligen Religionsgemeinschaft.

Kapitalerhöhung der Deutschen Bank

Am vergangenen Freitag haben alle Aktionäre der Deutschen Bank Bezugsrechte für den Erhalt neuer Aktien erhalten. Nun haben die Inhaber bis zum 24. Juni Zeit diese auszuüben. Mit diesem Schritt kann die Bank innerhalb weniger Wochen rund 8,5 Milliarden Euro einsammeln und die milliardenschwere Kapitalerhöhung abschließen.

Ausgegeben werden 299,8 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von 22,50 Euro je Aktien. Das Bezugsverhältnis beträgt 18 zu 5, sprich für 18 alte Aktien kann der Anleger 5 neue Aktien beziehen. Kurz vor Bekanntgabe des Bezugspreises lag der Börsenkurs bei 29,70 Euro.

Mit dieser Kapitalerhöhung kann die Deutsche Bank ihre vergleichsweise dünne Kapitaldecke aufstocken. Dies ermöglicht wiederum das Investmentbanking zu stärken, was wiederum weltweite Kapitalmarktgeschäfte ermöglicht. Diese Chance möchte man sich bei der Deutschen Bank nicht entgehen lassen, zumal die großen Konkurrenten wie UBS und Barclays ihre Geschäfte zurück gefahren haben.

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Was haben die Anleger zu tun?

Zunächst sollte sich der Anleger überlegen, ob er das Angebot annehmen möchte. Wenn man sich für den Kauf entscheidet, muss man seiner Bank rechtzeitig einen Auftrag entsprechenden Auftrag erteilen. Ja nach Bank oder Sparkasse kann dies unterschiedlich ablaufen, man sollte sich die Info seiner Bank oder Sparkasse aufmerksam durchlesen.

Wichtig ist zu wissen, dass der momentane Aktienkurs deutlich höher ist, als der Kaufpreis der Bezugsrechte. Kurz nach Beendigung der Bezugsfrist wird der Aktienkurs merklich sinken, weil durch die neuen Aktien ja deutlich mehr Aktien auf dem Markt sind. Sollte man also noch keine Aktien der Deutschen Bank haben, sollte man also ruhig bis Beendigung der Bezugsfrist warten.

Wer Bezugsrechte hat, diese aber nicht ausüben möchte, braucht dies auch nicht zu tun. Der Anleger hat die Möglichkeit die Bezugsrechte vorzeitig an der Börse zu verkaufen, oder er wartet einfach bis zum letzten Tag, dann werden die Bezugsrechte bestens am Markt verkauft.

Wichtig ist auch zu wissen, dass die Dividende anfangs deutlich sinken wird, denn das für die Dividende vorgesehene Geld wird auf deutlich mehr Aktien verteilt. In den kommenden Jahren erwarten Experten aber, dass die Dividende wieder steigt.

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Jagd auf die 10.000er Marke

Der Dax ist auf der Jagd nach einer neuen Bestmarke. Nachdem die 9.900er geknackt ist, wendet sich der Dax nun der 10.000er Marke zu. Und die Chancen diese zu knacken stehen nicht schlecht, denn die niedrigen Zinsen treiben immer mehr Anleger auf den Aktienmarkt. Am Mittwoch schloss der Dax bei 9.939 Punkten ab, während er im Laufe des Tages bereits bei der Rekordmarke 9.957 Punkten war.

Link zum Dax

Für den heutigen Donnerstag wird allerdings ein ruhiger Tag erwartet, weil viele den freien Tag genießen. Dennoch richten sich die Blicke der Börsianer auf den heutigen Tag. Die Blicke richten sich aber auch schon auf die kommende Woche, denn am 5. Juni findet die nächste Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) statt. Hier wolle man Entschlossenheit zeigen und Maßnahmen ergreifen, um einer möglichen Deflation entgegen zu treten. Immer wieder kommt dabei eine noch lockerere Geldpolitik ins Gespräch, die allerdings auch den Euro belastet. Experten rechnen dennoch mit einer weiteren Zinssenkung.

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Ist unser Finanzsystem in Gefahr?

Die Anleger sind aufgrund der Entwicklung des Dax sehr zuversichtlich und erfreut, doch es gibt auch Stimmen, besonders aus Kreisender EZB, die vor einem erneuten Finanzcrash warnen. Dass der Dax nun bald die 10.000er Marke knacken könnte, lässt solche Spekulationen noch lauter werden. Auch von einer erneuten Spekulationsblase ist die Rede, denn die Anleger sind auf der Suche nach Rendite und finden diese in verzinslichen Produkten kaum noch.

Die Investoren pumpen momentan lieber ihr Geld in einen spekulativen Markt, als es den Banken zu einem niedrigen Zins, der oftmals noch nicht einmal die Inflationsrate ausgleicht, zu überlassen. Die anhaltenden Spekulationen, dass der Zins in der kommenden EZB Sitzung weiter gesenkt wird, lassen auch die letzten Anleger an einer verzinslichen Anlage zweifeln. Fachleute fürchten, dass dies den Markt überhitzen könnte und bald die Blase platzen könnte.

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Grundsätzlich droht keine Gefahr

Auch wenn Fachleute bereits wieder das Wort „Spekulationsblase“ in den Mund nehmen, sollte keine Gefahr für das Finanzsystem drohen. Grundsätzlich ist das Finanzsystem in einer guten Verfassung. Diese Einschätzung wurde bereits im letzten Finanzstabilitätsbericht ausgewiesen und zieht dort einen Vergleich zu den Krisenjahren. Besonders die großen Banken seinen besser aufgestellt und arbeiten auch weiterhin an der Stärkung ihrer Bilanzen. Die EZB kontrolliert den gesamten Sektor sehr genau und wird ab November auch die Bankenaufsicht in 18 Ländern übernehmen.

Einziger Kritikpunkt ist, dass viele Banken und Sparkassen noch immer nicht profitabel arbeiten. Auch befinden sich bei einigen Großbanken noch faule Kredite in den Bilanzen und rund die Hälfe der Großbanken im Euro-Raum hat im zweiten Halbjahr von 2013 Verluste geschrieben. Kritisch wird zudem die enge Verflechtung zwischen Banken und dem Staat gesehen.

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